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Feuerwerk will die ILT auf wenige Orte beschränken.

Taufkirchner Fraktion will Knallerei beschränken

Feuerwerk: Kampf gegen „Giftcocktail“

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Schöner Spaß oder gefährlicher „Giftcocktail? Die ILT-Fraktion will das Zünden von Feuerwerk in Taufkirchen einschränken. Sie stieß auf Gegenwehr.

Taufkirchen – Den einen freut es, wenn’s zum Start ins neue Jahr ordentlich kracht und scheppert, der andere kann der Silvester-Knallerei wenig abgewinnen. Ein Antrag, private Feuerwerke in Taufkirchen einzuschränken, ist aber im Gemeinderat durchgefallen.

Als erhebliche Gesundheitsgefahr hat Beatrice Brückmann (ILT) die Silvester-Knallerei in der Sitzung am Donnerstagabend dargestellt. Sie und ihre Fraktionskollegin Renate Meule forderten, private Feuerwerke nur noch an von der Gemeinde ausgewählten Plätzen zu gestatten. So sei es bereits in vielen andere Kommunen üblich. Die Raketen und Knallkörper würden einen „regelrechten Giftcocktail“ in der Luft hinterlassen, heißt es in der schriftlichen Begründung.

In der Sitzung verwies Brückmann vor allem auf die Feinstaubbelastung, die durch die Knallerei entstehe. Sie unterstrich ihre Argumentation mit Zahlen des Umweltbundesamtes. So hätten die Deutschen allein zum vergangenen Jahreswechsel durch Raketen und Böller eine Menge Feinstaub in die Luft geblasen, die in etwa 15 Prozent des jährlich durch den Straßenverkehr verursachten Ausstoßes entspricht. Zudem seien Menschen und Tiere durch die Feuerwerkskörper über mehrere Stunden einer massiven Lärmbelastung ausgesetzt. Ihr Fazit: „Man kann auch Spaß haben auf feinere Art.“
“Aus dem Ruder gelaufen“

Auch Birgit Schmidl (SPD) war einer Einschränkung nicht abgeneigt: „Ich bin keine Spaßbremse und finde Feuerwerke schön. Aber das ist in den letzten Jahren aus dem Ruder gelaufen“, sagte sie. Nach Ansicht von Herbert Heigl könne die Gemeinde die Knallerei zwar einschränken, aber nicht verbieten. Der Vorsitzende der CSU-Fraktion wollte deshalb von Ordnungsamtsleiter Wolfgang Walser wissen, welche Möglichkeiten die Gemeinde hat.

Nur Wolfschneiderhof schützenswert

Wie Walser erläuterte, könne man das Abfeuern von Feuerwerkskörpern beispielsweise in sensiblen Bereichen wie Alten- und Pflegeheimen oder rund um Gebäude, die besonders schützenswert sind, verbieten. Aber errichte man etwa eine Verbotszone beim Seniorenheim am Köglweg, dann könne man das von der Gemeinde organisierte Feuerwerk am benachbarten Rathausplatz nicht mehr durchführen. Und bis auf den Wolfschneiderhof sieht er kein Gebäude im Ort, dass aus Brandschutzgründen besonders behandelt werden müsste. Den Vorschlag von Brückmann und Meule, das Abfeuern auf ein oder zwei ausgewiesene Orte zu beschränken, hält er eher für gefährlich.

Auch Michael Lilienthal (FW) warnte vor einer Konzentration auf wenige Standorte. „Da treten sich die Leute auf die Füße“, sagte er. Die Verletzungsgefahr sei viel höher. Das Feuerwerk zum Jahreswechsel sei nun einmal Brauch, und man sollte den Leuten den Spaß nicht verderben. Außerdem sei eine Kontrolle für die Gemeinde nicht durchführbar.

Gemeinde-Feuerwerk ja oder nein?

Alfred Widmann (SPD) schlug vor, mehr Werbung für das Gemeinde-Feuerwerk zu machen. Dann würde vielleicht der eine oder andere Bürger darauf verzichten, privat Raketen abzufeuern. „Des passt net zamm“, widersprach Peter Hofbauer (FW). Man könne nicht versuchen, der Bevölkerung die Knallerei auszureden, aber selbst ein Feuerwerk machen. „Das richtige Zeichen wäre, wenn wir auf unsere Veranstaltung verzichten“, sagte er. Diese Idee wiederum bereitete Bürgermeister Ullrich Sander Bauschmerzen. Denn das Gemeinde-Feuerwerk werde von vielen Bürgern geschätzt. Die große Mehrheit der Ratsmitglieder plädierte dafür, alles so zu lassen, wie es ist. Mit 19:4 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. 

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