Viel Geld für gutes Personal

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Von 3,6 Millionen Euro auf 5,8 Millionen Euro sind die Personalkosten der Gemeinde Taufkirchen zwischen 2006 und 2016 gestiegen. Der Gemeinderat warnt eindringlich davor, dass der Anstieg in diesem Maß nicht weitergehen darf.

Taufkirchen– „Wir haben mehr Personal im Rathaus, das auch schwierigere Fälle bearbeiten muss“, sagte Grünen-Fraktionssprecher David Grothe im Gemeinderat. „Insofern sind die gestiegenen Personalkosten wohl auch in Ordnung. Dennoch sollten wir eine weitere Entwicklung noch oben bremsen.“ Dem könne er „nur zustimmen“, entgegnete Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) – und ergänzte auf Nachfrage: „Ich sehe keine Notwendigkeit weiterer Stellen. Wenn wir alle besetzen, die im Haushaltsansatz stehen, sind wir personell gut aufgestellt.“

Sieben Millionen Eurofür 103 Mitarbeiter

Die ILT-Fraktion nannte in ihrer Stellungnahme einen Betrag von „circa sieben Millionen Euro für Personalkosten plus sonstige Aufwendungen für Mitarbeiter“. Anders ausgedrückt: Ein Viertel des Verwaltungshaushalts fließt, nach Abzug der Kreisumlage, ans Personal.

Besonders hoch war der Sprung im vergangenen Jahr: Zwischen 2016 und 2017 stieg die Zahl der Mitarbeiter von 95 auf 103. Bei den Gesamt-Personalkosten bedeuten die acht neuen Stellen ein Plus von elf Prozent, so die ILT.

Deshalb fordert die Initiative bereits seit den Haushaltsberatungen 2015 einen Geschäftsverteilungsplan mit Beschreibung der einzelnen Stellen. „Ansonsten kann der Gemeinderat den Personalbedarf und die Personalausgaben in Höhe von sieben Millionen Euro nicht prüfen“, betonte Hirtreiter für die Fraktion.

Wie berichtet, ist die Finanzlage der Gemeinde aktuell prekär. Zusätzliche Einnahmen, die dringend benötigt werden, sind nur über die Gewerbesteuer möglich. Deshalb appellierte Alfred Widmann (SPD) bei den Haushaltsberatungen an alle Gemeinderatsmitglieder: „Wir müssen dringend gewerbefreundlicher sein.“ „Und zwar nicht nur gegenüber Betrieben, die zu uns kommen sollen, sondern gegenüber Firmen, die schon bei uns sind“, ergänzte Bürgermeister Sander.

Der Gemeinderat nahm den Haushalt und den Finanzplan 2018 mit 17:6 Stimmen an. Die sechs Nein-Stimmen kamen von Michael Lilienthal, Eckhard Kalinowski und Peter Hofbauer (alle Freie Wähler) sowie von Edith Hirtreiter, Renate Meule und Beatrice Brückmann (alle ILT). 

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