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Mühsame Angelegenheit: Sperrmüll am Wertstoffhof zu entsorgen, ist vor allem für ältere Menschen kaum zu leisten. 

Antrag der Freien Wähler in Taufkirchen fällt durch

Gratis-Sperrmüllsammlung abgelehnt

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Kostenlose Sperrmüll-Sammlungen gibt‘s nicht in Taufkirchen. Die Freien Wähler wollten das ändern, scheiterten aber. 

Taufkirchen – Per Antrag wollte Anton Almer (Freie Wähler) diese „Ungleichbehandlung“ in der Sitzung des Taufkirchner Gemeinderats beenden. Seine Forderung: „Die Gemeinde Taufkirchen führt zum 1. Oktober 2017 wieder die kostenlose Sperrmüllabholung für private Haushalte ein und holt vor den Häusern zu festen Terminen viermal im Jahr den Sperrmüll ab – analog zu den Regeln des Zweckverbandes München Süd-Ost.“

Dieser nämlich führt Sperrmüllabholungen durch, wovon die Bürger der Zweckverbandsgemeinden Aying, Brunnthal, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Hohenbrunn, Neubiberg und Putzbrunn „profitieren“, wie Almer sagt. In Taufkirchen hingegen habe „die ältere Bevölkerung, die sich vielleicht kein Auto leisten kann, keine Möglichkeit, mal einen Stuhl wegzuschmeißen“.

In der Vergangenheit gab es in Taufkirchen laut Almer „Contain

er an zentralen Standorten“ – was nicht unbedingt zu einem sauberen Ortsbild beigetragen hat. Die Verwaltung erinnert in ihrer Stellungnahme an zahlreiche Missstände im Zuge der früheren Sammlungen: „Es wurden immense Mengen unsortierter Müll (auch Gift-, Sondermüll und Reifen) auf den Haufen geworfen, die Kosten stiegen rapide“, heißt es. Zudem „wurde aus anderen Gegenden Müll dazu geladen, und der Abfall wurde teilweise durch professionelle Firmen durchwühlt und verteilt“. Letztes Argument der Verwaltung gegen die Einführung von kostenlosen Sperrmüllabholungen: „Die Entsorgung ist sehr kostenaufwändig und müsste über eine Erhöhung der Müllgebühren finanziert werden, was zu Lasten aller Bürger geht.“

Diesen Punkt griff Grünen-Fraktionssprecher David Grothe auf: „Ich möchte erst wissen, wie sich die Müllgebühren erhöhen würden, bevor ich dem Antrag zustimme“, sagte er. SPD und CSU hielten die Sammlung generell für nicht notwendig. „Wir haben den Verein Ramadama. Dort kann sich jeder melden, der Sperrmüll hat. Und der holt das dann kostengünstig ab“, betonte Alfred Widmann (SPD). Herbert Heigl (CSU) hob die Hilfe unter Nachbarn hervor, die in solchen Fällen ebenfalls üblich sei: „Die Solidarität in Taufkirchen ist schon hoch.“ Der Antrag der Freien Wähler auf kostenlose Sperrmüllabholungen fiel mit 6:17 Stimmen durch.

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