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Wahlkampf erfahren: Christoph Nadler sitzt seit 1996 im Kreistag, vor fünf Jahren kandidierte er als Landrat. 

Nadler soll es noch einmal versuchen

Grüne nominieren Landrats-Kandidaten

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Die Grünen haben Christoph Nadler als ihren Landrats-Kandidaten bei der Kommunalwahl 2020 nominiert. Es ist sein zweiter Anlauf.

Landkreis – Christoph Nadler will es noch einmal wissen. Die Kreisversammlung der Grünen hat den 63-Jährigen am Mittwoch in München einstimmig als ihren Kandidaten für die Landratswahl am 15. März 2020 nominiert.

Seit 1996 sitzt er im Kreistag, seit 2001 ist er der Sprecher der grünen Fraktion. Vor fünf Jahren errang er bei der Landratswahl respektable 13,2 Prozent, dieses Mal sieht er eine realistische Chance, Amtsinhaber Christoph Göbel (CSU) zu besiegen.

„Wir schwimmen auf einer grünen Welle, haben sensationelle Umfragewerte – jetzt muss etwas passieren im Kreis, nicht nur Sonntagsreden wie von meinem designierten Vorgänger“, sagte Nadler unter dem Jubel von gut 50 Parteifreunden.

Die Grünen verzeichnen spätestens seit der Landtagswahl im Vorjahr massive Zuwächse. Die Zahl der Mitglieder ist laut Kreisverband in anderthalb Jahren im Landkreis von 400 auf knapp 600 Mitglieder gestiegen. Stärkster Ortsverband ist mit 49 Personen Unterhaching.

Nadler freut sich über gute Umfragewerte der Grünen

Landkreissprecherin Sabine Pilsinger begrüßte die Anhänger: „Heute ist ein Jubeltag. Die CSU und die Freien Wähler haben unser Volksbegehren Artenschutz im Landtag akzeptiert, da passt es doch wirklich klasse, wenn wir auch unseren Landratskandidaten nominieren.“ Der heißt Christoph Nadler, wie schon bei der Landratswahl 2014, damals hatte er die Stichwahl verpasst, die Göbel dann knapp gegen Annette Ganssmüller-Maluche von der SPD gewann.

„Aber im Moment stehen alle Ampeln auf grün“, stellte Nadler fest. Grüne Themen seien in der Mitte der Gesellschaft angekommen. „Seit über einem Jahr surfen wir auf einer grünen Welle mit einem sensationellen Landtagsergebnis, dem riesigen Erfolg beim Volksbegehren und aktuell der Fridays-for-Future-Bewegung.“ Die aktuellen Meinungsumfragen mit über 20 Prozent in Deutschland und 42 Prozent in München seien hervorragend.

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„Diese Welle müssen wir für die Kreistagswahl nutzen“, forderte der 63-Jährige, „und die Grünen zur zweitstärksten Partei im Kreistag und mich zum Landrat machen.“ Derzeit verfügen die Grünen über elf Mandate in dem Landkreis-Gremium.

Nadler kritisiert Landrat Christoph Göbel

Nadler wirft Amtsinhaber Göbel vor, dass der im Landratsamt Personal an den falschen Stellen einspare, insbesondere bei der Realisierung und Umsetzung von Energie- und Verkehrskonzepten. „Das wäre eine meiner ersten Amtshandlungen, dort Spezialisten einzustellen“, sagte der frischgekürte Kandidat. Er wolle die längst von allen beschlossene Energiewende endlich umsetzen, anstatt immer nur davon zu reden: Windkraftanlagen nicht nur im Hofoldinger Forst, sondern an vielen Stellen bauen, Photovoltaik-Anlagen entlang Autobahnen und S-Bahnen.

„Bei der Verkehrspolitik will ich schnell, konsequent und nachhaltig Konzepte und Studien umsetzen: den Nahverkehrsplan für Busse und Radschnellwege.“ Ein eklatantes Beispiel für die verfehlte Politik des amtierenden Landrats sei für ihn das 2013 beschlossene Naturschutzgebiet Isartal. Auf Nachfrage habe er erfahren, dass der Antrag nach wie vor in der Schublade schlummere, weil kein Mitarbeiter zur Verfügung stünden. „Da fehlt aber nicht nur das Personal, sondern, sondern auch der politische Wille. Diesen jahrelangen Stillstand werde ich als Landrat beenden.“

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Nadler ist seit 27 Jahren Mitglied im Taufkirchner Ortsverband, aktuell ist er Vorsitzender. Im Kreistag will er auch nach seiner Wahl, wie schon in den vergangenen 23 Jahren, mit allen Parteien versuchen, gemeinsam das Beste für die Bürger herauszuholen. „Sollte die AfD allerdings einziehen, werde ich mit denen auf keinen Fall verhandeln“, bekräftigte er unter großem Applaus, ehe er einstimmig als Kandidat nominiert wurde.

Göbel für die CSU - Bußjäger für die Freien Wähler

Christoph Göbel will Landrat bleiben. Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 will er sich erneut als Kandidat der CSU zur Wahl stellen. Am morgigen Samstag, 6. April, kommt die Kreisdelegiertenversammlung um 10 Uhr im Feststadl in Aschheim zusammen, um den 44-Jährigen zu nominieren. Voraussichtlich wird Göbel der einzige Kandidat sein, einen Gegenkandidaten gibt es bisher nicht. Der Rechtsanwalt aus Gräfelfing ist seit 2014 Landrat und war zuvor seit 2003 Bürgermeister seiner Heimatgemeinde. Bei der Landratswahl vor fünf Jahren gewann Göbel die Stichwahl knapp gegen die damalige SPD-Kandidatin Annette Ganssmüller-Maluche.

Die SPD will erst nach der Europawahl am 25. Mai einen Kandidaten bekannt geben. Bei den Freien Wählern will der stellvertretende Landrat Otto Bußjäger, der seit kurzem im Gemeinderat in Höhenkirchen-Siegertsbrunn sitzt, erneut ins Rennen gehen, für die Nominierungsversammlung steht noch kein Termin fest.

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