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Sport mit Alpenblick gibt‘s  -  wie es die Borussen beim Trainingslager in der Schweiz genossen - auf dem neuen Sportplatz der Grundschule Taufkirchen (Symbolbild).

Grundschule am Wald in Taufkirchen

Sportplatz kommt aufs Dach

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Innovative Lösung: Der Sportplatz für die Grundschule kommt aufs Dach der Turnhalle. Woanders fehlt der Platz. Taufkirchen wird damit zum Vorreiter weit über München hinaus.

Taufkirchen – Not macht erfinderisch: Der Platz für einen Sportplatz fehlt an der Grundschule am Wald für Taufkirchen. Also kommt er aufs Dach der Dreifachturnhalle. Dazu entschied sich der Gemeinderat in einer Sondersitzung. Ein Novum nicht nur im Großraum München.

Noch in der Sitzung zuvor hatten sich nur wenige Mitglieder für diese Pläne begeistern können. Jetzt die Kehrtwende, die Zeit drängt. Mehrfaches Vertagen und zähe Verhandlungen im Vorfeld haben das Zeitfenster geschmälert. Den Stein ins Rollen brachte die Erkenntnis, dass auf dem Baugrundstück zwischen Lindenring und Pappelstraße etwa 400 Quadratmeter weniger Fläche als berechnet zur Verfügung stehen. Das brachte den Schulstandort insgesamt beinahe erneut auf den Prüfstand, wie von den Fraktionen der ILT und Freien Wähler gefordert.

Zu weiteren Grundsatzdiskussionen kam es jedoch nicht. Denen schob die CSU-Fraktion mit einem Antrag einen Riegel vor. Herbert Heigl (CSU) betonte: „Die Entscheidung ist doch getroffen. Ich habe keine Lust, nochmals über den Standort an sich zu beraten.“ Dieser Auffassung folgten elf der 19 Gemeinderäte. Der Tagesordnungspunkt Schulstandort war vom Tisch.

Blieben die bautechnischen Entscheidungen. Ein Allwetterplatz mit Kunstrasen und Weitsprunganlage stellen sich die Planer auf dem Dach der neuen Grundschule vor. So, wie beispielsweise in der Katharinenschule in der Hamburger Hafencity, im Berufsschulzentrum Bautzen oder in der Grundschule an der Sutt in Kempten. „Man braucht keine separaten Umkleide- oder Sanitärräume, die sind in der Schule vorhanden“, erläuterte Architekt Christoph Mauz. Eine Laufbahn müsse allerdings an anderer Stelle des Grundstücks entstehen. Doch mit höheren Folgekosten sei später nicht zu rechnen. „Begehbare Flachdächer sind heute Standard.“ Etwa 200 000 Euro veranschlagt er aufgrund des technischen Aufwands.

Michael Lilienthal (Freie Wähler), zunächst skeptisch, ließ sich überzeugen. „Architekten müssen Visionen haben, es ist ein Pilotprojekt und eine Werbung für Taufkirchen als Hightech-Standort.“ Rosemarie Weber (SPD) fand es „eine charmante Idee, mal etwas ganz Neues zu machen“. 

Das sah Edith Hirtreiter (ILT) ein wenig anders. Sie mahnte, man solle an die Kinder denken. Alles auf kleinste Fläche zu pressen, halte sie nicht für angebracht. Sie stimmte, ebenso wie ihre Fraktionskollegen Beatrice Brückmann, Renate Meule und Peter Soellner (SPD) gegen den Sportplatz auf dem Dach. 

Erleichterung herrschte indessen bei Bürgermeister Ullrich Sander (parteilos). „Wir sind einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Freuen Sie sich auf eine schöne neue Schule und einen Sportplatz, von dem man die Alpen sieht“.

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