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Was wird auf der Grundschule am Wald? Fachleute halten das bisherige Sanierungskonzept für schlecht durchdacht.

Grundschule am Wald

Glatte Sechs fürs Sanierungskonzept

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Taufkirchen - Was wird aus der Grundschule am Wald in Taufkirchen? Fachleute zerpflücken die bisherigen Sanierungspläne - und zeigen neue Lösungen auf. 

In Würde altern lassen, „Light-Sanierung“ oder Neubau? Die Diskussion um das Schicksal der Grundschule am Wald in Taufkirchen geht in die nächste Runde. Ihre Hausaufgaben gemacht hatten allerdings die beauftragten Experten. Dem aktuellen Sanierungskonzept gaben sie vor dem Gemeinderat jetzt die Schulnote Sechs. 

Zahlreiche Varianten lagen für die betagte Schule seit 2014 immer wieder auf dem Tisch: ein Neubau am Standort Pappelstraße, auf den Kegelfeldern, zuletzt sogar eine kurzfristige Erweiterung per Pavillon im Lichthof. 

Aufgrund der Kosten priorisierte der Gemeinderat zuletzt die Sanierung der Schule. Mit den beauftragten Fachleuten kommt womöglich erneut die Wende: Auf Herz und Nieren überprüften Jörg Günter vom Münchner Ingenieurbüro Hitzler und der Architekt Peter Schwinde eine Sanierung des in die Jahre gekommenen Objekts. „Wir haben dabei verschiedene Varianten durchgespielt“, sagt Schwinde, seit mehr als 22 Jahren im Geschäft. Probleme bereiteten vor allem der Brandschutz, aber auch die zu erwartende Erweiterung von Vier- auf künftig Sechszügigkeit. 

Je mehr die Planer unter die Lupe nahmen, desto offensichtlicher wurde eines: Das Brandschutzkonzept könne wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Auch die Fassade der Schule, die 2001 erst erneuert worden war, zeige bereits Schäden. „In diesem Zustand ist sie in fünf bis zehn Jahren wieder zu sanieren“, urteilt Schwinde. 

Bei einer Ortsbegehung sei ihnen darüber hinaus eine „schlechte Luft-Raum-Qualität“ aufgefallen, begründet von einer „suboptimalen Fensterteilung“, die das Lüften erschwere. Weitere Negativ-Punkte: die starre Stahlskelett-Bauweise des Gebäudes sowie die generalsanierungsbedürftigen Oberflächen des Sporttrakts. 

Günter und Schwinde zeigten aber auch Wege aus der Misere. Variante eins: „Man könnte die Schule in Würde altern lassen, mit etwas baulicher Kosmetik“, meint der Architekt. Das würde ihr nochmals zehn bis 15 Jahre geben, nicht aber den steigenden Raumbedarf decken. Kostenpunkt: etwa 6,74 Millionen Euro. Variante zwei: Eine „Light-Sanierung“ würde mit 19,08 Millionen Euro zu Buche schlagen, enthalten sei hier die Möglichkeit der Sechszügigkeit. Eingeschossige Gebäudeteile würden abgerissen und dreigeschossig ersetzt. „Das pädagogische Konzept wird hier allerdings nicht abgebildet“, erläutert Schwinde. Variante drei: Freilich gäbe es weiterhin die Möglichkeit einer Generalsanierung im Bestand, also dem Rückbau auf den Rohbau. „Aber diese Variante ist vom Kostenaufwand nicht zu empfehlen“, bremste Günter darauf gleich ab. 32,3 Millionen Euro wären in diesem Fall fällig. 

Ein Neubau am Standort in Form eines „Dreizack-Gebäudes“ stelle dagegen ein schlüssiges Gesamtensemble nach modernen Maßstäben dar, so der Architekt. Die Sporthalle würde abgerissen und das Projekt in drei Bauabschnitten realisiert. „Bei laufendem Schulbetrieb wäre dies möglich“, betont Schwinde. Die Kosten beziffert er auf rund 31,55 Millionen Euro bei einer Lebenszeit von gut 40 Jahren. Mit 30,68 Millionen Euro nur wenig günstiger dann die letzte der Variante – häufig diskutiert und ebenso oft kritisiert: der Ersatzneubau an anderem Standort. Im Kontext genannt waren in der Vergangenheit immer wieder die Kegelfelder. 

Guter Rat ist nun teuer. Das schwant auch Bürgermeister Ullrich Sander (parteilos). „Bei unserem Sanierungskonzept werden uns die Kosten davonlaufen“, fürchtet er. Die Präsentation sei eine gute Basis gewesen, um jetzt weitere Schritte zu erörtern. Das will der Taufkirchner Gemeinderat in einer eigens einberufenen Sondersitzung tun.

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