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Blasmusik in rustikalem Ambiente: Die „Kinstoaner“ spielen im Heimatmuseum Wolfschneiderhaus.

Im Heimatmuseum

Hoagascht im Wolfschneiderhof: Rundum gelungen

Taufkirchen - Als rundum gelungen betrachteten die Besucher den Hoagascht im Heimatmuseum Wolfschneiderhof, mit dem der Förderverein „Freunde des Wolfschneiderhofes in Taufkirchen“ den Veranstaltungszyklus zum 30-jährigen Bestehen einleitete.

Aus Kiefersfelden war das Blechbläserensemble „Kieferer Gießenbachklang“ eingetroffen und gestaltete den Hoagascht abwechslungsreich, sodass die drei Stunden wie im Flug vergingen. Von der Galerie aus musizierten die Gäste, keineswegs etwa krachert, an zwei Flügelhörnern, Bassflügelhorn und Tuba sowie diatonischer Harmonika und Harfe und bescherten den Freunden der Volksmusik eine Vielfalt. Zur Brauchtums-Pflege gehören freilich vor allem auch Trachten, ebenfalls aus dem Raum Kiefersfelden, die vorgestellt und erklärt sein wollten. Da war manches über die Stoffe und das Nähen zu erfahren. Im Biedermeier etwa habe man bunte Trachten geschätzt, dabei insbesondere auch unterschiedliches Grün, ja sogar giftgrüne Hüte. Zu Bundlederhosen und Haferlschuhen trug man selbstgestrickte blaue Strümpfe, an Feiertagen weiße. „Die Weiberleut“ schmückten sich mit rotem oder grünem Mieder zum Rock aus schwarzer Wolle. Die Musiker wiederum erinnerten an den österreichischen Komponisten Gottlieb Weißbacher. Bei einer Auslese aus dessen Märschen beherrschten sie auch flottes Tempo, so beim „Martscheiner“ zur Eröffnung, bei den zünftigen „Bergkameraden“ und dem „Gruß vom Stubaital“ zum Abschied. Der „Weißwurst-Polka“ des auch als Leiter von Blaskapellen aus Nord- und aus Südtirol beliebten Volksmusikers folgte, aus anderer Feder, der nicht minder schwungvolle Walzer „Schöne Erinnerungen“. Umrahmt von solchen Tanzsätzen traten Markus Schmid, im Hauptberuf wie Komponist Weißbacher Postbediensteter, und seine Frau als Zwoagsang mit humorigen Versen auf. Gemächlich ging’s zu bei Abschnitten, wo der Polka „Kam z’glabn“ ein Schlagabtausch des Zwoagsangs sowie dann der Mittenwald-Boarischer folgten. Wie munter sich der Marsch „Lagrein dunkel“ anhört, der auf eine Südtiroler Rotweinsorte anspielt, konnte man ebenfalls erleben. Den fröhlichen Walzer „Für’s Gmüat“ gestalteten die Bläser wunderschön beschwingt, den Boarischen „Der Hopfgartner“ ohne Hast als Andante. Die Mitwirkenden wollten den Zuhörern Besinnliches auf den Weg geben, so trug der Zwoagsang Verse über „Die Zufriedenheit“ mit jeweils komischem Ausgang vor, gefolgt von den Bläsern mit feierlichem „Dankn für an jedn Tag“, ein Lied der Inntaler Sänger. Und der getragenen Weise „A ganze Weil“ schloss der Zwoagsang stimmungsvoll das „Kimmt schee hoamli die Nacht“ an, in die man, nach Zugaben, die Besucher entließ.

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