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Es ist die erste Abschlussrede, die Schulleiterin Nicola Kurpas an der Mittelschule Taufkirchen hält.

Hochemotionale Zeugnisverleihung an der Mittelschule Taufkirchen

Wichtiges Etappenziel

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„Danke, dass wir Ihre Schüler sein durften.“ Lehrer, die diesen Satz bei einer Abschlussfeier hören, haben offensichtlich alles richtig gemacht. An der Mittelschule Taufkirchen gibt es gleich mehrere davon.

Taufkirchen – Krankenschwester, Ersatzmama, Sekretärin, General: Sarah Worbs hat viele Rollen als Klassenleiterin der 9b an der Mittelschule in Taufkirchen angenommen. „Wissensvermittlerin am wenigsten“, sagte sie bei der Verabschiedung der Absolventen im Jugendzentrum „Next Level“.

46 Schüler haben an der Mittelschule Taufkirchen ihren Abschluss gemacht – 34 Neuntklässler (darunter 18 mit Quali) und zwölf Zehntklässler, die mit der Mittleren Reife ins Berufsleben starten. Die Besten: Susanne Wacker (9a) mit einem Notendurchschnitt von 1,66 und Florian Heptner (10V2) mit 1,44. Im Mittelpunkt der Abschlussfeier standen aber nicht die Noten, stattdessen erlebten die Gäste den hochemotionalen Abschluss einer Lebensphase, die alle – Schüler wie Lehrer – stark geprägt hat.

So kämpften nicht nur die Absolventen mit ihren Gefühlen, auch bei den Lehrern flossen Tränen. Auf Klassleiterin Sarah Worbs hielt Aleyna Cetinkaya (15) im Namen ihrer 18 Mitschüler eine von Herzen kommende Rede. Minutenlang war es mucksmäuschenstill im Saal. „Frau Worbs und Frau Bessinger, das waren unsere Ersatzmütter. Und wir ihre 19 Kinder“, sagte Aleyna ins Mikrofon. „Nachname: 9b, Vorname: Familie.“

Die so Geehrte bestätigte die tiefe Verbundenheit: „Wir haben unsere Reden unabhängig voneinander geschrieben. Aber es steht exakt das Gleiche drin.“ Zum Abschluss gab es Blumen, Schokolade und Umarmungen für Worbs, aber auch für ihre Kollegin aus der 9a, Stefanie Stark, und den Klassenlehrer der 10V2, Frank Stark.

Zwar hatten die beiden Sprecherinnen der 9a zuvor in ihrer Rede bekannt, „dass wir zunächst in eine Schockstarre verfallen sind, als wir hörten, dass Frau Stark unsere Lehrerin wird“. Doch die befürchtete Strenge entwickelte sich schnell in eine andere Richtung: „Sie waren uns fast wie eine zweite Mutter – und eine Wegweiserin.“ Stark selbst erwiderte das Lob mit Freudentränen und einem „Ich bin stolz auf euch“, dem das Kollegium nur zustimmen konnte.

„Fast alle Absolventen“, berichtete eine Absolventin, haben bereits einen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Das spricht für das Engagement der Schüler. „Die meisten von euch haben sich im Abschlussjahr richtig reingehängt“, lobte Rektorin Nikola Kurpas in ihrer Abschlussrede – die erste, die sie als Schulleiterin an der Mittelschule Taufkirchen hielt. „Mit euren starken Leistungen habt ihr bewiesen, dass in der Öffentlichkeit allzu oft ein falsches Bild von der Mittelschule gezeichnet wird.“

Frank Stark wiederum hatte es in seiner 10V2 mit zwölf Jungs beziehungsweise jungen Männern zu tun, die die Schule mit der Mittleren Reife verlassen wollten. „Zwölf Jungs, kein Mädchen. Dafür Männerwitze und raue Töne: Das hat schon gepasst“, resümierte er vor der Verleihung der Zeugnisse.

Diese bedeuten für die Schüler ein „Etappenziel“, erklärte Kurpas. „Aber ihr habt noch viele weitere Etappen vor euch!“ Dass sich die Schüler dabei jederzeit Rat bei ihren „ehemaligen Lehrern an der Mittelschule“ holen dürfen, betonte Stefanie Stark. „Wir lassen euch heute Abend nun ziehen, aber ich würde mich freuen, wenn mich der ein oder andere mal an der Mittelschule besuchen.

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