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300 statt 50 Bäume hat der Grundbesitzer an der Robert-Koch-Straße/Ecke Lise-Meitner-Straße fällen lassen. 

Grundbesitzer schafft Fakten in Taufkirchen

Hotel-Neubau folgt zwei illegalen Rodungen 

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Taufkirchen -Mehr als 330 Bäume hat ein privater Grundbesitzer auf dem Gewissen. Zweimal hat er illegal fällen lassen. Nun soll auch noch sein neues Hotel größer werden als geplant.

Es war ein Bild der Zerstörung, das ein Grundstückseigentümer im Oktober 2016 in Taufkirchen angerichtet hat. Ohne Genehmigung ließ er mehr als 30 Bäume auf dem TIP-Gelände beiderseits der Lilienthalstraße fällen (wir berichteten). Der Grund: Auf der Fläche der früheren Tennisplätze soll ein Hotel garni mit 84 Betten entstehen. An diesem Standort wurden zehn, größtenteils gesunde Laubbäume gefällt. Westlich der Lilienthalstraße fielen sogar 23 Bäume. 

Der Bauausschuss Taufkirchen hat den dreigeschossigen Hotel-Neubau samt Tiefgarage in seiner Sitzung kurz vor Weihnachten genehmigt. Bei 42 Zimmern entschied der Ausschuss, dass knapp 60 Parkplätze herzustellen sind, vermeldet Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) auf seiner Facebook-Seite. Baubeginn soll in diesem Frühjahr sein.

Hohes Bußgeld? Ist noch offen

Ob dem Eigentümer bis dahin ein Bußgeldbescheid für die illegalen Rodungen ins Haus flattern wird, ist offen. Laut Sander ist die Gemeinde in dieser Angelegenheit „derzeit noch im Verfahren“. Allerdings: „Passieren wird in jedem Fall etwas“, versichert der Gemeindechef.

Denn: Besagter Eigentümer ist nicht nur für die über 30 abgeholzten Bäume an der Lilienthalstraße verantwortlich. Im Juli 2016 hatte er bereits ein komplettes Wäldchen an der Robert-Koch-Straße fällen lassen. Im Oktober, unmittelbar nach den zweiten illegalen Rodungen, hat sich Taufkirchens Zweiter Bürgermeister Alfred Widmann (SPD) gegenüber dem Münchner Merkur für ein hohes Bußgeld ausgesprochen: „Bei 5000 Euro lächelt der doch bloß.“

Plötzlich drei statt zwei Vollgeschosse

Fakten geschaffen hat der Eigentümer auch bei seinem aktuellen Bauvorhaben – und zwar hinsichtlich der Geschossanzahl des Hotels. Laut Bebauungsplan „TIP“ sind auf der Fläche Gebäude mit maximal zwei Geschossen erlaubt. Der Bauwerber plante in einem ersten Antrag mit einem dritten, zurückversetzten Terrassengeschoss – und erhielt dafür im April 2015 einen positiven Vorbescheid vom Landratsamt.

In dem im Bauausschuss behandelten Antrag tauchte das zurückversetzte Terrassengeschoss nun jedoch als drittes Vollgeschoss auf. Der ursprünglich beantragte Rücksprung des Dachgeschosses soll entfallen. Da jedoch sowohl die maximal zulässige Wandhöhe von zehn Metern (beantragt sind 9,90 Meter) als auch die Grund- und Geschossflächenzahlen eingehalten werden, gab es im Ausschuss kein Veto. Die Abstimmung erfolgte einstimmig.

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