Eilantrag

Eine FOS/BOS für Taufkirchen?

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Kommt eine FOS/BOS nach Oberhaching? Nach Sauerlach? Oder doch nach Taufkirchen? Nach der Diskussion um den Bau neuer Schulen im Landkreis München bringt sich die ILT (Initiative Lebenswertes Taufkirchen) mit einem Eil-Antrag in die Debatte ein – und fordert, dass sich auch Taufkirchen als Standort für eine Berufliche Oberschule bewerben soll.

Taufkirchen/Landkreis - Der aktuelle Schulbedarfsplan hält eine dritte FOS/BOS im Landkreis, und zwar im südlichen Raum, für erforderlich. Oberhaching und Sauerlach haben ihr Interesse bekundet, wobei beide gerne einen Schulcampus hätten, das heißt, eine FOS/BOS mit einer Realschule kombinieren würden.

Der Chef des Instituts für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik hatte vergangene Woche eine leichte Präferenz zugunsten von Oberhaching erkennen lassen (wir berichteten). Ähnlich äußert sich auch Landrat Christoph Göbel (CSU): „Deisenhofen wird von der S-Bahn und von der Bayerischen Oberlandbahn angefahren. Deshalb würde der Standort sehr gut funktionieren“, sagte er gestern dem Münchner Merkur.

Und Taufkirchen? „Auch darüber denkt man nach“, antwortete Göbel. „Auf diese Idee sind wir nicht erst durch den ILT-Antrag gekommen.“ Grundsätzlich würden die im Schulbedarfsplan genannten Zahlen noch nicht ausreichen, verdeutlichte Göbel. Bevor eine neue FOS/BOS gebaut werde, müsse das Kultusministerium eine Probeeinschreibung durchführen. Weitere Kriterien seien der Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr und die Bedingung, „dass die neue FOS/BOS nicht zu dicht und zu nah auf anderen Beruflichen Oberschulen sitzt“.

Der Kreistag soll sich am 3. April mit dem Thema befassen. „Ich wünsche mir, dass das Gremium den Bedarf anerkennt“, sagt Göbel. Danach müsse die Diskussion in den Schulzweckverbänden geführt werden und zu einem Ergebnis kommen. Einen Beschluss des Kreistags hätte Göbel gerne noch vor der Sommerpause.

Als Argumente für eine FOS/BOS in Taufkirchen führt die ILT in einer Pressemitteilung die gute öffentliche Anbindung und das „Schüleraufkommen“ ins Feld. Letzteres sei aufgrund der bestehenden Realschule in Taufkirchen wesentlich größer als in den beiden anderen Gemeinden. Als Standort schlägt ILT-Fraktionsvorsitzende Edith Hirtreiter die Kegelfelder vor. 2015 hatte Taufkirchen angedacht, dort einen Schulcampus mit der Realschule zu verwirklichen. Mittlerweile stehen auf einem Teil der gemeindlichen Fläche Wohnungen für Asylbewerber. Die Gemeinde befindet sich nach Auskunft des Bürgermeisters in Gesprächen mit den privaten Grundstückseigentümern der Kegelfelder: „Grundsätzlich halte ich den Standort für nicht verkehrt, aber aktuell sind die Flächen dort nicht verfügbar.“ In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 30. März, wird sich der Taufkirchner Gemeinderat mit dem ILT-Antrag befassen.

Sophia Heyland

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