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Nichts mehr in der Hinterhand : Ein erneuter Einbruch der Gewerbesteuer bringt Taufkirchen in Bedrängnis.

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Klammes Taufkirchen

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Knapper war es lange nicht: Weniger Gewerbesteuereinnahmen plus höhere Kreisumlage macht: ein dickes Minus im laufenden Betrieb der Gemeinde Taufkirchen. Mit 3,7 Millionen Euro muss das Loch im Verwaltungshaushalt 2018 gestopft werden.

Taufkirchen – Bis runter zu den Tausender-Beträgen haben die Mitglieder des Taufkirchner Finanzausschusses in den vergangenen Tagen gerechnet – immer auf der Suche nach Einsparungen im Haushaltsentwurf. Im Ergebnis kommt die Gemeinde zwar auch 2018 ohne weitere Kredite aus, dennoch waren die Mahnungen von Kämmerer Jan Modrzinski deutlich: „Ich bin seit 2010 in Taufkirchen, und erstmals können wir den Verwaltungshaushalt nicht ausgleichen, obwohl die Einkommenssteuereinnahmen sehr hoch sind.“

Als Einnahmen laufen im Verwaltungshaushalt (VWH) Steuern, Gebühren und Zuschüsse auf; auf der Ausgabenseite stehen Personalkosten, Gebäudeunterhalt und die Kreisumlage. Weil Taufkirchen 2016 hohe Gewerbesteuereinnahmen hatte (14,7 Millionen Euro) fällt die Umlage, die immer zwei Jahre zeitversetzt zum Tragen kommt, 2018 besonders hoch aus.

Handlungsfähig bleibt die Gemeinde nur durch ihre Rücklagen. Im Haushaltsansatz für 2017 war eine Entnahme von 10,9 Millionen Euro vorgesehen. Dank der hohen Gewerbesteuer konnte die Gemeinde darauf aber verzichten – und noch Geld zuführen. Stand der Rücklagen 2018: 16,5 Millionen Euro.

Davon allerdings müssen 13,3 Millionen Euro abgeschöpft werden, um die beschlossenen Investitionen zu finanzieren. Für die insgesamt 33,6 Millionen Euro teure neue Grundschule am Wald sollen 3,4 Millionen Euro fließen. Abzüglich der Förderungen von acht Millionen bleiben ab 2019 noch 22,2 Millionen Euro. „Die können wir nur über Kredite finanzieren“, so Modrzinski. Zur Tilgung muss aber ein Überschuss im VWH vorgehalten werden. Mit einem Minus wie 2018 würde Taufkirchen keine Kredite kriegen. „Für einen ausgeglichenen Verwaltungshaushalt brauchen wir Gewerbesteuereinnahmen, die dauerhaft über zehn Millionen Euro liegen“, mahnte der Kämmerer.

Angesichts dieser Zwangslage fielen die Vorschläge von David Grothe (Grüne) und Edith Hirtreiter (ILT) im Ausschuss durch. Grothe wollte die Grundstücksverkäufe (geschätzt 2,5 Millionen Euro) streichen: „Wir wollen doch gar nicht verkaufen.“ Hirtreiter forderte vergeblich, „den versprochenen Zuschuss an den SV-DJK von zwei Millionen Euro in den Haushalt 2018 zu übernehmen“.

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