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Unterhaltungswert: Auch wenn das Fest statt im Freien nun doch im Stadl stattfinden musste, genossen die Besucher den gemütlichen Abend.

Lampionfest am Wolfschneiderhof

Das erste Fest ohne Gordi

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Taufkirchen - Kein lauer Sommerabend bei Laternenlicht und Mondschein. Das hatten sich die die Freunde des Wolfschneiderhofes im Vorfeld gewünscht. Aufgrund der Wetterkapriolen fand das traditionelle Lampionfest heuer im Stadel statt. „Griabig und schee“ war es trotzdem, dafür hatte der Gastgeber mit Herzblut gesorgt.

„Sonst hängen mindestens 60 bunte Lampions im Garten“, bedauert Edith Rösch. Auch die Bänke und Tische dort blieben heuer leer. Aber sie und ihr Ehemann Helmut (75), Vorstand des Vereins, sind aus einem besonderen Holz. Von derlei Maleschen lassen sie sich nicht schrecken. „Jedes dritte bis vierte Jahr habe es bislang geregnet, sagen beide. Gemeinsam mit etwa 15 ehrenamtlichen Helfern machten sie sich unverdrossen ans Werk. Den Garten schmückten trotzdem bunte Lichterketten, „bis an die Grenze der Elektrik“, verrät Helmut Rösch lachend.

Der Wolfschneiderhof an der Münchner Straße stammt aus dem 18. Jahrhundert, ist seit 1983 im Besitz der Gemeinde. Leiter ist der Heimatpfleger und Vize-Vorstand Peter Seebauer. Das alte Anwesen mit Leben zu füllen, Heimat zu vermitteln und das gesellige Miteinander im Ort zu fördern, das hat sich der Verein auf die Fahne geschrieben. „Auch solche Feiern wie heute tragen dazu bei“, sagen die Röschs. Die Entscheidung, das Fest ins Museum zu verlegen, fiel am Freitagmorgen. Den Termin zu verschieben, stand nicht zur Diskussion. „Seit einem Jahr sind die Musiker bereits gebucht“, erzählt Edith Rösch, sie ist auch im Beirat aktiv. Die „Siegertsbrunner Dorfmusikanten“ um ihren Gründer Franz Nachbichler sind schon seit mehr als einem Jahrzehnt dabei. Statt draußen zum Tanz spielten die renommierten Musiker locker von der Galerie herunter unverfälschte bayerische Volksmusik ohne Verstärker und Tamtam. Selbst wenn die Fünf spielten waren gesellige Gespräche mit dem Tischnachbarn drin.

Duftender Zwiebelkuchen, Buchteln oder „Guades“ vom Grill: Mit ihren kulinarischen Schmankerln punkten die Gastgeber verlässlich. „Das kommt alles aus dem Ort“, erzählt Edith Rösch stolz. Die Bäckerei und Konditorei Götz, bereits in vierter Generation in der Familie, zählt laut Fachzeitschrift „Der Feinschmecker“ gar zu den 600 Besten der Republik. Und mit der Metzgerei Niedermeier um Inhaber Thomas von Zerboni di Sposetti hätten sie seit Jahren den Partner fürs Herzhafte.

„Das war heute das erste Fest ohne Gordi“, sagt das Ehepaar Rösch. Gründungsmitglied Gordian Baier (68) war erst im Juli einem Herzinfarkt erlegen, nach einer Feier im Museum (wir berichteten). Er fehle sehr, habe immer geholfen. Sicher wäre er auch heute gern dabei gewesen, sagen die Röschs. Ein Blumengesteck mit Kerze erinnert im Garten an den Verstorbenen, der im Förderverein stets unvergessen sein wird.

Kräuterbuschen-Verkauf hilft verletzten Kindern

Agnes Laubhart 

Nicht minder beliebt sind auch die Kräuterbuschen, die Agnes Laubhart zu Mariä Himmelfahrt fertigt. Seit 2008 ist die 61-Jährige im Förderverein aktiv. Das Wissen um die Buschen hat sich die ehemalige Bäuerin selbst angeeignet. 

Mindestens sieben verschiedene Kräuter sind enthalten. „Die Königskerze kommt in die Mitte“, erzählt sie kundig. Zum Duftpotpourri vereint sind hier Goldrute, Lavendel, Malve, Eberesche und Thymian. Kräuter und Blüten für 30 Gestecke hat sie gesammelt, zu Sträußen komponiert, jeder zum Preis von fünf Euro. „Ich habe schon eine echte Stammkundschaft“, freut sie sich und strahlt. Der Erlös ist stets für den guten Zweck – heuer für den Verein „Paulinchen“, eine Initiative für brandverletzte Kinder am Klinikum Bogenhausen.

Kathrin Kohnke

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