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Stopp: Rasenmähen und die Arbeit mit Laubbläsern soll in Taufkirchen nur eingeschränkt möglich sein.  

 Laubbläser und Co.

Mittagspause für Krachmacher

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Krachmacher haben mittags Pause in Taufkirchen: Sie müssen zwischen 13 und 15 Uhr schweigen. 

Taufkirchen – Feierabend in lauer Sommerluft: Füße hochlegen, vielleicht ein kühles Bier – und dann schaltet der Nachbar den Rasenmäher ein. Was nun? Zum Nachbarn gehen und fragen, ob er vielleicht erst morgen mähen könnte? Oder die Lärmschutzverordnung der Gemeinde Taufkirchen hervorholen? Klingt umständlich? Das findet der Taufkirchner Gemeinderat auch.

Er lehnte die von der Verwaltung vorgeschlagene Neufassung der Lärmschutzverordnung deshalb ab. Tenor: Zu aufgeblasen, zu kompliziert, zu missverständlich. „Damit macht sich die Gemeinde zum Mittelsmann für irgendwelche Nachbarschaftsstreitereien“, befürchtete Maximilian Löffelmeier (CSU).

Fest steht aber auch: Rasenmäher ebenso wie Laubbläser setzen den Bürgern zu, für ihren Gebrauch braucht es klare Regeln. „Gerade aus dem Bereich Eschenstraße gibt es sehr viele Beschwerden“, berichtete Ordnungsamtsleiter Wolfgang Walser im Gemeinderat. „Weil hier ein Gewerbegebiet ausgewiesen ist, darf der Laubbläser von 7 bis 20 Uhr laufen: Das hört man doch einige hundert Meter weit.“ Die Bundesimmissionsschutzverordnung, die Laubbläser nur zwischen 9 und 17 Uhr zulässt, mit Mittagspause zwischen 13 und 15 Uhr, gilt nur für allgemeine Wohngebiete. Peter Hofbauer (FW), der vorschlug, die alte Taufkirchner Lärmschutzverordnung einfach auslaufen zu lassen und allein auf die Regeln des Bayerischen Immissionsschutzgesetzes zu vertrauen, fand deshalb keine Mehrheit.

Den Lacher des Abends erntete Rosemarie Weber, die auf die komplizierte Unterscheidung zwischen „grundsätzlich gewerblicher (Garten-)arbeit und ausnahmsweise gewerblicher (Garten-)arbeit“ im Entwurf der neuen Verordnung aufmerksam machte: „Was ist, wenn ich jetzt einen Gewerbeschein à la ,extremly Laubblasing Rosi’ habe: Muss ich dann eine Mittagspause machen oder nicht?“ Ihre Befürchtung: „Wir regulieren uns hier zu Tode!“

Für strenge Regeln plädierte derweil Beatrice Brückmann (ILT): „Warum erlauben wir Laubbläser nicht nur im Herbst, wenn auch wirklich Laub fällt?“, fragte sie. Die Replik von Ordnungsamtsleiter Walser: „Wenn Sie den Firmen verbieten, Laubbläser zu benutzen, kommt das fast einem Berufsverbot gleich.“ Zudem machte Brückmann auf die Gefahr selbstfahrender Rasenmäher am Abend aufmerksam. „Es gibt viele Kleintiere, zum Beispiel Igelkinder, die abends hervorkommen und von dem Mäher verletzt werden.“

Zustimmung fand schließlich der Vorschlag von Michael Lilienthal (FW): Die Lärmschutzverordnung soll noch einmal überarbeitet und vor allem entschlackt werden. Arbeiten sollen grundsätzlich werktags zwischen 8 und 20 Uhr möglich sein, für Laubbläser und Rasenmäher soll eine Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr gelten. Lilienthal: „Man muss festhalten: Wenn es keine Laubbläser gäbe, bräuchten wir die Lärmschutzverordnung gar nicht. Denn die anderen Punkte sind kaum noch relevant: Ich zum Beispiel habe seit Jahren niemanden mehr gesehen, der einen Teppich ausklopft.“

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