Enttäuschte Sportler: Die Delegierten des SV-DJK Taufkirchen sind nach der Absage für eine Erweiterung des Sportparks ernüchtert.  

Nach Absage für Sportpark-Erweiterung in Taufkirchen

SV-DJK-Chef schmeißt hin

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Heftig: Nachdem der Gemeinderat Taufkirchen eine Sportpark-Erweiterung abgelehnt hat, wirft der Chef des Sportvereins hin. Der Frust sitzt tief.

Taufkirchen – Die Enttäuschung sitzt tief, der Ärger ist groß. Nun zieht Klaus Brandmaier, Vorsitzender des SV-DJK Taufkirchen, seine Konsequenzen aus der Entscheidung des Gemeinderats gegen eine Erweiterung des Sportparks: Brandmaier tritt als Präsident zurück, er sieht keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Bei der Delegiertenversammlung des Vereins am Donnerstagabend kritisierte er vor allem die Art und Weise, in der die Sportparkerweiterung abgelehnt worden war. „Ich fühle mich persönlich von der Gemeinde vorgeführt.“

Die Entscheidung, den Vorsitz zum 31. Dezember aufzugeben, sei ihm nicht leicht gefallen. Sein Amt habe er stets mit Herzblut ausgefüllt. Nach der Entscheidung bei der Gemeinderatssitzung am 19. Oktober sei es ihm aber nun nahezu unmöglich, „unbefangen mit der Gemeinde zusammenzuarbeiten.“

Ein Beleg für die Stimmung im Verein, eine Art lähmendes Entsetzen, ist der Antrag sein, den das Präsidium Anfang Oktober für die Delegiertenversammlung aufgesetzt hatte. Punkt für Punkt sind in dem Schreiben die nächsten Schritte ausformuliert: Gymnastik- und Fitnessräume, Ausdauer- und Kraftgeräte, Sauna. Offenbar hatte niemand damit gerechnet, dass der Gemeinderat den Zuschuss verweigern und das Projekt beerdigen würde.

Dass die Entscheidung unter Ausschluss der Öffentlichkeit fiel, kann Brandmaier bis heute nicht nachzuvollziehen. Durch einen „Verfahrenstrick“ habe die Gemeinde die Debatte in den nicht-öffentlichen Teil der Sitzung verschoben. „Das ist die Art von Demokratieverständnis und fehlender Transparenz, die zu Politikverdrossenheit führt.“

Kritik: Ratsmitglieder kommen nicht zur Versammlung

Dass sich eine Handvoll Gemeinderäte in die Delegiertenversammlung wagte, nötigte Brandmaier Respekt ab. Jedoch seien nur die gekommen, „die den Mut hatten, sich öffentlich zu äußern“. Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) blieb der Versammlung fern. Das sorgte bei den Sportlern für großen Ärger. Gern hätte Brandmaier ihn wissen lassen, wie wichtig moderne Sportstätten für Breitensportvereine seien. Ohne zeitgemäße Angebote sei ein Überleben auf Dauer nicht möglich. „Die Leute gehen zu kommerziellen Anbietern.“ 1,8 Millionen Euro hätte die Gemeinde in den Ausbau des Sportparks investieren sollen. Dazu die Bürgschaft für Kredite des Vereins. Demgegenüber stünden 50 Millionen Euro für eine Schule in Taufkirchen. „Sicher, Ausbildung hat Priorität“, pflichtete Brandmaier bei. Aber 1,8 Millionen seien ein überschaubarer Betrag für den Gegenwert an sozial-integrativer Arbeit, die der Verein leiste.

„Verein hängt am Tropf der Gemeinde“

„Wie also geht’s weiter?“, fragte der scheidende Vorsitzende ins Rund der 89 Delegierten und rund 60 weiteren Zuhörer. Man müsse einen Weg finden, Einnahmen zu steigern und Mitglieder zu gewinnen. „Ohne die Sportstätte allerdings hängt der Verein am Tropf der Gemeinde.“ Und gefällt ihm nicht.

In einer Art letzter Amtshandlung forderte Brandmaier den Bürgermeister auf, Abstimmungsverhalten und die Wortbeiträge entscheidenden Sitzung des Gemeinderats, in der die Erweiterung abgelehnt wurde, öffentlich zu machen. Die Gemeinderäte Rudi Schwab (Grüne), Michael Lilienthal (FW) und Matteo Dolce (SPD) verteidigten ihre Entscheidung gegen den Verein, bedauerten aber, sie in nicht-öffentlicher Sitzung getroffen zu haben. „Das war feige“, gab Dolce zu. Auch wenn die Gemeinde den Weg vorgab, „wir hätten uns darüber hinweg setzen müssen“.

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