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Neue Discounter und einige Umzüge: Das tut sich in diesem Jahr in Taufkirchen

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Von: Doris Richter

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Warteschleife: Am Winninger Weg soll nach aktuellem Stand das neue Altenheim entstehen, doch die Planungen dauern länger als gedacht.
Warteschleife: Am Winninger Weg soll nach aktuellem Stand das neue Altenheim entstehen, doch die Planungen dauern länger als gedacht. © Doris Richter

Neue Schulgebäude, neue Wohnungen, neues Gewerbe, große Planungsgebiete – vieles wurde im vergangenen Jahr in Taufkirchen in Angriff genommen, während andere Projekte ins Stocken geraten sind. Ein kurzer Überblick über die derzeit größten Baustellen und Sorgenkinder im Ort und welche Projekte anstehen.

Taufkirchen - Eigentlich hätte es möglichst schnell gehen sollen mit dem neuen Altenheim. Doch zwischenzeitlich ist es sehr ruhig geworden um den geplanten Neubau am Winninger Weg. Klar ist nur: Das Seniorenwohnheim am Hachinger Bach muss umziehen. Das Haus entspricht nicht mehr den Standards, einige Zimmer können nicht mehr belegt werden. Vor kurzem hat nun auch der Betreiber, die Diakonie Hohenbrunn, erklärt, aus finanziellen Gründen die Trägerschaft abzugeben an die Arche Noris gGmbH. Wie lange die auf einen Standort für das neue Haus warten wird, ist unklar. Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) hat bereits Kontakt mit dem Geschäftsführer aufgenommen und ist zuversichtlich. Die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern, die sich lange hinzogen, seien laut Sander so gut wie abgeschlossen. Im nächsten Jahr soll das Thema öffentlich im Gemeinderat besprochen werden. Danach ist eine Bürgerbeteiligung geplant. 2022, hofft Sander, soll der Bebauungsplan für das Grundstück am Winniger Weg, wo das neue Heim nach aktuellem Stand gebaut werden soll, fertig sein. 2023 könnte mit dem Bau begonnen werden.

Grundschule fast fertig

Eigentlich sollte die neue Grundschule am Wald seit Anfang dieses Schuljahres längst eröffnet sein. Doch der Bau zieht sich. Wie überall gibt es Probleme bei der Materialbeschaffung und mit Kostensteigerungen. Erst kürzlich erklärte Kämmerer Jan Gradl am Rande einer Gemeinderatssitzung, dass man zwar noch im Kostenrahmen der geplanten 35 Millionen Euro liege, doch der eingeplante Puffer sei nun aufgebraucht. Für Pfingsten 2022 ist der Umzug geplant.

Pläne für Mittelschule

Zügig vorangehen soll es nun auch bei der Mittelschule. Erst kürzlich hatten die Architekten ihren überarbeiteten Entwurf für den geplanten Neubau im Bauausschuss des Gemeinderats präsentiert. Und die Mitglieder waren begeistert. Der aktuelle Plan sieht ein kompaktes Gebäude mit vier Geschossen im Norden des Grundstücks vor. Daran schließt ein dreistöckiger Gebäudeteil an, den man künftig im Bedarfsfall aufstocken könnte. Südöstlich davon entsteht, in den Boden eingegraben, eine Zweifachturnhalle, auf deren Dach ein Sportplatz oder Pausenhof möglich wäre. Im Zentrum sind die Räume zur allgemeinen Nutzung geplant wie Musik- oder Computerräume sowie Räume, die auch von Vereinen am Abend genutzt werden könnten. Die 19 Klassenzimmer verteilen sich auf die anderen Gebäude. Der Plan sieht außerdem noch einen im Süden angrenzenden Neubau für die Kitas in der Pappelstraße. Doch das wollen die Gemeinderäte noch schieben. Kommt doch der Neubau teuer genug: Bis zu 45 Millionen Euro könnte die neue Mittelschule nach ersten Schätzungen kosten. Laut Ullrich Sander liegen die Pläne und das Raumprogramm für die Schule nun bei der Regierung – die letztlich über Neubau oder Sanierung entscheidet.

Mehr Wohnraum

Beim Gemeindebau am Riegerweg, wo 44 Wohnungen entstehen, wird im Frühjahr Richtfest gefeiert. Wie auf vielen Baustellen hatten Engpässe bei Material und Personal den Zeitplan ordentlich durcheinandergebracht, denn eigentlich sollen die ersten Mieter im Frühjahr schon einziehen. Wie es auf dem Grundstück westlich davon weitergeht wird laut Sander wohl zu Beginn des Jahres Thema im Gemeinderat. Der Bebauungsplan für das Gebiet ist rechtskräftig. Nun sind alle gespannt, was dort passiert.

Die Bagger werden im neuen Jahr auch auf dem Gelände am Rotdornweg anrücken, wo 29 Reihenhäuser entstehen. Anwohner erachten die Bebauung als zu dicht und fürchten zusätzlichen Verkehr. Doch nach mehreren Änderungen hatte der Gemeinderat grünes Licht gegeben. Derzeit liegt der Bauantrag beim Landratsamt.

Unklar ist, wann sich die Baulücke schließt, wo einst die Alte Schmiede stand. Dort soll ein Gebäude mit kleiner Gastronomie im Erdgeschoss und Wohnungen darüber entstehen. Mehrmals hatte der Bauausschuss an den Plänen etwas auszusetzen gehabt. Vor allem die Duplexstellplätze in der Tiefgarage missfielen. Laut Sander liegt der Bauantrag nun beim Landratsamt.

Spatenstiche: Das Gewerbegebiet an der Karwendelstraße wächst, 2022 eröffnet hier unteranderem Aldi
Spatenstiche: Das Gewerbegebiet an der Karwendelstraße wächst, 2022 eröffnet hier unteranderem Aldi © Doris Richter

Neues Gewerbe

Das neue Gewerbegebiet an der Karwendelstraße nimmt zunehmend Gestalt an: Bei Aldi und Rossmann wird fleißig gebaut, 2022 soll Eröffnung gefeiert werden. Spatenstich fand Ende des Jahres für den Sitz der Spedition Claus statt. Das Gebäude für Früchte Feldbrach steht längst. Andere kleinere Händler folgen noch. Was niemand angesichts der Corona-Pandemie wirklich erwartet hatte und Bürgermeister Sander freut: „Noch nie waren unsere Gewerbesteuereinnahmen so hoch wie 2021.“

Alles neu am Bahnhof

Wohl im Frühjahr werden nun die beauftragten Architekten ihre Pläne vorstellen, wie die alten Bahnhofsgebäude auf der Ostseite des Bahnhofs neu genutzt werden könnten. Von der Weinbar bis zum Jugendtreff war schon allerhand im Gespräch. Auf dem 12,5 Hektar großen Areal westlich des S-Bahnhofs bis zum Lindenring, inklusive Linden- und Eschenpassage, soll das neue „Quartier am Bahnhof“ entstehen. Die meisten Flächen, unter anderem auch Eschen- und Lindenpassage – gehören der Immobiliengruppe Rock Capital und der Backerei- und Konditoreigenossenschaft Bäko, die am Lindenring ihre Niederlassung hat. Für die Zukunft sind auf der Fläche Gewerbe, Wohnraum und Platz für soziale und kulturelle Einrichtungen geplant. Ein entsprechendes Konzept hat der Gemeinderat bei drei Stadtplanungsbüros in Auftrag gegeben. Bis Februar sollen sie dem Gemeinderat erste Ergebnisse präsentieren. Im weiteren Verlauf sollen auch die Bürger mitreden dürfen.

Neue Nutzung: Die alten Bahnhofsgebäude sollen mit neuem Leben gefüllt werden.
Neue Nutzung: Die alten Bahnhofsgebäude sollen mit neuem Leben gefüllt werden. © Doris Richter

Jubiläen und Feiern

2022 soll es endlich einen neuen Maibaum geben. Die Taufkirchner Burschen sind fest entschlossen. Mit Wache und allem drum und dran. Auch andere Feiern sollen nachgeholt werden: Der SVDJK will sein 20-jähriges Bestehen würdigen, den Sportpark gibt es seit 25 Jahren, der 50. Geburtstag der Siedlung am Wald wurde noch nicht gefeiert. Und ebenso lange gibt es 2022 auch schon die Nachbarschaftshilfe. Ob, in welchem Rahmen und wann die Corona-Lage Feiern zulässt, bleibt abzuwarten.

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