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Die Ottobahn - Neue Form der Mobilität für die ganze Welt

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Von: Doris Richter

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Spatenstich für Teststrecke der Ottobahn in Taufkirchen
Los geht´s: Mit ihren Unterstützern setzte das Team der Ottobahn bei regem öffentlichen Interesses den Spatenstich für die Teststrecke. © Robert Brouczek

Spatenstich in Taufkirchen: Die Ottobahn startet den Bau ihrer Teststrecke nahe dem Ludwig-Bölkow-Campus. Hier soll die Bahn Serienreife erlangen und dann in der ganzen Welt eingesetzt werden.

Taufkirchen – In Gedanken ist Marc Schindler an diesem Donnerstagvormittag der Zeit schon weit voraus: Zusammen mit Investoren und Politikern setzt der Geschäftsführer der Ottobahn den Spatenstich für die Teststrecke der neuen Kabinenbahn. „Und ich bin sicher, es bleibt nicht dabei“, so Schindler, „wir entwickeln hier eine Lösung für die ganze Welt.“ Metropolen vor oder schon mitten im Verkehrskollaps, überfüllte Zufahrten, nervige Staus – bei all dem will die Ottobahn Abhilfe schaffen. Ein Kabinen-Transportsystem, das auf Schienen aufgehängt platzsparend hoch über den Verkehrsflächen Personen und auch Güter von A nach B befördert. Ohne Bahnhöfe. Jeder kann, sofern räumlich möglich, ein- und aussteigen, wo er will. Bis zu vier Leute haben in einer Kabine Platz, die mit eigenem Antrieb unterwegs ist und per App angefordert werden kann.

Teststrecke Ottobahn Taufkirchen
Rundkurs: Auf 900 Metern werden bis zu fünf Gondeln ihre Testfahrten absolvieren. © Simulation: Ottobahn

Das nächste Etappenziel der Ottobahn ist die Serienreife. Ende 2022 soll der Betrieb auf der Teststrecke in Taufkirchen starten, innerhalb eines Jahres sollen alle Pflichtfahrten erledigt sein. Die erste kommerzielle Strecke wollen Schindler und sein Team ab 2023 bauen.

„Eine tolle Geschichte“, findet der neue Minister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter, dessen Vorgängerin Kerstin Schreyer sich für den Bau der Teststrecke eingesetzt hatte. Ihn zu überzeugen, zum Spatenstich zu kommen, sei sicher einfacher gewesen, als Kapitalgeber für das ehrgeizige Unterfangen zu finden, witzelt er. Doch Schindler hat schon einige von der Idee überzeugt – zuletzt Ökovation Ventures, ein auf nachhaltige Unternehmen spezialisierter Fonds, der als Hauptinvestor eingestiegen ist. Auf finanzielle Hilfe von politischer Seite kann die Ottobahn laut Minister Bernreiter ab der Serienreife hoffen.

Politiker träumen von der ersten kommerziellen Strecke

Auf Unterstützung kann sie wohl auch von Ernst Weidenbusch (CSU), stellvertretender Landrat und Landtagsabgeordneter, hoffen, der in Vertretung für Landrat Christoph Göbel gekommen war. „Toll, wenn ich dann einmal mit der Ottobahn von Haar zum Landtag fahren kann – das sind dann 60 Minuten zusätzliche Arbeitszeit, die ich in der Bahn habe“, zeigte er sich begeistert. Dass es nun Taufkirchen geworden ist, darüber freut sich vor allem dessen Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei): „Ein Ort mit großer Mobilitätsgeschichte.“ Gleich nebendran wichtige Unternehmen wie Airbus und Panasonic, dazu die Ideenschmiede auf dem Ludwig-Bölkow-Campus. „Ich hoffe sehr, dass es nicht bei der Teststrecke bleibt, sonder wir irgendwann mit der Ottobahn Richtung München oder auch ins Oberland fahren können“, so Sander.

Zunächst entsteht nun zwischen Autobahn und Ludwig-Bölkow-Campus der 900 Meter lange Rundkurs. Bis zu fünf Fahrzeuge sollen hier 100 000 Streckenkilometer zurücklegen.

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