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Klare Sache? Der alte Straßenname wurde durchgestrichen, der neue darunter angebracht.

18 Monate nach der Umstellung in Taufkirchen gibt‘s noch Probleme

Neue PLZ: Unternehmen droht mit Umzug

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Wenn es bald nicht endlich klappt mit Post, Paketen und Co., dann will Markus Krinninger mit seiner Kanzlei umziehen. Er ist gernevt vom Chaos, das die Umstellung der Postleitzahl hinterlassen hat.

Taufkirchen – Markus Krinninger (42) ist sauer. Seit der Umstellung der Postleitzahl von der 85521 auf die 82024 Taufkirchen werde seine Kanzlei in der Einsteinstraße 28 nicht mehr gefunden, kämen Päckchen teils sechs bis zwölf Tage verspätet an. „Die Post und andere Lieferanten haben auch 18 Monate nach der Umstellung immer noch Probleme“, klagt Krinninger. Seine Reaktion: „Ein halbes Jahr schaue ich mir das noch. Im worst case werden wir Taufkirchen verlassen.“

Der 18 Mitarbeiter starke Betrieb wäre der erste, der wegen des Postleitzahlen-Hickhacks das Handtuch wirft. Seit Januar 2016 gilt in der Taufkirchner Siedlung am Birkengarten und im angrenzenden Gewerbegebiet die 82024. Zuvor war dieser Teil Taufkirchens postalisch über die 85521, also die Postleitzahl der Nachbargemeinde Ottobrunn, erreichbar.

Die Umstellung betraf Weltkonzerne wie die Airbus-Group oder IABG, Forschungs- und Entwicklungsabteilungen am Ludwig-Bölkow-Campus, aber auch viele kleinere Unternehmen, wie besagte Kanzlei von Markus Krinninger und René Neubert, die seit Gründung 2001 mit dem Standort „Ottobrunn“ für sich wirbt.

Die Einsteinstraße ist eine der Straßen, die von der Gemeindegrenze zwischen Ottobrunn und Taufkirchen direkt geschnitten wird. Deshalb gibt es heute eine Einsteinstraße in 85521 Ottobrunn und eine Einsteinstraße in 82024 Taufkirchen. Zuvor allerdings lautete die Postadresse für den gesamten Straßenzug 85521 Ottobrunn.

Für Krinningers Kanzlei bedeutet das: „Bis heute gibt es Fälle, in denen unsere Sekretärin die Spediteure herlotsen muss.“ In diesem Frühjahr habe die Gemeinde Taufkirchen endlich das Straßenregister umgestellt, sodass nun auch eine Einsteinstraße in Taufkirchen zu finden ist. „Vorher gab es die in Taufkirchen gar nicht.“ Die ganze Situation stimme ihn wenig optimistisch, sagt Krinninger und kündigt an: „Wenn sich nichts bessert, werden wir den Mietvertrag mit der IABG Ende des Jahres auslaufen lassen.“

Probleme mit der neuen Postleitzahl gibt es derweil auch in der Nachbarschaft: Anwohner der Siedlung „Am Birkengarten“ liefen von Anfang an Sturm gegen die neue fünfstellige Nummer auf dem Briefumschlag.. Die Gemeinde versuchte, mit einem Fragebogen zu beruhigen, der im Herbst vergangenen Jahres an die Haushalte ging. Darin sollten die Betroffenen möglichst detailliert schildern, welche Zusteller Probleme haben, ob Pakete gar nicht oder nur verzögert ankommen, ob es Probleme bei der Adressänderung, etwa bei Versicherungen oder Online-Bestellungen, gibt.

Seit Dezember 2016 liegen die Fragebögen der Gemeinde vor. Mitte Juni wurden sie endlich an den zuständigen Kommunalbeauftragten der Post weitergeleitet. „Wir haben eine Weile gebraucht, das zu analysieren“, begründet Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) den sechsmonatigen Stillstand, gibt aber auch zu: „Wir haben angesichts vieler anderer Baustellen die Zeit nicht gehabt“. Dennoch, so Sander, habe die Gemeinde „alles getan“, um die Situation zu verbessern: „Sobald uns mitgeteilt wurde, dass es an einer Stelle Probleme gibt, haben wir die Dienstleister angeschrieben, teilweise sogar mehrfach.“

Die Post betont auf Anfrage, dass es der „Wunsch der Gemeinde war, die Postleitzahl zu ändern“ – und dadurch für das gesamte Gemeindegebiet zu vereinheitlichen. Selbstverständlich habe die Post alle Betroffenen, vom Briefträger bis zu den Paketzustellern, über die neue Anschrift informiert. Probleme, wie eine sechs- bis zwölftägige Verzögerung bei der Paketzustellung, kann sich Post-Sprecher Dieter Nawrath nicht erklären. „Dazu bräuchten wir die Sendungsnummern. Das würde weiterhelfen, um eventuelle Schwachstellen zu finden.“

Im Übrigen gelte die ursprünglich für drei Monate anberaumte Übergangsfrist (von Januar bis März 2016) noch immer. Nawrath: „Wir stellen Sendungen mit der alten Anschrift noch immer zu. Allerdings trifft die dann mit mindestens einem Tag Verzögerung ein.“

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