Alles neu gestalten will Paul Haberl junior auf seinem ehemaligen Reiterhof. Heute stehen in den Stallungen exklusive Einrichtungsgegenstände zum Verkauf. Foto: FP

Neues Geschäftsmodell: Vom Reiterhof zum "Hofquartier"

Taufkirchen - Bullenzucht, Reitanlage, Einrichtungszentrum: Der Hof der Familie Haberl in Taufkirchen hat sich über die Jahre immer wieder verändert. Seit einem Jahr betreibt Paul Haberl junior dort das „Hofquartier" - ein Designer-Ausstattungszentrum. Neun Aussteller nutzen die Räume und bezahlen dafür Miete. Im Frühjahr ziehen zwei weitere in die ehemaligen Stallungen.

Seit einem Jahr betreibt Haberl (43) auf seinem Bauernhof in Taufkirchen das Designer-Ausstattungszentrum. Er nennt es „Hofquartier“. Die ehemaligen Stallungen für Bullen und Pferde sind zu Ausstellungsräumen umfunktioniert. Auf mehr als 3500 Quadratmetern bieten die Mieter exklusive Einrichtungsstücke an. Von der maßgefertigten Küchenzeile bis hin zur Badewanne aus Naturstein: Alles soll qualitativ hochwertig sein, alles ist aber auch ziemlich kostspielig.

„Unser Angebot richtet sich an Leute, die Wert auf handwerkliche Qualität legen und etwas Besonderes für ihr Zuhause suchen“, sagt Haberl. Komplettieren sollen das Angebot die beiden neuen Mieter im Frühjahr - ein Sanitärausstatter und ein Pool-Hersteller. In der Auffahrt zum Hof laufen die Bauarbeiten am Schwimmbecken samt Poolhaus und an den Verkaufsräumen auf Hochtouren. Mit dem Ende dieses Bauabschnitts haben Haberl und seine Aussteller rund 2,4 Millionen Euro in den Um- und Ausbau des ehemaligen Hofes investiert.

An den ehemaligen Reiterhof erinnert heute nichts mehr. Wo sich früher einmal der Misthaufen türmte, stehen heute Designer-Terrassenmöbel. Statt Pferden spazieren heute Paare durch die ehemalige Reithalle, auf der Suche nach einem exklusiven Naturbodenbelag. Von den ehemals 80 Pferden, die in den Stallungen untergebracht waren, sind zwei rumänische Huzulen übrig, die Privatpferde der Familie Haberl.

„Es hat sich wirklich alles völlig verändert“, sagt Paul Haberl junior. Bereut habe er seine Entscheidung „keine Sekunde“. Im Jahr 2007 fasste der Landwirt den Entschluss, den Reiterhof mit integrierter Reitschule aufzugeben. „Ich habe damals keine Möglichkeit mehr gesehen, zu expandieren und mich wirtschaftlich zu entwickeln“, sagt Haberl heute. Seither laufen die Umbauarbeiten auf dem Hof, der seit 1896 im Besitz der Familie Haberl ist. An die „Dauerbaustelle“ vor der eigenen Haustür haben sich die Haberls, Papa Paul, Mama Simone (40) und Töchterchen Anna-Katharina (2), gewöhnt.

Mit der Entwicklung in den vergangenen zwölf Monaten ist der Hof-Besitzer durchweg zufrieden. Mehr Aussteller, mehr Verkaufsfläche und mehr Kunden als erwartet habe man im vergangenen Jahr verzeichnet. Und auch das Interesse an den Veranstaltungsflächen für Feste aller Art im und rund um den Hof sei da, sagt Haberl. So soll es weitergehen. Mit Gartentagen Ende April hofft Haberl, weitere Aussteller für das „Hofquartier“ gewinnen zu können, die sich langfristig in der Gemeinde ansiedeln wollen.

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