Enthüllungen um Waffenhersteller Heckler und Koch: Wurden Politiker bestochen?

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Ein Rennen, zwei Tierarten: Ochs Maxl und Reiter Alexander Hintermair laufen gegen die Kamele (v.l.) Khalif und Ali sowie deren Reiter Lena Schmitz und Bernhard Rottenfußer.

Ungleicher Wettbewerb in Taufkirchen 

Ochsen gegen Kamele: Rind Maxl sorgt für faustdicke Überraschung im Rennen

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Zum ersten Mal sind Ochsen und Kamele in Taufkirchen (Landkreis München) um die Wette gerannt. Etwa 5000 Menschen verfolgen das Spektakel – und erleben eine faustdicke Überraschung.

Taufkirchen – Wenige Minuten vor dem Finale heizt der Moderator die Zuschauer in der Taufkirchner Arena am Sportpark an. „Wer gewinnt? Ochs oder Kamel?“, will er wissen. Geschätzt die Hälfte jubelt für die Rinder, die andere für die Wüstenschiffe. Jetzt ruft der Stadionsprecher die Finalisten nacheinander auf. Die Kamele Khalif und Ali schweben leichtfüßig am Publikum vorbei zum Startpunkt. Die Ochsen Maxl und Franz-Josef bummeln bockig hinterher. Nun stehen sie nebeneinander. Schnauze an Schnauze. Vier Tiere, zwei Arten, ein Wettkampf.

Was sich an diesem Donnerstagnachmittag in Taufkirchen abspielt, wird als das erste Ochsen- und Kamelrennen in die Geschichte eingehen. Noch nie zuvor sind diese zwei Tierarten um die Wette gelaufen. Die Taufkirchner Burschen haben sich diesen ungleichen Wettbewerb ausgedacht, den sie im Rahmen des Festes zu ihrem 125-jährigen Vereinsbestehen veranstalten. Etwa 5000 Menschen verfolgen das Spektakel an der etwa 100 Meter langen Rennbahn. Und sie sehen eine Sensation: Ein Ochs schlägt die Kamele.

Ochsen gegen Kamele: Das Rennen im Video

Das hätten die wenigsten gedacht. Vor dem Rennen wetten viele Zuschauer gegen eine Spende auf die Trampeltiere. Renate Karl aus Taufkirchen sagt: „Die Kamele haben längere Beine.“ Das sieht auch Fredierike Schmid aus München so. Zudem sagt sie: „Die Ochsen haben dickere Reiter.“ Die Ochserer sehen das natürlich anders. Während die Rinder unter einem Sonnenzelt aus Kübeln Wasser saufen, trinken Johannes Kalteis und seine Kollegen vom Verein „D’Ochserer Hausnhofen“ eine Mass Bier. „Das sind Maschinen“, sagt Kalteis. Die Kamele müssten aufpassen.

Die Trampeltiere ziehen vor dem Rennen viele Menschen an. Sie lassen sich am Zaun von Kindern streicheln. Bianca Klages vom Kamelhof in Grub im Mangfalltal sagt: „Die Kamele sind grundsätzlich tiefenentspannt.“ Nachher gelte es, die Tiere zum Laufen zu motivieren. Aber sie glaube schon an den Sieg, sagt Klages, die selbst auf Kamal reitet. Einzig ihr Kollege Bernhard Rottenfußer warnt: „Die Ochsen haben ziemlich viel Muskelmasse.“ Es werde spannend.

Trampeltier zum Anfassen: Vor dem Rennen streichelt die vierjährige Katäryna aus Taufkirchen ein Kamel.

Um kurz vor 16 Uhr kommt es zum Showdown: Die Kamele Ali und Khalif sowie die Ochsen Maxl und Franz-Josef haben sich in Vorläufen durchgesetzt. Jetzt scharren sie im Finale am Startpunkt mit den Hufen. Dann beginnt das Rennen.

Ochs Maxl und die Kamele kommen gut aus den Startlöchern. Nach wenigen Metern sind sie gleichauf. Nur Franz-Josef liegt da schon etwas zurück. Alexander Hintermair, der auf Maxl sitzt, macht Boden gut. Ab der Hälfte liegen er und Maxl knapp vorne. Doch die Kamele geben alles. Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende hat Maxl die Schnauze vorn. Hintermaier und die anderen Ochserer reißen die Arme hoch. Das sei eine faustdicke Überraschung, sagt Hintermaier.

Auf Kamelseite fordert man eine Revanche

Auf Kamelseite nimmt man die Niederlage sportlich. Eventuell werde man eine Revanche fordern, so Rottenfußer. Es habe sich jedenfalls gezeigt, dass es spannend sei, wenn diese beiden Tierarten gegeneinader antreten.

Ochsen gegen Kamele: Alle Fotos vom Rennen

Das gleichwohl sehen nicht alle so: Tierschützer der Organisation Peta haben im Vorfeld des Rennens protestiert und die Verantwortlichen von Gemeinde und Landratsamt zum Verbot der Veranstaltung aufgerufen. Der Wettbewerb findet am Donnerstag unter strenger behördlicher Aufsicht satt. Die Ochsen bekamen ein eigenes Zelt zum Schutz vor der Sonne – und genug zum Fressen und Trinken. Das Tierwohl stehe an erster Stelle, sagt der Leiter des Veterinäramtes Hans Marx, der am Donnerstag durchgängig vor Ort ist. Folge man Peta, dürfe man überhaupt keine Freude mehr haben.

Ochs gegen Kamel: Die Sensation

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