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Das „Festival im Sattel“ lockte vor einem Jahr viele Taufkirchner an. Nun sollen die Bürger motiviert werden, auch selber öfter aufs Fahrrad zu steigen.  

Gemeinderat gibt Plan in Auftrag

Profi-Konzept für radfreundliches Taufkirchen

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Taufkirchen will fahrradfreundlicher werden. Nun wird ein professionelles Radwege-Konzept erstellt. Doch für eine große Lösung gibt‘s Hindernisse.

 

Taufkirchen – Dass es schnell gehen kann, wenn die Zeit drängt, stellte Ralf Kaulen im Taufkirchner Gemeinderat unter Beweis. Eine knappe Viertelstunde benötigte er für eine 80-seitige Power-Point-Präsentation. Wichtigste Aussage: Mobilitätsprobleme plus Zuzug heißt: „Wir brauchen neue Konzepte.“

Eines lautet: „Fahrräder rein in die Städte“ – und damit auch nach Taufkirchen. In eine Gemeinde, die laut Kaulen „ein großer zentraler Puzzlestein im Landkreis ist“. Einige Firmen, darunter Ikea, gingen schon neue Wege und arbeiteten mit Lastenfahrrädern, so der Fachmann. Allerdings ergab eine Recherche des Münchner Merkur, dass zumindest in der Filiale in Brunnthal-Taufkirchen „weder solche Fahrräder noch der Service angeboten wird“.

Für die Bürger wünschen sich die Grünen ein fußgänger- und fahrradfreundlicheres Taufkirchen – und stellten im Juni 2016 den Antrag für ein professionelles Radverkehrskonzept. Mit 17:6 Stimmen entschied sich der Gemeinderat nun, das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen an der Maximilianstraße in München damit zu beauftragen und dafür knapp 30 000 Euro zu zahlen.

„Wir wollen nicht mehr nur punktuell Fußwege für Radfahrer freigeben, wir wünschen uns ein Gesamtkonzept, dessen Maßnahmen wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren umsetzen können“, betonte Grünen-Fraktionssprecher David Grothe.

„Wir wissen, wo die Probleme liegen. Aber wir können die Verbesserungen nicht umsetzen“, argumentierte Anton Almer (Freie Wähler). Er wies auf das Problem vieler privater Grundstücke hin, die zum Bau neuer oder breiterer Wege benötigt würden. Dass Grundstücksfragen „sehr komplex sind“, bestätigte Verkehrsplaner Kaulen. „Wir sehen uns deshalb primär den bestehenden Straßenraum an und arbeiten die vorhandenen Sicherheits-, Schilder- und Komfortmängel heraus.“

Zweiter Bürgermeister Alfred Widmann (SPD) befürchtete, dass dem fertigen Konzept ein „studentischer Dreikampf“ blühe: „Lochen, abheften, vergessen.“ Sein Appell: „Da sollte eine Prioritätenliste rauskommen – und wir entscheiden dann: Wofür nehmen wir das Geld in die Hand?“ Schließlich gebe man schon heute in der Gemeinde circa „50 000 Euro im Jahr für Maßnahmen rund ums Fahrrad aus“.

Einfach umzusetzen seien die neuen Vorschläge aber wohl nicht, mahnte Widmann. „Das werden viele kleine Sachen, die die Verwaltung dann ausführen muss.“ Und nicht zuletzt „müssen auch wir in den politisch sauren Apfel beißen und statt Parkplätze einen Radweg bauen“. Maximilian Löffelmeier (CSU) wollte wissen, was die Umsetzung kostet. Seine Vermutung: „Da kommen wir mit 30 000 Euro sicher nicht hin.“

Eckhard Kalinowski (FW) sprach hingegen von „Potenzialen für Taufkirchen“, die das Konzept aufzeigen kann. „Hätten wir das beispielsweise schon beim Bauvorhaben am Riegerweg gehabt, dann hätten wir einen sinnvollen Radlweg gekriegt, und nicht dieses Zick-Zack“, sagte er. Die CSU-Fraktion stimmte gegen das Radverkehrskonzept. Einzig Aline Erdmann votierte dafür. Christoph Götz war entschuldigt.

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