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Inspizieren die neue Stromtankstelle vor dem Netzcenter Taufkirchen in der Karwendelstraße 7: (v.l.) Ursula Jekelius, Johann Blank und Uwe Wollschläger.

Bayernwerk AG

60 Prozent Strom aus erneuerbarer Energie

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Taufkirchen – Gut 28 Millionen Euro investiert das Bayernwerk heuer in den Ausbau und die Modernisierung seiner Stromnetze in der Region. Eine große Herausforderung ist dabei nicht zuletzt die Energiewende.

Der 8. Mai dieses Jahres ist ein schöner Tag gewesen. Schön für die Menschen in Bayern, weil 14 Stunden lang die Sonne am Himmel strahlte. Schön für Millionen Frauen, weil sie am Muttertag mit Blumen und lieben Worten bedacht wurden. Und schön ist der 8. Mai auch für die Verantwortlichen der Bayernwerk AG gewesen, weil er einer von bislang zwei Tagen im Jahr war, an dem ihr gesamtes Stromnetzgebiet mehrere Stunden lang zu hundert Prozent aus regenerativer Energie versorgt wurde.

Netzcenter Taufkirchen

Übers ganze Jahr gesehen, liege man aktuell bei rund 60 Prozent, sagte Ursula Jekelius, die beim Bayernwerk für die oberbayerischen Regionen zuständig ist, am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Taufkirchen. Die Tendenz sei dabei stetig steigend, und das liege an den inzwischen mehr als 260 000 Einspeiseanlagen, die ins Stromnetz der Bayernwerk AG eingebunden sind – vom Windrad bis zur Biogasanlage. Den Großteil freilich machen Photovoltaikanlagen aller Größe aus, deren Einspeiseleistung je nach Sonnenschein stark schwankt.

Energiewende bringt viele Aufgaben

All dies stelle das Bayernwerk vor große Herausforderung, sagte Ursula Jekelius, die betonte: „Unsere Aufgaben haben sich mit der Energiewende stark erweitert.“ Zentral seien dabei der Ausbau und die Modernisierung des Stromnetzes, was sich der Konzern heuer bayernweit 580 Millionen Euro kosten lässt. Gut 28 Millionen Euro davon entfallen auf das Gebiet des Netzcenters Taufkirchen, das im Süden und Osten von München Teile der Landkreise Ebersberg, Erding, Fürstenfeldbruck, Miesbach, München und Starnberg umfasst. Oder anders ausgedrückt: Rund 570 000 Menschen in 45 Städten und Gemeinden.

Umstellung auf 20.000 Volt in Pullach und Baierbrunn

Früher sei das Netz vor allem darauf ausgelegt gewesen, Strom von den großen Kraftwerken in die Region zu befördern, erläuterte Uwe Wollschläger, Netzbauleiter am Netzcenter Taufkirchen. Inzwischen jedoch müsse das Netz deutlich flexibler sein – auch bedingt durch die vielen Photovoltaikanlagen. Darüber hinaus will das Bayernwerk noch stärker auf Erdkabel setzen, sodass Freileitungen und Strommasten peu à peu von der Bildfläche verschwinden. Wobei im Bereich des Netzcenters Taufkirchen schon fast 95 Prozent des Netzes verkabelt seien, so Wollschläger.

Mehr Erdkabel

Eine der größten Baumaßnahmen des Bayernwerks in der Region ist auch dieses Jahr die Vorbereitung der Spannungsumstellung von 10 000 auf 20 000 Volt in den Gemeinden Pullach und Baierbrunn. Hierfür werden heuer rund 11,5 Kilometer Kabel in dem Gebiet verlegt. Im nächstes Jahr werden die Arbeiten, die schon seit 2003 laufen, dann in Grünwald fortgesetzt, kündigte Wollschläger an.

Stromtankstellen für Elektroautos

Doch nicht nur der Ausbau und die Modernisierung des Netzes beschäftigt die Bayernwerk AG, sondern auch das Thema Elektromobilität, sagte Ursula Jekelius. Dass man sich dabei fast nur auf das E-Auto konzentriere, sei „ein Hemmschuh“, befand sie. „Ohne die nötige Ladeinfrastruktur wird die Elektromobilität nicht in Fahrt kommen.“ Gewissermaßen als Vorreiter will das Bayernwerk nun an allen seinen 19 Netzcentern im Freistaat Stromtankstellen errichten. Die Ladestation am Standort Taufkirchen sei gerade frisch aufgestellt worden, sagte Uwe Wollschläger. „Ab nächste Woche kann man hier sein Elektroauto aufladen.“

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