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Zum großen Teil aus gemahlenen Reishülsen besteht das holz-ähnliche Material „Resysta“, das Geschäftsführer Bernd Duna entwickelt hat. 

„Resysta“

Für diese Möbel aus Taufkirchen muss kein Baum mehr fallen

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Die Firma Resysta aus Taufkirchen hat einen Preis für Nachhaltigkeit gewonnen, den „Green Product Award“. Sie macht Tropenholz verzichtbar.

Taufkirchen– Sieht aus wie edles Tropenholz, fühlt sich auch fast so an. Doch „Resysta“ besteht zu 60 Prozent aus gemahlenen Reishülsen, einem Abfallprodukt der Lebensmittelindustrie; dazu 22 Prozent Steinsalze und 18 Prozent Mineralöl. Daraus lassen sich zum Beispiel Universal-Platten für Fassaden und Möbelbau herstellen. Die „Resysta International Technology“ aus Taufkirchen hat damit den „Green Product Award“ 2018 gewonnnen, in der Kategorie Architektur.

„Wir sind sehr stolz.“

„Wir sind sehr stolz“, sagt Christian Daiber, bei Resysta zuständig für Markting und Kommunikation. „Es zeigt uns, dass unser Konzept aufgeht, aus Resten ein extrem haltbares, optisch ansprechendes und sehr umweltgerechtes Produkt erfunden zu haben.“

Der Green Product Award prämiert seit 2013 innovative Design-Produkte für einen nachhaltigen Konsum. 2018 haben sich über 400 Hersteller und Designer aus 25 Nationen beworben. Eine Jury prüft die von den Firmen eingereichten Produkte unter den Aspekten Design, Innovation und vor allem Nachhaltigkeit.

Vielen Materialien überlegen

Da kann „Resysta“ punkten. Das Material ist wasserresistent, bleicht nicht aus, kann verarbeitet werden wie Holz und ist aufgrund seiner Langlebigkeit vielen Materialien auch wirtschaftlich überlegen. Darüber hinaus können Produkte aus Resysta zu 100 Prozent recycelt werden, sagt Christian Daiber.

Die Ausgangsmaterialien, also vor allem Reishülsen, werden nicht um die halbe Welt nach Taufkirchen transportiert, um „Resysta“ dort herzustellen. An der Hochstraße 21 sitzt vielmehr „das Hirn des Unternehmens, das Knowhow“, erklärt Daiber. Das Unternehmen, 2010 gegründet, vergibt Lizenzen an Industrieunternehmen wie „Ineos“ mit Hauptsitz in London für Europa,, „Reliance“ in Indien oder „Agio“ in China. Die stellen „Resysta“ her und verkaufen das Material an lokale Unternehmen, die es verarbeiten. Die Produktpalette reicht von Terrassendielen über Fassadenelemente bis zu Gartenmöbeln und Schiffsdecks. In Taufkirchen beschäftigt die „Resysta International Technology“ 20 Mitarbeiter.

Geeignet für Möbel- und Bootsbau

Geschäftsführer Bernd Duna (47) ging es bei der Entwicklung und Patentierung von „Resysta“ vor allem darum, eine umweltfreundliche Alternative zu Tropenhölzern zu finden. Er führte damals eine große Gartenmöbel-Firma. Dank des neuen Materials müsste kein Baum mehr gefällt werden für Möbel oder Platten, die nicht nur aussehen wie Teakholz, sondern sich auch so anfühlen und verarbeiten lassen. Und dazu noch wasserbeständig sind. 

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