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Durch Umsiedlung der Nester sollen die Krähen aus den Wohngebieten verdrängt werden.

Saatkrähen: Ende der Plage ist noch nicht in Sicht

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Taufkirchen - In einer „Wald“-Straße leben, ist das eine, einen „Wald voller Saatkrähen“ vor dem Fenster zu haben, das andere. Vor sechs Jahren hat sich eine Kolonie von Saatkrähen in den Bäumen der Waldstraße in Taufkirchen angesiedelt – und geht den Bewohnern seither gehörig auf die Nerven

Die Gemeinde Taufkirchen hat im vergangenen Winter deshalb Maßnahmen ergriffen, um die Belästigung durch Lärm und Dreck zu reduzieren, sprich, die Saatkrähen umzusiedeln. Da die Vögel vom Aussterben bedroht sind, gilt für sie strenger Artenschutz. Für die Entfernung der Nester braucht es eine Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern. Letztere wurde für Taufkirchen erteilt, allerdings ist der Erfolg der Maßnahme bislang gering.

Zwar habe sich die Kolonie leicht nach Westen in Richtung Autobahn verschoben, erklärte Christine Schwarzmüller, Mitarbeiterin im Umweltamt, jüngst im Bauausschuss. Die Zahl der Brutpaare aber sei in Taufkirchen seit 2015 sogar noch gestiegen: von 119 auf 162. Aufgeben will die Gemeinde dennoch nicht. Im Idealfall sollen die Saatkrähen künftig auf den Bäumen im nördlichen Bereich der Waldstraße brüten und die Bäume im südlichen Bereich verlassen. Auch die Vögel auf den Bäumen hinter der Kirschenstraße 5 sollen das Ersatz-Brutgebiet im Norden nutzen.

Zur Finanzierung dieser Umsiedelungakation – in der Fachsprache „Vergrämung“ genannt – hat die Gemeinde jüngst einen Folgeantrag bei der Regierung von Oberbayern gestellt. Die Kosten für eine Entfernung und Bestandsaufnahme der Nester liegen bei etwa 10 000 Euro im Jahr. Mit einer Bewilligung durch die Regierung von Oberbayern rechnet die Gemeinde in diesem Herbst. Die Maßnahmen selbst müssen dann im Winter durchgeführt werden, bevor im Frühjahr erneut die Brutzeit der Saatkrähen beginnt. Bereits in diesem Jahr haben die Gemeindegärtner beim Ausschneiden der Astgabeln und der Entfernung von 17 Nestern im südlichsten Bereich der Kolonie in der Waldstraße sehr sorgfältig gearbeitet. Dadurch konnte eine „Splitterkoloniebildung“ verhindert werden, erklärte Schwarzmüller im Bauausschuss. Diese Tatsache bewertet das Umweltamt als „großen Erfolg“.

Sophia Heyland

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