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Nur geduldet: Für die Häuser am Waldweg gibt es bis auf eine Ausnahme keine Baugenehmigung.  

Waldsiedlung in Taufkirchen

Schwarzbau-Siedlung wird legal

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Raus aus der Illegalität: Die Schwarzbauten am Waldweg könnten bald zu legalen Wohnhäusern werden. Doch dann ist Schluss mit Bauen.

Taufkirchen – Seit Jahren sucht der Gemeinderat in Taufkirchen nach Möglichkeiten, die Schwarzbauten in der Waldsiedlung nahe der A 8 zu legalisieren. Jetzt zeichnet sich eine Lösung des Problems ab.

Wie berichtet, gibt es für die Häuser am Waldweg, die zwischen Äckern und der Autobahn stehen, bis auf eine Ausnahme keine Baugenehmigung. Viele Gebäude stammen noch aus der Nachkriegszeit und sind seither geduldet. Die Situation ist besonders heikel, da das Areal am Waldweg im Außenbereich liegt – und seit den 1970er-Jahren zum Landschaftsschutzgebiet „Deisenhofener Forst“ gehört. Das Landratsamt hat deshalb schon vor 20 Jahren weitere Baumaßnahmen untersagt. Dennoch haben einige Anwohner in der Vergangenheit renoviert.

Langes Warten aufs Landratsamt

Um den Bestand zu legalisieren und den Anwohnern damit Rechtssicherheit zu geben, hat der Gemeinderat bereits 2015 beschlossen, eine Außenbereichssatzung zu erlassen. Seitdem wartete man vergeblich darauf, dass das Landratsamt sein Okay gibt. Anfang vergangenen Jahres, des langen Wartens überdrüssig, suchte das Gremium nach einem anderen Weg, die Wohngebäude zu legalisieren: Man stellte beim Landratsamt den Antrag, die Landschaftsschutzgebietverordnung „Deisenhofener Forst“ abzuändern.

Landschaftsschutz passt

Nun hat die Behörde der Gemeinde in der Zwischenzeit mitgeteilt, dass es durch eine formale Legalisierung der bestehenden Häuser den Schutzzweck der Landschaftsschutzverordnung nicht beeinträchtigt sieht, erläuterte Bürgermeister Sander in der Sitzung. Notwendige naturschutzrechtliche Befreiungen für die zu legalisierenden Bestandsbauten könnten erteilt werden.

Gemeinderätin Birgit Schmidl (SPD) wollte wissen, wie man verhindern könne, dass in der Waldsiedlung nicht noch das eine oder andere Häuschen gebaut wird. „Denn das Gelände ist sehr unübersichtlich“, gab sie zu bedenken. Sander entgegnete, die Kontrolle sei Sache des Landratsamtes als Bauaufsichtbehörde und nicht der Gemeinde. Im Zuge der Aufstellung der Außenbereichssatzung würden aber alle Bestandsgebäude erfasst werden.

Vorgehen bei neuen Häusern unklar 

Renate Meule (ILT) wollte daraufhin wissen, ob man auch die Gebäude zum Bestand zählen wird, die erst vor ein paar Jahren gebaut worden sind. „Darüber kann man noch im Verlauf des Verfahrens diskutieren“, meinte der Rathauschef.

Sowohl Herbert Heigl (CSU) als auch Michael Lilienthal (FW) zeigten sich erfreut darüber, dass es mit der Legalisierung endlich vorwärts geht. Lilienthal wollte aber wissen, wie verbindlich die Aussage des Landratsamtes denn sei. Schließlich wolle man den Betroffenen keine falschen Hoffnungen machen, sagte er.

Die Stellungnahme des Landratsamtes liegt in schriftlicher Form vor, erklärte Bürgermeister Sander. Für ihn ist die Aussage der Behörde somit hieb- und stichfest.

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