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Seniorin Dorothea F. (v.l.) und ihre Patin Brigitte Seil haben mit Hilfe von Heike Hindringer-Heindl und Andrea Schatz, Nachbarschaftshilfe Taufkirchen, zueinander gefunden.

Familien als Paten gesucht

Senioren und ihre Paten: Gesucht und gefunden

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Taufkirchen – Karten spielen, ratschen, eine schöne Zeit verbringen: Die Senioren-Patenschaften funktionieren bestens. denn nicht nur die Älteren profitieren.

Heike Hindringer-Heindl sorgt dafür, dass Paten und ältere Mitmenschen sich finden. So wie Brigitte Seil (56) und Dorothea F.. Seil arbeitet als Buchhalterin in einer Münchner Anwaltskanzlei, wohnt aber in Taufkirchen. Sie schrieb sie eine E-Mail an die Nachbarschaftshilfe Taufkirchen. „Ich dachte, da gibt es sicher etwas für mich zu tun.“

Die Anfrage landete bei Heike Hindringer-Heindl auf dem Tisch. Ein Treffer. Die 45-Jährige ist Leiterin des Bereichs „Seniorenpatenschaften“. Zeitgleich zu Seils Mail meldete sich Dorothea F. bei ihr. Ihren Nachnamen möchte die Seniorin nicht in der Zeitung lesen. Die 71-Jährige hatte von der Fachstelle für pflegende Angehörige des Landratsamts von dem Paten-Projekt gehört. „Ich habe einfach jemanden zum Reden und Kartenspielen gesucht“, erzählt die Seniorin, die in Unterhaching lebt. 

Ein Glücksfall für Heike Hindringer-Heindl. Ihre Aufgabe ist es, zu prüfen, ob Senior und Pate zueinander passen. Momentan gibt es neun ältere Menschen, die sich regelmäßig mit einem ehrenamtlichen Paten treffen. Wie die Besuche ablaufen, ist verschieden. „Das machen die Parteien untereinander aus, ich bin im Grunde nur Vermittler“, sagt die Leiterin, die Ansprechpartner bleibt. 

Vor dem ersten Treffen der beiden hat sie Brigitte Beil und Dorothea F. zu Hause besucht und kennengelernt. „Es gibt Fragebögen, die gehen wir vor einer Patenschaft gemeinsam durch“, sagt die Leiterin. Sie sei sich schnell sicher gewesen, dass die beiden sich verstehen werden. 

Fünf Monate kennen sich die Frauen jetzt schon, treffen sich etwa alle zwei Wochen. Was unternehmen sie dann? „Ach, eine ganze Menge“, sagen beide. Zum Kaufmann gehen, das Gärtchen bepflanzen, Wäsche mangeln, hauptsächlich aber ratschen. „Mein Mann Franz hat sogar schon einmal den Einkauf übernommen, damit wir mehr Zeit dafür haben“, sagt Seil und lacht. Auch Skip-Bo-Karten spielen gehört dazu. „Aber eine leidenschaftliche Spielerin wird meine Patin ganz sicher nicht“, wirft Dorothea F. augenzwinkernd ein. Die beiden verstehen sich. 

Und für beide sind die Treffen ein Gewinn. „Mein Sohn freut sich für mich, dass ich die Frau Seil habe“, sagt die Seniorin. „Und mich füllt das Ehrenamt aus. Es ist mir auch als Christin wichtig“, verdeutlicht die Patin. Andrea Schatz, Geschäftsführerin der Nachbarschaftshilfe, hört das mit Vergnügen. „Ich würde mir wünschen, dass wir auch Familien mit Kindern, die keine Großeltern vor Ort haben, als Paten gewinnen.“ Die sei für beide Parteien eine Bereicherung auf vielen Ebenen. 

Pflegetätigkeiten oder Haushaltsarbeit sehe das Projekt natürlich nicht vor, betont Schatz. Kleine Hilfen oder Erledigungen könnten freilich übernommen werden. „Das entscheiden allein die Beteiligten."

Kathrin Kohnke

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