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So will Taufkirchen Wohnungen schaffen, die man sich leisten kann

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Von: Stefan Weinzierl

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Gerade junge, einheimische Familien und Ältere haben es zunehmend schwer, in Taufkirchen eine bezahlbare Wohnung zu finden.
Gerade junge, einheimische Familien und Ältere haben es zunehmend schwer, in Taufkirchen eine bezahlbare Wohnung zu finden. © marcus Schlaf

Um günstigen Wohnraum zu schaffen, soll in Taufkirchen eine Wohnungsbaugenossenschaft gegründet werden.

Taufkirchen - Einem entsprechenden Antrag der Fraktionen von Freie Wähler/FDP, Grünen/ILT und SPD stimmte der Gemeinderat jetzt zu. Es wurde beschlossen, ein geeignetes Grundstück für den genossenschaftlichen Wohnungsbau zu suchen.

Vorzugsweise in Erbpacht überlassen

Die Gemeindeverwaltung soll nun binnen drei Monaten dem Gemeinderat eine geeignete Fläche aus dem Grundstücksbestand der Gemeinde vorschlagen – mit einer Mindestgröße von 4000 Quadratmetern. Das Grundstück soll vorzugsweise in Erbpacht von der Gemeinde der Wohnungsbaugenossenschaft überlassen werden.

Langfristig bezahlbaren Wohnraum schaffen

Die Antragsteller begründen ihren Vorstoß damit, dass es für Kommunen zunehmend schwieriger werde, „jungen, einheimischen Familien attraktiven und bezahlbaren Wohnraum zu bieten, älteren Menschen Wohnformen für ein selbstbestimmtes Leben bereitzustellen und Beschäftigte der kommunalen Daseinsvorsorge oder Fachkräfte ansässiger Unternehmen zu gewinnen und zu halten“. Eine private Wohnbaugenossenschaft wirke dieser Entwicklung auf vielfältige Art entgegen – zum Beispiel, indem sie langfristig bezahlbaren Wohnraum schafft.

Im Vergleich zum Erwerb von Eigentum sei für Genossenschaftsmitglieder deutlich weniger Eigenkapital nötig, um bei steigenden Wohnraumpreisen dauerhaft in ihrer Heimatgemeinde wohnen zu bleiben.

Die Idee gibt es schon länger

Das Fraktionen-Bündnis hatte bereits im vergangenen Jahr einen Antrag zum genossenschaftlichen Wohnungsbau gestellt. Initiatorin Maike Vatheuer-Seele (FDP) wollte damit „die Lücke zwischen Investoren- und sozialem Wohnungsbau schließen“. Angedacht von den Initiatoren war, das Projekt auf dem Grundstück an der Pfarrer-Weidenauer-Straße zu verwirklichen. Während Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) grundsätzlich Gefallen an der Idee einer Genossenschaftsgründung gefunden hatte, hatten er und einige andere Ratsmitglieder allerdings Vorbehalte, das Projekt auf besagtem Grundstück zu verwirklichen.

Nur möglich mit einem günstigen Grundstück

Zwischenzeitlich hat sich das Gremium von Experten über verschiedene Modelle genossenschaftlichen Wohnungsbaus informieren lassen. Dabei ist laut Bauamtsleiter Stefan Beer allen klar geworden, dass auch die Genossenschaft günstigen Wohnraum nur anbieten kann, wenn sie auf einem günstigen Grundstück bauen kann. Dazu, so Beer, müsste entweder die Gemeinde ein eigenes Grundstück subventionieren beziehungsweise der Genossenschaft zu günstigen Konditionen überlassen.

Alternative wäre die SoBon

Oder man müsse auf das Instrument der Sozialgerechten Bodennutzung (SoBon) zurückgreifen. Die SoBon regelt, welche Gegenleistungen ein Investor erbringen muss, damit ihm eine Kommune auf einem Grundstück besonders viel Baurecht einräumt. Üblich ist zum Beispiel, dass der Bauherr dafür einen Teil der Fläche an die Kommune abtritt.

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