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Daneben gegangen: Der Fassanstich gelingt Bürgermeister Ullrich Sander (l.) nicht ganz.

Starkbierfest Taufkirchen

Mit spitzer Zunge und vielen Schlägen

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Jeder kriegt sein Fett weg: Im Wahljahr 2018 lässt Ritter Blech keinen Politiker aus. Währenddessen fließt das Bier in Strömen - auf den Boden.

Taufkirchen – Ausverkauft. Kein Platz war mehr im Ritter-Hilprand-Hof in Taufkirchen zu ergattern. Derblecken und Showtanz vom Feinsten wurden serviert, der fünfte Starkbieranstich war ein Leckerbissen.

Rund 430 Gäste waren der Einladung von Gemeinde und Freunden des Wolfschneiderhofs gefolgt. Als Belohnung fürs Kommen erlebten sie Michael Müller alias Ritter Blech in Topform. „Ich habe Tränen gelacht, jetzt ist mein Make-Up hin“, sagte eine Mittvierzigerin zu ihrer Sitznachbarin – und amüsierte sich köstlich weiter. Auch über die urbayerische Gstanzlsängerin Renate Maier (48). Sie hatte am gleichen Abend zuvor schon mehr als 1000 Gäste beim Starkbieranstich im Löwenbräukeller in München begeistert. Nur 1,60 Meter groß, aber Temperament für zwei. Mit treuen Rehaugen blickte sie unschuldig in den Saal, um dann scharfzüngige Reime loszulassen. Lächelnd schlenderte sie zwischen den Tischen umher und hatte für so manchen Gast freche Verse parat. Im Neubiberger Studenten Malte fand sie einen Freiwilligen. Der junge Mann bewies Humor und machte ihre Späßchen mit. Seit 30 Jahren steht Maier schon auf der Bühne: Riesenapplaus am Ende.

Mit Spannung war der Auftritt von Michael Müller erwartet worden. Ihn kennen hier alle in seiner Paraderolle als „Ritter Blech von Hilprandingen“: eine lokale Institution mit spitzer Zunge und scharfem Blick. Alljährlich schlüpft der 62-jährige Taufkirchner in diese Rolle. Hat er nicht die silberne Rüstung an, ist er Referatsleiter für Personal/Organisation im Landratsamt. Jeder Hieb von ihm ein Ritterschlag, erst recht im Wahljahr 2018. Ihm stellte sich so viel Polit-Prominenz wie selten. Gekommen waren Landrat Christoph Göbel (CSU), seine Stellvertreter Otto Bußjäger (FW) und Annette Ganssmüller-Maluche (SPD), Landtagsabgeordnete Kerstin Schreyer, Kreisrat Tobias Thalhammer (FDP) und die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Natascha Kohnen (SPD).

Ritter Blech alias Michael Müller. 

Natürlich war auch Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) vor Ort – in wichtiger Funktion. Doch sein Versuch, sich Lorbeeren beim Anstich des Starkbierfasses zu verdienen, wurde vereitelt: Nach ersten Versuchen schoss ihm der Zapfhahn im hohen Bogen entgegen, schäumendes Ayinger ergoss sich auf den Saalboden. Harald Baier vom Wolfschneiderhof, Sohn des 2016 verstorbenen Gründungsmitglieds Gordian Baier, kam zu Hilfe. Mit vereinten Kräften gelang dann schließlich das Meisterstück.

Erleichtert und glücklich blickten sich am Ende Gastgeber Helmut Rösch, Vorsitzender der Freunde des Wolfschneiderhofes, und seine Gattin Edith an. Denn auch mit den weiteren Programmpunkten landeten sie Volltreffer: Das Musikkabarett-Duo „De Laddshosen“ mit Martin Wollmann (Ziach) und Seppe Brem (Gitarre) sowie die „Funky Dancers“ des TSV Taufkirchen kamen bestens an. Tanz auf Spitzenniveau. Ein Prosit auf die Starkbiergemeinde!

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