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Er soll zahlen, für etwas, was er nicht gekauft hat: Benedikt Amman mit den Mahnschreiben des Inkasso-Büros. Die Frist läuft heute ab.

Hohe Rechnung

Datenklau bei Facebook: 19-Jähriger kämpft gegen Betrüger

Knapp 300 Euro soll Benedikt Amann bis zum heutigen Freitag an ein Inkassobüro zahlen – für Käufe, die er laut eigener Aussage nicht getätigt hat. Der Taufkirchner wurde Opfer eines Hacker-Angriffs.

TaufkirchenSeit Oktober vergangenen Jahres kämpft der 19-Jährige aus Taufkirchen gegen die an ihn gestellten Forderungen. Nachdem sein Facebook-Account offenbar gehackt wurde, kamen die Hacker „vermutlich über Facebook“ an Bendeikt Amanns Handynummer, die er bei der Social-Media-Plattform hinterlegt hatte. Im Anschluss tätigten die Hacker anscheinend bei einem Online-Poker-Spiel Käufe in Höhe von 215 Euro. Erst mit der Rechnung der Telekom erfuhr Amann davon. „Ich bin aus allen Wolken gefallen.“ Er stellte Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt und rief sofort beim Kundenservice des Telekommunikationsunternehmens an. „Die Mitarbeiter zeigten sich verständlich und machten einen kulanten Eindruck“, schildert der angehende Lokführer.

Allerdings: Zwei Wochen später flatterte die erste Mahnung ins Haus. Auch weitere Telefonate hatten keinen Effekt. „Ich hatte den Eindruck, als würde ich gegen eine Wand reden“, sagt Amann. Als schließlich die Forderung des Inkassobüros GFKL Sirius Inkasso im Briefkasten lag, schaltete der 19-Jährige einen Anwalt für Internetrecht ein. Dieser sollte ihm helfen, den unrechtmäßig gestellten Forderungen zu entgehen. Mittlerweile habe der Anwalt den Fall allerdings „ohne Nennung von Gründen“ abgegeben. Der Taufkirchener lässt sein Anliegen deshalb von einem zweiten Anwalt für Internetrecht prüfen. Bei der Telekom reagierte man auf Anfrage des Münchner Merkurverständnisvoll. Alexia Schnell, Mitarbeiterin der Pressestelle, sagte, dass Benedikt Amann sich mit ihr in Verbindung setzen solle und das Unternehmen den Fall noch einmal „untersuchen“ werde. Eventuelle Maßnahmen zugunsten Amanns könnten aber nicht „von heute auf morgen“ eingeleitet werden.

So bleiben dem 19-Jährigen nur noch wenige Tage, bis die Frist des Inkassobüros ausläuft und die Forderungen ein weiteres Mal steigen können. Allerdings schöpft er mittlerweile wieder Hoffnung, dass er am Ende doch noch Recht bekommt.

Sebastian Schuch

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