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So schön und sauber könnte der Autobahnweiher in Potzham sein. Doch immer mehr Menschen laden hier ihren Müll ab oder setzen Tiere aus. 

Fischereiverein schlägt Alarm

Autobahnweiher verkommt zur Müllhalde

Der Fischereiverein „Hachinger Grund“ schlägt Alarm. Denn der Autobahnweiher in Taufkirchen wird immer mehr verdreckt. Auch die Tiere dort sind in Gefahr. 

TaukirchenDer Autobahnweiher, die grüne Oase zwischen Taufkirchen und Oberhaching, lockt nicht nur die Angler des Fischereivereins „Hachinger Grund“, auch Spaziergänger und Badegäste nutzen den kühlen Weiher als Naherholungsgebiet. „Wir kommen fast jeden Tag her“, bestätigt ein Schwimmer, „nur der Dreck stört. Manche Leute schmeißen ja ganze Weißbrote ins Wasser. Und die Enten fressen das und koten dann alles zu. Dabei ist Füttern eigentlich verboten.“ Das zuständige Umweltamt warnt wegen der Gefährdung für die Wasserqualität.

Plastiksäcke, Möbel und Autoreifen

Tatsächlich ist das empfindliche Landschaftsschutzgebiet stark gefährdet, betont Vereins-Präsident Dieter Häuslmaier. „Anfang August erst hat jemand mehrere offene Plastiksäcke mit Hausmüll im Wasser versenkt“, berichtet der Pächter fassungslos, „außerdem alte Autoreifen, kaputte Möbel, ein ausrangierter Backofen und dreckige Eimer mit Gott weiß was darin.“ Sogar einen gestohlenen Safe aus einem Einbruch inklusive Einbruchswerkzeug hat die Polizei in den letzten Monaten sichergestellt. Es ist nicht der erste Fund dieser Art.

Tiere werden immer wieder ausgesetzt

„Seit Jahrzehnten kämpfen wir auch gegen die Einbringung von nicht einheimischen Tieren in das Biotop“, ergänzt Häuslmaier. Ausgesetzte Echsen, weiße Mäuse, Goldfische, Karauschen, Kois und mehr als ein Dutzend Schildkröten würden einheimische Tierarten gefährden, denen der Autobahnweiher als Lebensraum und Rückzugsgebiet dient. Durch die ständige Fütterung mit altem Brot würden außerdem immer mehr Tiere an schmerzhaften Verdauungsschäden leiden. Viele gehen ein, andere vermehren sich durch das Überangebot an Nahrung unkontrolliert. Immer wieder müssten die Angler den zuständigen Jagdpächter alarmieren, trotzdem sei die Überpopulation kaum zu kontrollieren.

„Wir bringen inzwischen jeden Regelverstoß zur Anzeige, egal ob es ums Aussetzen von Tieren, Müllabladen oder ums Füttern von Wildenten geht“, sagt Dieter Häuslmaier. „Sogar über das Anbringen von Videokameras am Ufer und am angrenzenden Pendlerparkplatz denkt der Fischereiverein mittlerweile nach. Der letzte Ausweg wäre ein Zaun um das Gewässer, Gespräche mit den Umweltbehörden und dem Verpächter, dem Straßenbauamt und der Autobahndirektion Süd laufen bereits.

Zeugen sollen sich melden

Damit es nicht so weit kommt, bittet der Fischereiverein um Mithilfe: Wer etwas beobachtet, solle Kontakt mit dem Verein aufnehmen. Der Vereinsvorstand hofft auf den Erfolg des Aufrufs: „Wir wollen nicht, dass unser schönes Biotop durch Dreck und Müll kaputt geht.“

In einem Fall hat ein Naturfreund bereits dafür gesorgt, dass eine fahrlässige Gefährdung des biologischen Gleichgewichts nicht ungestraft blieb: Eine Frau hatte kürzlich Störe im Weiher ausgesetzt. Die ortsfremden Fische verdrängen heimische Arten durch mögliche Krankheitskeime und Futterkonkurrenz. Ein aufmerksamer Spaziergänger notierte sich das Kennzeichen der Frau und informierte den Vorstand des Fischereivereins, der umgehend Anzeige erstattete.

Kontakt zum Verein

Der Fischereiverein „Hachinger Grund“ ist erreichbar unter der Internetadresse www.hachinger-grund.de oder telefonisch bei Vereinspräsident Dieter Häuslmaier unter der Telefonnummer 0172/ 8 57 34 43.

mm

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