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Taufkirchen bekommt ein neues Quartier

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Von: Laura May

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Leben für luftleeren Raum: Neben der Jochen-Schweizer-Arena soll ein Quartier mit Hotel und Bürogebäude entstehen – bisher hapert es ander Infrastruktur.
Leben für luftleeren Raum: Neben der Jochen-Schweizer-Arena soll ein Quartier mit Hotel und Bürogebäude entstehen – bisher hapert es ander Infrastruktur. © robert brouczek

Fliegen, Surfen und in virtuelle Welten abtauchen – das geht in der Jochen-Schweizer-Arena. Doch das propellerförmige Gebäude steht bisher einsam und abgeschieden im Osten Taufkirchens. Das soll sich bald ändern.

Taufkirchen - Ein Hotel auf der A 8-Seite sowie ein Bürogebäude an der Ludwig-Bölkow-Allee sollen ein sogenanntes Quartier aus der umliegenden Freifläche machen. Im Bauausschuss stellten Vertreter der Art-Invest Real Estate das Projekt nun vor. Eigentlich sollte mit dem Bau schon vor zwei Jahren begonnen werden, aber: „Corona hat an allen stellen für Verzögerungen gesorgt“, sagte Bürgermeister Ulrich Sander (parteifrei).

Laut Pier Mura, dem technischen Projektleiter der Kölner Art-Invest, könnte nun im kommenden November der gestartet werden. Seine Ausführungen beschreiben einen Raum, in dem sich vieles vereinen soll: digitales Mobilitätskonzept, nachhaltiges Energiekonzept inklusive Grundwassernutzung, Dachbegrünung und grüne Innenhöfe, möglichst wenig CO2-Fußabdruck in der Bauphase – „ein insgesamter Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit“.

Plaza als Zentrum

Auf dem Gelände soll eine fünf Meter hohe Plaza das Zentrum bilden – eine Gemeinschaftsfläche für Hotelgäste, Büroangestellte und Abenteuerlustige. „Ein Raum, in dem Arbeiten und Leben kennen keine klare Abgrenzung mehr kennen.“ Sogar einen Spezialisten für digitales Parkraummanagement hatte das Team rund um Art-Invest im Bauausschuss dabei: Neven Heuberger von der Münchner Firma Park Here. Sein digitales Parkkonzept, bei dem über eine Applikation alle verfügbaren Parkplätze im Vorhinein gebucht und so optimal zwischen den Nutzern verteilt werden sollen, könnte, seinen Angaben nach, den Parkplatzbedarf von 386 auf 207 vermindern.

Parkplätze ein Thema

Die Gemeinderäte waren allerdings nur mäßig begeistert von der Idee, weniger Stellplätze zu bauen und dadurch etwa weniger Boden zu versiegeln. Zu abgelegen sei das geplante Gelände und zu schlecht an öffentlichen Verkehr angebunden, als dass man an Parkplätzen sparen sollte. „Im besten Fall sind alle Arbeitsplätze belegt, dann brauchen wir auch alle Stellplätze“, sagte etwa Peter Hofbauer (FW).

Pier Mura entgegnete darauf, dass in modernen Büros und neuen Arbeitswelten nicht immer alle Mitarbeiter da seien, sondern durch hybride Konzepte von Homeoffice und offenen Arbeitsräumen ohne feste Plätze an Bürotischen auch weniger Parkplätze gebraucht würden. Das würden die neuen Firmen jedoch bereits beim Einzug bedenken und nur die nötigen Büroflächen anmieten gab Jutta Henkel (Grüne) zu bedenken. „Es ist etwas anderes, ob ein bestehendes Büro nicht mehr so genutzt wird oder ein Unternehmen sich neu ansiedelt.“

Die detailverliebte Parkplatzsituation lenkte schließlich eher ab vom geplanten Großprojekt „Jochen-Schweizer-Quartier“. Wenn die geplante U5-Verlängerung kommt, wird sich die Infrastruktur hier ohnehin stark verändern.

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