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125 Jahre Burschenverein Taufkirchen

Kamele gegen Ochsen: Das ist Bayerns verrücktestes Rennen

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Was folgt, ist kein Witz: Ochsen und Kamele laufen bei einem Rennen am Vatertag am 10. Mai  in Taufkirchen um die Wette. Die Teilnehmer scharen schon mit den Hufen. Es ist das erste Mal, dass in Bayern Ochsen gegen Kamele antreten.

Taufkirchen – Kamal, das Kamel, bringt 565 Kilogramm auf die Wage. Der fünfjährige Zweihöker misst bis zu den Schultern 1,70 Meter. Er ist selbstbewusst. Die Frauen liegen ihm zu Hufen. Bei seinen Familienstand schreiben seine Trainer: „Deckhengst“. Sein Lebensmotto: „Ich bremse auch für Stiere.“ Ein fiese Provokation! Da kann Frodo der Beutellose nur müde muhen. Den vierjährigen Ochs (Sternzeichen: Ochs) bringt nichts so schnell aus der Fassung, schon gar kein Trampeltier wie Kamal. Frodos Motto: „Jez is a scho wurscht.“

Kamele können bis zu 50 km/h schnell rennen.

Kamal und Frodo werden bald aufeinander treffen. Sie und andere Ochsen und Kamele werden Geschichte schreiben. Sie laufen am Vatertag (10. Mai) in Taufkirchen beim Ochsen versus Kamel Rennen am Sportpark gegeneinander um die Wette. Wer gewinnt, ist offen. Es ist das erste Mal, dass Ochsen gegen Kamele antreten. Die Strecke ist zwischen 90 und 100 Meter lang. Insgesamt gehen acht Ochsen und vier Kamele mitsamt ihren furchtlosen und professionellen Reitern an den Start.

Der Burschenverein „Fröhlich Frisch auf Taufkirchen“ veranstaltet den interdisziplinären Wettkampf im Rahmen der Feierlichkeiten zu seinem 125. Jubiläum. Die Burschen hatten eigentlich geplant, dass ausschließlich Ochsen gegeneinander antreten, wie damals beim 100. Geburtstag des Vereins. Doch sie konnten nicht genügend männliche Rinder auftreiben, die für derartige Rennen trainiert sind. „Also haben wir nach anderen Spezies geschaut“, sagt Julius Ammereller, 25. Bei einer Straußenfarm in Niederbayern habe man vergeblich angefragt. Ammerellers Burschenkollege Andi Schwab kam auf die Kamele. In Grub gibt es einen Kamelhof. Die Verantwortlichen seien total begeistert gewesen, sagt Schwab.

Der Betreiber Konstantin Klages veranstaltet seit Jahren Touren mit den Wüstenschiffen durch das Mangfalltal. Zuletzt starteten einige seiner Kamele bei einem Rennen in Aying. „Wir machen alles mit“, sagt Klages. Ähnlich äußert sich sein Gegenüber Nikolaus Friesenegger. Er und andere Mitglieder des Vereins „D’Ochserer Haunshofen“ haben sich zum ungleichen Wettbewerb bereit erklärt. „Für eine verrückte Idee kann man uns immer haben“, sagt Friedenegger.

Das Rennen kann nur unter unzähligen strengen Auflagen stattfinden. Das Veterinäramt achte vor allem auf Tiergesundheit und Tierschutz, sagt Leiter Hans Marx. Zum Beispiel müssen Ochsen und Kamele in zwei verschiedenen Bahnen laufen, die durch einen Zaun abgetrennt sind. Daneben müssen die Tiere gesund sein, ausreichend Ruhephasen bekommen und während der gesamten Veranstaltung sachkundig betreut werden. Hinzukommen viele weitere Sicherheitsmaßnahmen, welche die Gemeinde Taufkirchen angeordnet hat. Bei der Veranstaltung selbst würden Mitarbeiter des Veterinäramts ständig den Gesundheitszustand und den Umgang mit den Tieren kontrollieren, sagt Marx.

Auch Ochsen sind schnell unterwegs. 

Es ist somit angerichtet. Die Besucher können vor dem Rennen gegen eine Spende Wetten abschließen. In den Vorrunden laufen erst einmal Ochsen gegen Ochsen und Kamele gegen Kamele. In der Finalrunde kommt es dann zum Showdown zwischen den Tierarten. Unter den Experten wird bereits jetzt wild spekuliert, wer am Ende die Schnauze vorn haben wird. Klar ist: Die Ochsen sind die Underdogs. Konstantin Klages sagt, so ein Trampeltier könne bis zu 50 Kilometer pro Stunde schnell laufen – wenn es nicht bockt. „Die laufen für Futter.“ Deshalb stehe er mit dem Futterkübel an der Ziellinie. Selbst Friesenegger setzt auf die Kamele, obwohl er selbst auf Ochs Frodo den Beutellosen reiten wird. „Da haben wir keine Chance“, sagt er. Die Burschen halten sich als faire Gastgeber zurück. „Es gibt keine Erfahrungswerte“, sagt Ammereller. Man sei gespannt, wie es ausgehe.

Einzig der Fachmann warnt davor, die Ochsen zu unterschätzen. Zwar spreche die Länge der Beine für die Kamele, sagt Veterinäramtsleiter Marx. Aber: „Unsere heimischen Rinder sind zu außergewöhnlichen Leistungen fähig.“ Beim Ochsen- und Kamelrennen ist alles möglich.

Das Rennen

Einlass ist im 11.30 Uhr. Es gibt eine buntes Vatertagsprogramm. Das Ochsen- und Kamelrennen geht ab 15 Uhr über die Bühne. Anschließende findet eine Siegerehrung statt. Um 18 Uhr spielt Roland Hefter mit seiner Band am Festplatz. Hier geht es zur Facebook-Veranstaltung.

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