90-jährige bestohlen

Taufkirchen: Clevere Falle entlarvt klauende Putzfrau

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Monatelang ist eine 90-jährige aus Taufkirchen von ihrer Putzfrau (58) beklaut worden. Neben Bargeld ließ sie auch Schmuck vom verstorbenen Ehemann der Seniorin mitgehen. Mit einer Falle kam man der Diebin schließlich auf die Schliche. Jetzt wurde die 58-Jährige vom Amtsgericht verurteilt.

Taufkirchen – Zwei Jahre lang arbeitete die 58-Jährige aus Taufkirchen als Reinigungskraft bei der Seniorin. In dieser Zeit hatte sich zwischen den beiden Frauen ein Vertrauensverhältnis entwickelt, wie bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht München deutlich wurde. „Du bist meine Mama“, habe die Taufkirchnerin immer wieder zu der alten Dame gesagt.

Doch im Frühjahr dieses Jahres änderte sich die freundschaftliche Beziehung schlagartig. Vor Gericht erklärte die Seniorin, sie habe sich gewundert, dass ihr das Geld immer schon am 20. des Monats ausgegangen sei. Wirklich misstrauisch sei sie im Frühjahr geworden. Da sei ihr erstmals konkret der Verlust von 500 Euro aufgefallen – als sie die Beerdigungskosten ihres verstorbenen Kindes zahlen wollte.

Insgesamt hatte die Putzfrau laut Gericht Bargeld und zwei goldene Halsketten sowie drei Ringe im Wert von 5000 Euro geklaut. Besonders perfide: Die Schmuckstücke haben einen hohen ideellen Wert für die Seniorin. Es waren Geschenke ihres bereits verstorbenen Ehemannes.

Die 90-Jährige vertraute sich dem Leiter des Seniorencafés in Taufkirchen an. Gemeinsam überlegten sie sich, wie sie die Putzfrau überführen könnten – und beschlossen, der Diebin eine Falle zu stellen. Der Seniorencafé-Leiter fotografierte dafür Geldscheine ab, packte sie in verschiedene Geldbörsen und in ein Kuvert, die anschließend an verschiedenen Orten in der Wohnung der Seniorin platziert wurden. Die Falle schnappte zu: Die 58-Jährige steckte sich tatsächlich die Geldscheine von insgesamt 440 Euro ein. In der Zwischenzeit hatte der Leiter des Seniorencafés bereits die Polizei verständigt. Die angerückten Beamten fanden das Bargeld in der Handtasche der Verdächtigen.

Vor Gericht gab die Angeklagte die Diebstähle sofort zu. Sie übergab auch entsprechende Pfandscheine, sodass die Seniorin zwei der entwendeten Ringe zurückerhalten konnte. In der Hauptverhandlung erklärte die überführte Diebin: „Um Gottes Willen, ich mache das nie wieder. Es tut mir echt schrecklich leid. Ich habe mich tausendmal entschuldigt.“ Sie sei in einer Situation gewesen, in der sie kein Geld gehabt hatte. Sie habe ihre Beute gebraucht, um sich etwas zu essen kaufen und Rechnungen zahlen zu können.

Die Strafrichterin am Amtsgericht München verurteilte die Taufkirchnerin schließlich wegen versuchten und vollendeten Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten zur Bewährung und gab ihr als Bewährungsauflage mit, den entstandenen Schaden von 4400 Euro in monatlichen Raten von je 50 Euro wiedergutzumachen. Strafmildernd wertete das Gericht, dass die Verurteilte bisher nicht vorbestraft gewesen sei, dass sie Reue zeigte und sich bei ihrem Opfer entschuldigt hat.

Die Freiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, weil die Sozialprognose laut Gericht günstig erscheint. Die Angeklagte lebe in geordneten Verhältnissen. Sie zeigte sich geständig, und es handelt sich um die erste Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe. Das Gericht geht daher davon aus, dass die Angeklagte zukünftig auch ohne wegen der Diebstähle ins Gefängnis zu müssen keine Straftaten mehr begehen werde.

Rubriklistenbild: © PantherMedia / CO?KUN AK?EKERC? / CO?KUN AK?EKERC?

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