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Schick gemacht für den ersten Schultag: Luisa Longo (6) aus Taufkirchen kann es kaum erwarten, heute endlich in ihre Schultüte schauen zu dürfen. 

Heute ist Schulanfang

Luisa ist endlich Erstklässlerin

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Luisa ist eine von 3252 Kindern aus dem Landkreis, die heute eingeschult werden. Wir haben die Sechsjährige vor ihrem großen Tag besucht. 

Taufkirchen – Luisa runzelt die Stirn und hebt noch einmal ihre rosa-blaue Schultüte, darauf eine Prinzessin im goldenen Kleid, hoch. „Die ist schwerer geworden“, sagt die Sechsjährige. „Ich weiß nicht“, antwortet Mama Stefanie Longo. „Doch“, sagt Luisa. „Hast du noch was hineingetan?“ Stefanie Longo lächelt und zuckt mit den Schultern.

Luisa kann nur raten, welche Überraschungen ihre Eltern Stefanie (30) und Enrico (29) in ihrer Schultüte versteckt haben. Vermutlich Süßigkeiten. Aber welche? Und verbirgt sich noch ein anderes Geschenk darin? Heute darf Luisa das Geheimnis lüften. Sie ist eines von 3252 Kindern im Landkreis, für die der Ernst des Lebens beginnt. Sie besucht die Grundschule am Wald in Taufkirchen. Ihren Schulranzen hat sie für den aufregenden Tag schon vorbereitet.

Luisa legt die Schultüte, die sie im Kindergarten gebastelt hat, auf dem Küchentisch ab, flitzt in ihr Zimmer und kommt Sekunden später mit ihrem Ranzen zurück. Pink- und türkisfarben ist er, mit einem Pferd darauf. „Meine Lieblingsfarben“, sagt Luisa. Sie öffnet den Deckel und zieht Feder- und Schlampermäppchen hervor. „Auch in den Farben und auch mit einem Pferd“, sagt Luisa. Dann läuft sie noch einmal in ihr Zimmer und holt die passende Sporttasche. Ihre Ausrüstung haben ihre Eltern sorgfältig ausgesucht. Im Internet haben Enrico und Stefanie Longo vor einigen Wochen das Schultaschen-Set entdeckt. Glücklicherweise hat ein Geschäft in der Region das Modell ebenfalls verkauft. So konnte Luisa den Ranzen in Ruhe anprobieren, er gefiel ihr auf Anhieb.

Luisa zeigt auf die Innenseite des Schulranzen-Deckels. Dort steckt ein Blatt unter einer Plastikfolie. „Das ist mein Stundenplan“, sagt sie. Doch noch ist keines der Kästchen ausgefüllt. Wann sie Mathe, Deutsch, Sport, Musik und Handwerken hat, erfährt die Sechsjährige heute. Und sie bekommt eine Einkaufsliste, damit sie weiß, welche Hefte sie benötigt. Schere, Kleber, Radiergummi und Schreibzeug hat sie schon. Im Federmäppchen reihen sich bunte Holzstifte aneinander. Sie sind nach Farben sortiert.

Schon jetzt kann sie ein bisschen schreiben, ihren Namen, „Mama“ und „Papa“. Und Luisa kennt ihren Schulweg, er ist nicht einmal einen Kilometer lang. Allerdings weiß sie nicht, wer in ihre Klasse geht. Zwar hat sie sich gewünscht, dass ein paar ihrer besten Freundinnen mit ihr die Schulbank drücken. Aber ob ihr Wunsch in Erfüllung gegangen ist, erfährt Luisa erst, wenn sie heute um 9 Uhr das Klassenzimmer betritt. Etwa zweieinhalb Stunden dauert der Unterricht, dann geht es nach Hause zum Mittagessen mit ihren Eltern, Großeltern und ihrem Bruder Domenico (1). Anschließend gibt’s Kaffee und Kuchen.

Luisa fiebert seit Monaten auf den heutigen Tag hin. Endlich darf sie ihre Schultüte plündern. An einer Wand hinter ihr in der Küche hängt ein Plan mit Kästchen. Sie stehen für die Tage, die vergehen müssen, bis sie sich Erstklässlerin nennen darf. Einige Tage hat Luisa mit einem gelben Stempel markiert. „Aber den habe ich irgendwann verloren“, sagt sie, grinst und zuckt mit den Schultern. Macht nichts. Wer so aufgeregt ist, steht am ersten Schultag eh pünktlich auf. 

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