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Freies Feld: Am Winninger Weg soll das neue Seniorenheim gebaut werden, wo genau ist noch offen.

Gemeinderat legt sich auf Standort fest

Lang erwarteter Startschuss für neues Pflegeheim in Taufkirchen

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Nach jahrelangen Diskussionen war es jetzt soweit: In seiner letzten Sitzung der Legislaturperiode gab der Gemeinderat den Startschuss für das neue Pflege- und Seniorenheim.

Am Donnerstag stimmte einheitlich für die Aufstellung eines Bebauungsplans auf dem Grundstück am Winninger Weg und einer Nutzungsänderung des Geländes, das derzeit als landwirtschaftliche Nutzfläche eingetragen ist.

Nachdem in den vergangenen Jahren viele Grundstücke diskutiert worden waren, hatte sich der Gemeinderat Ende November letztendlich auf das Grundstück am Winninger Weg geeinigt und beschlossen, dass ein unabhängiger Planer die verschiedenen Erschließungsmöglichkeiten des Grundstücks östlich des Hachinger Baches bis zu einer gedachten Nord-Süd-Linie ab der nordöstlichen Ecke des Burschengrundstücks bis zur Straße am Heimgarten erstellen zu lassen. Dabei sollten die Möglichkeiten der Erschließung über Am Heimgarten, eine Brücke über den Hachinger Bach oder eine Zufahrt über das Burschengrundstück untersucht werden.

Nur Teil des Geländes gehört der Gemeinde

In nichtöffentlicher Sitzung wurden dem Gemeinderat am Donnerstag diese Möglichkeiten vorgestellt. Ebenso die Ergebnisse aus den Gesprächen mit den betroffenen Grundstückseigentümern – nur ein Teil des Geländes dort gehört der Gemeinde selbst.

Hinsichtlich der Erschließung war der Gutachter zu dem Schluss gekommen, dass eine Erschließung über den Hachinger Bach ein dramatischer Eingriff in das beliebte Biotop wäre. Schlüssig wäre deshalb aus Sicht der Verwaltung eine Erschließung des Plangebiets über die Straße Am Heimgarten. Am Donnerstag ließ man die Frage nach der Erschließung dennoch vorerst offen. Ebenso, wie viel von dem Gelände dort am Ende tatsächlich bebaut wird.

Beatrice Brückmann (ILT) kritisierte, dass das von der Gemeinde umrissene Gebiet viel größer sei, als es der Gemeinderat ursprünglich angedacht hatte. Außerdem störte es sie, dass Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) von einem Heim und Wohnungen für die Beschäftigten sprach. „Davon war eigentlich nicht die Rede“, man habe nur ein Heim bauen wollen. „Es geht erst mal um einen groben Umriss des Gebiets, in welchem das Seniorenwohnheim entstehen soll“, betonte Sander. „Wir legen uns damit noch auf nichts fest.“ Aber es sei wichtig, alle Möglichkeiten offen zu halten.

Knackpunkt Bürgerbeteiligung

Auch Matteo Dolce (SPD) plädierte dafür, den Umgriff des Planungsgebiets kleinzuhalten und daher auch eine Erschließung über die Münchner Straße nicht außer Acht zu lassen. Zum anderen wollte er „noch etwas Zug in die Sache bringen“. Schließlich „tun wir schon seit 2017 rum“. Er plädierte daher dafür, auch gleich eine Bürgerbeteiligung zu beschließen – wie es zuvor die Grünen vorgeschlagen hatten. „So wie die Grünen das vorschlagen, geht das nicht“, sagte Sander etwas verärgert. Und Paul Haberl (CSU) will generell lieber warten. „Wir hatten auch bei denKegelfeldern eine Bürgerwerkstatt mit tollen Ergebnissen und am Ende kam alles anders.“

Auch die Freien Wähler befanden, es sei zu früh, Bürger zu beteiligen. Die Verwaltung solle erst zwei oder drei Konzepte erarbeiten lassen, über die die Bürger dann abstimmen könnten. „Außerdem soll der neue Gemeinderat entscheiden, ob er eine Bürgerbeteiligung will, denn er muss ja auch dahinterstehen“, sagte Peter Hofbauer.

Am Ende einigte sich das Gremium darauf, dass die Verwaltung bis zur nächsten Sitzung einen Vorschlag ausarbeiten soll, wie die Bürger an den Planungen beteiligt werden können. Am 28. Mai wird sich dann der neugewählte Gemeinderat zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigen.

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