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Viele Wünsche: Ob alle umsetzbar sind, ist fraglich. 

Taufkirchen

Siedlung am Wald: Aus dem Grünzug soll ein richtiger Park werden

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Ein echter Park soll  in der Taufkirchner Siedlung Am Wald enstehen. Wie das am Ende aussehen soll, darüber gehen die Meinung auseinander.

Mehr Treffpunkte, mehr Spielplätze und mehr Licht soll es künftig geben und generell soll alles ein bisschen hübscher werden in dem etwa 500 Meter langen Grünzug, der sich durch die Siedlung am Wald schlängelt. Eben ein richtiger Park, wo man sich gerne aufhält. Als einen solchen sieht ihn auch Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei). „Das Wort Grünzug finde ich nicht so gut“, sagte er am Freitagnachmittag vor dem kleinen Rodelhügel. Dorthin hatte die Gemeinde Anwohner und interessierte Bürger eingeladen, um herauszufinden, was sie sich für den Park wünschen.

Dass die Bezeichnung Park auch die Realität trifft, dafür sollen die Landschaftsarchitekten vom Büro Rockinger aus München sorgen. Sie haben einen Grobentwurf erarbeitet – was bleiben soll und wo Neues hinsoll. Am Freitag konnten die Bürger einen ersten Blick darauf werfen – und gleich auch ihre Wünsche einbringen.

Was auf jeden Fall bleibt

Zusammen mit den Landschaftsarchitekten und Vertretern vom Städtebauförderprogramm Soziale Stadt lud die Gemeinde zu Spaziergängen durch die Anlage parallel zur Platanenstraße ein. An Pinnwänden in drei Pavillons an verschiedenen Punkten im Park wurde gefragt: „Was machen Sie hier gerne?“, „Was finden Sie gut hier“ und „Was könnte besser sein?“ Es gehe nicht darum, alles umzukrempeln, sagte Ullrich Sander. Bewährtes – wie etwa die freie Fläche am Rodelhügel – soll erhalten bleiben, anderes ergänzt oder verbessert.

Renate Ellinger hätte da schon ein paar Ideen. Die 70-Jährige ist Anwohnerin der ersten Stunde. „1970 sind wir in die Häuser in der Platanenstraße 21 bis 25 eingezogen“, erzählt sie. Ihre drei Kinder sind hier aufgewachsen. Da war der Park vor der Haustür ideal. „Im Winter sind sie direkt hier schlittengefahren und ich hatte sie vom Fenster immer im Blick“, erzählt sie. Auch jetzt ist sie gerne in den Grünflächen unterwegs. „Ich finde es immer noch schön“, sagt sie. „Aber es bräuchte mehr Bänke zum Hinsetzen und Rasten.“ Was ihr nicht gefällt: „Dass die Wiese hier abends oft als Hundetreff benutzt wird.“ Da bleibe so mancher Haufen liegen und am nächsten Tag würden da wieder Kinder spielen.

Eine Statue vom Bürgermeister

Ob und wie das Problem zu lösen ist, wird sich zeigen. „Wir wollen vor allem nicht irgendwas planen, was die Bürger gar nicht brauchen“, sagt Landschaftsarchitekt Andreas Rockinger. „Unsere Aufgabe sehen wir vor allem darin, zu zeigen, wie die Wünsche umgesetzt werden können.“ Ob das bei allen klappt, erscheint fraglich beim Blick auf die schon recht volle Tafel mit den „Wünsche-Kärtchen“. Mehr Mülleimer, mehr Sitzgelegenheiten, Sportgeräte und Namen für die kleinen Wege durch die Grünanlage – klingt noch ganz realistisch. Schwieriger dürfte es schon werden bei der Trampolinhalle und dem Streichelzoo. „Vieles haben sich die Grundschüler gewünscht, mit denen wir heute Vormittag durch den Park gegangen sind“, erklärte Tilo Klöck von der Sozialen Stadt mit einem Lächeln. Ein Vorschlag der Schüler sei auch eine Statue gewesen, vielleicht vom Bürgermeister? Auch wenn das Sander gefallen könnte, wird die Idee wohl nicht in die weiteren Planungen einfließen. Über den Winter wollen die Landschaftsarchitekten einen Entwurf erarbeiten, der im Frühjahr dann dem Gemeinderat vorgestellt wird. Dann soll es auch möglichst schnell an die Umsetzung gehen. „Vor allem geht es darum, die verschiedenen Bedürfnisse – von Jung und Alt, von Ruhezonen bis zu Tobemöglichkeiten – unter einen Hut zu bringen“, erklärt Tilo Klöck. Finanziert wird die Neugestaltung unter anderem mit Geld aus dem Förderprogramm Soziale Stadt.

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