Gemeinderat kann sich nicht einigen

Immer noch keine Entscheidung zur Grundschule

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Der Kämmerer kam kurz zu Wort, der Projektsteuerer – dann war Schluss. Zum wiederholten Male ist es dem Taufkirchner Gemeinderat nicht gelungen, wichtige Entscheidungen zur neuen Grundschule am Wald zu treffen. Begründung: fehlende Information.

Taufkirchen – So wissen einzelne Gemeinderatsmitglieder laut CSU-Fraktionssprecher Herbert Heigl noch immer nicht, wie viele Schüler in die neue Schule gehen sollen. 400? 600? Wer da geschlafen hat – Verwaltung oder Volksvertreter –, wird in Taufkirchen gerne diskutiert.

Daneben sitzen die beauftragten Architekten und Ingenieure und können nur staunen. Schon im Mai hatten die Gemeinderäte mehrere Entscheidungen vertagt, da ihnen notwendige Informationen fehlten (wir berichteten). „Nun haben wir noch mal dreieinhalb Wochen intensiv gearbeitet“, leitete Jochen Weber von Hitzler Ingenieure die zur Abstimmung stehenden Punkte ein. Darunter die Entscheidung: Zweifach-Turnhalle oder Dreifach-Turnhalle? Sportplatz auf dem Dach? Tiefgarage oder oberirdische Stellplätze? Doch soweit kam es nicht.

ILT: Grundstück am Sportplatz zu klein

In einem Antrag fordert die ILT, die gesamte Entscheidung neu aufzurollen, da das Grundstück am Sportplatz um ein Drittel kleiner ist als das bisherige Schulgrundstück (9350 Quadratmeter statt bisher 13 878). Dies habe sich „durch Zufall auf unsere Nachfrage hin herausgestellt“, heißt es in dem Papier. Schlussfolgerung der ILT: „In Anbetracht einer Investitionssumme von über 30 Millionen Euro für eine neue Grundschule sollte nochmals intensiv darüber nachgedacht werden, ob die vorgesehene Lösung sinnvoll und tatsächlich alternativlos ist.“

Was die Kosten betrifft, ist der Gemeinderat richtig informiert. Kämmerer Jan Modrzinski geht von 34 Millionen Euro Bau- und Planungskosten aus. „Acht Millionen erhalten wir über Förderungen zurück, konservativ geschätzt“, sagte er. „Dennoch bleibt die für mich erschreckende Summe von 26 Millionen Euro, die die Gemeinde selber aufbringen muss.“

Wofür das Geld verwendet wird, wollte der Gemeinderat auch in der Juni-Sitzung nicht entscheiden. Die Planer und Architekten zogen zum zweiten Mal unverrichteter Dinge ab. Am 13. Juli um 19.30 Uhr wird es nun eine Sondersitzung zur Grundschule geben.

Hier wird auch das Thema Mittagsbetreuung diskutiert, kündigte Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) an. Zu Beginn der öffentlichen Sitzung war der Punkt von der Tagesordnung gekippt worden. „Dieses Thema bedarf einer intensiveren Betrachtung“, begründete Sander mit Blick auf die knappe Zeit. Zur Grundschule fiel an diesem Abend nur ein einziger Beschluss – bezeichnenderweise die Rücknahme einer Entscheidung vom Mai. Damals hatte der Gemeinderat keinen Grund gesehen, das Schulberatungszentrum (SBZ) des staatlichen Schulamts weiterhin in Taufkirchen unterzubringen. „Aufgrund der hohen Zahl von Einzelfällen aus Taufkirchen sollte das SBZ doch bei uns bleiben“, führte Sozialreferent Andreas Bayerle aus. Der Gemeinderat votierte daraufhin einstimmig dafür.

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