Rathaus Taufkirchen bei München
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Das Rathaus in Taufkirchen.

Haushalt 2021 beschlossen – Millionen für Schulen und Diskussion um Grundstücksverkauf

Taufkirchen investiert kräftig

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Als „nicht ganz so rosig“ hat Bürgermeister Ullrich Sander die Finanzlage der Gemeinde bezeichnet, dennoch habe Kämmerer Jan Gradl einen „soliden Haushalt“ für 2021 auf die Beine gestellt.

Taufkirchen - Das fand auch der Gemeinderat und gab diesem am Donnerstag einstimmig seinen Segen – einem Rekordhaushalt mit einem Volumen von 89,5 Millionen Euro.

Weniger Steuern

Die laufenden Ausgaben im Verwaltungshaushalt betragen rund 46 Millionen Euro, die Investitionen im Vermögenshaushalt sind auf 43 Millionen Euro veranschlagt. Haupteinnahmen im Verwaltungshaushalt sind die Steuern mit rund 32,5 Millionen. Wegen der Pandemie hat die Gemeinde 1,5 Millionen Euro weniger Gewerbesteuer bekommen, bei der Einkommenssteuer sind es 300 000 Euro weniger. 12,8 Millionen Euro muss die Gemeinde an den Landkreis zahlen, 1,25 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Ein großer Posten sind die Personalausgaben mit 9 Millionen. Da miteingeplant sind zwei neue Springerkräfte für Kindertagesstätten sowie ein Klimaschutzmanager für die Gemeinde. Worüber alle froh sind: Bei den freiwilligen Leistungen wie etwa den Zuschüssen für Vereine wurde nicht gekürzt.

Minus kein Wunder

Das Minus im Verwaltungshaushalt, das durch 3,2 Millionen Euro aus dem Vermögenshaushalt ausgeglichen wurde, sei „angesichts Corona kein Wunder“, sagte Sander, „aber hoffentlich keine Dauersituation“. Laut Kämmerer Jan Gradl sei 2021 schon ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen. Je nach Fortschritt der Impfungen sei ab dem zweiten Quartal mit einer Erholung der wirtschaftlichen Lage zu rechnen.

Beim Vermögenshaushalt, aus welchem die Gemeinde ihre Investitionen tätigt, machen Baumaßnahmen mit rund 25 Millionen Euro einen dicken Posten aus: die Fortführung des Neubaus der Grundschule am Wald mit 10,4 Millionen Euro, 2,3 Millionen Euro für die Erweiterung- und Planungskosten der Mittelschule und der Neubau von 48 Wohnungen Am Riegerweg schlägt mit 5,1 Millionen zu Buche.

Grundstückskäufe

Für 11 Millionen Euro sichert sich die Gemeinde strategisch wichtige Grundstücke. Investiert wird zudem unter anderem in Sportanlagen, die Aufwertung des nördlichen Teils des Parks im Wald, die Umrüstung auf LED-Straßenbeleuchtung sowie die Umsetzung des Radwegkonzepts.

Rücklagen schmelzen

Die Ausgaben finanziert die Gemeinde, indem sie selbst Grundstücke verkauft (siehe Kasten) und dabei in diesem Jahr mit 12,2 Millionen plant. 8,1 Millionen Euro entnimmt sie zur Finanzierung aus ihren Rücklagen und 13,6 Millionen nimmt sie an Krediten auf. Die Rücklagen schrumpfen auf 1,8 Millionen Euro. Doch Kämmerer Gradl ist optimistisch, dass das Polster in den kommenden Jahren wieder größer wird.

Diskussion gab es nur um den Grundstücksverkauf. David Grothe (Grüne) wollte lieber Schulden aufnehmen, statt wertvolle Grundstücke zu verkaufen, um damit Löcher im Haushalt zu stopfen. Peter Hofbauer (FW) schlug daraufhin vor, jeder Gemeinderat solle anteilig die Gemeinde-Schulden mittragen, denn „privat würde wohl jeder anders haushalten“. Am Ende beschloss das Gremium einstimmig den Haushalt und dankte Kämmerer und Verwaltung für die Arbeit.

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