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Vor einem Jahr hat Pächter Francesco Vittorino den Köglwirt übernommen. Doch die Gäste bleiben aus. Immer öfter muss der Wirt zusperren. 

Viel Missmut

„Es läuft nicht!“ - Vereine enttäuscht von Sportgaststätten-Pächter

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Der Köglwirt am Sportpark floppt und sorgt damit für reichlich Missmut – bei der Gemeinde, den Sportlern und dem neuen Pächter. Nun will er der Gemeinde drei Optionen vorschlagen.

Taufkirchen – Der Köglwirt in seiner jetzigen Form könnte bald ein Ende haben. Weniger als ein Jahr nach Wiedereröffnung der Gaststätte, klagt der aktuelle Pächter, Francesco Vittorino, über zu wenig Kundschaft. Er will nun an die Gemeinde herantreten und darum bitten, entweder den Vertag aufzulösen oder das Konzept ändern zu dürfen. „So wie es derzeit läuft, kann ich das Ganze nicht halten“, sagt der Wirt dem Münchner Merkur.

Der Köglwirt sorgt derzeit für reichlich Missmut bei Wirt, Sportlern und der Gemeinde. Erst im März eröffnete die Gaststätte am Taufkirchner Sportpark, nachdem sie monatelang geschlossen hatte. Vittorino hatte Anfang 2017 einen Vertrag mit der Gemeinde unterschrieben. Seitdem betreibt er neben seinem Restaurant „Dolce e Salato“ in der Lindenpassage auch den Köglwirt. Doch während ersteres in der Regel brechend voll ist, ist der zweitere schlecht frequentiert – auch weil die Lage am Ortsrand nicht optimal ist. Deshalb muss Vittorino oft zusperren. Ein Betrieb des Restaurants ohne Kunden lohne sich nicht, sagt er.

Köglwirt sei ständig geschlossen

Die unregelmäßigen Öffnungszeiten stören allerdings so manche Sportler, die am Sportpark ihren Hobbys nachgehen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte sich Michael Neumayer (CSU) beschwert, dass der Köglwirt ständig geschlossen hat. Neumayer ist bei den Schützen aktiv. Das Vereinsstüberl befindet sich am Köglweg. „Eine Wirtschaft, die ständig zu hat, braucht dort niemand“, sagt er. Einige seiner Vereinskollegen würden sich an Schützenabenden gerne mal eine Pizza holen. Auch sonst sei am Sportpark reger Publikumsverkehr. Neumayer verweist etwa auf die stets ausgebuchte Turnhalle. Er habe nicht den Eindruck, dass sich der Wirt um mehr Gäste bemühe.

Vittorino dagegen sagt, dass kaum Kunden sein Lokal besuchen würden. Die Leute würden nicht einmal zum Fußballschauen kommen, obwohl er einen Vertrag mit Sky habe. „Ich habe nichts gegen die Sportler. Das sind meine Kunden in der Lindenpassage.“ Er betont, dass er wirklich ernst gemeint habe mit dem Köglwirt, als er den Vertrag mit der Gemeinde unterschrieben habe. „Ich habe einen Zehn-Jahres-Vertag mit Option auf Verlängerung um sieben weitere Jahre. Leider läuft es nicht.“

Bürgermeister: „Knifflige Angelegenheit“

Er fürchtet um das Geld, das er in die Gaststätte investiert hat. Die Investitionen sollen sich irgendwie rechnen. Also hat er versucht, den Köglwirt als Veranstaltungsort für Hochzeiten oder Firmen zu etablieren. Doch es gebe immer wieder Probleme mit der Gemeinde und dem Hausmeister vor Ort. Ein Problem sei, dass die Gemeinde auf geregelte Öffnungszeiten poche. Außerdem beschwere sich der Hausmeister unter anderem über die vielen Autos, die bei Veranstaltungen auf dem Parkplatz stehen und ihm am Schneeschaufeln hindern würden.

Es ist fraglich, ob dieses Konzept mit dem Pachtvertrag vereinbar ist. Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) spricht allgemein von einer „kniffligen Angelegenheit“. „Die Öffnungszeiten sind im Vertrag fixiert“, sagt er. Daran müsse sich der Pächter halten. „Ich habe aber auch Verständnis dafür, dass ein Wirt zumacht, wenn keine Gäste da sind.“ Die Gemeinde wolle nun eine Lösung suchen.

Event-Location oder Sportsbar als Auswege?

Francesco Vittorino hat bereits die Initiative ergriffen. Er will der Gemeinde drei Optionen vorlegen, wie es mit dem Köglwirt weitergehen soll. Variante Nummer eins: Der Vertrag wird aufgelöst. Nummer zwei und drei beinhalten neue Konzepte. Vittorino würde gerne seinen Plan einer Event-Location weiterverfolgen. Dafür bräuchte er aber – anders als im Vertag festgelegt – flexiblere Öffnungszeiten.

Die dritte Idee: Eine Sportsbar, wo die Gäste Fußball oder anderen Profisport schauen können. „Ohne Spielautomaten“, betont Vittorino. Die Gäste könnten Billard oder Dart spielen. Es gebe nur ein paar Gerichte auf der Tageskarte, die nicht unbedingt einen professionellen Koch erfordern würden. Wenn Vittorino offiziell mit seinen Plänen an die Gemeinde herangetreten ist, will sich Sander damit auseinandersetzen und im Gemeinderat darüber beraten.

Stillstand in der Lindenpassage

Francesco Vittorino ist Inhaber des Restaurants „Dolce e Salato“ in der Lindenpassage. Auf dem Areal möchte das Immobilienunternehmen „Rock Capital“ aus Grünwald ein Einkaufszentrum errichten. Doch es herrscht Stillstand. 

Vittorino und ein Zahnarzt sind die letzen beiden Mieter in der Gasse. Sie weigern sich auszuziehen und machen „Rock Capital“ schwere Vorwürfe. Vittorino wünscht sich eine „angemessene Ablöse“ und die Erstattung der laufenden Betriebskosten dafür, dass er den Mietvertrag kündige. Schließlich laufe dieser noch fünf Jahre. Doch er versuche seit September mit jemanden bei „Rock Capital“ über seine Forderungen zu sprechen, werde allerdings immer wieder vertröstet. Den Vorwurf von „Rock Capital“ seine Forderungen seien „utopisch“, weist Vittorino scharf zurück. Er sagt: „Ich bin nicht schuld, dass das neue Einkaufszentrum nicht gebaut wird.“

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