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In der Kritik: Plastikgranulat auf dem Kunstrasenplatz in Deisenhofen. Die Nachbarn in Taufkirchen wollen ohne die umweltschädlichen Kunststoff-Kügelchen auskommen.

Quarzsand, Kork oder der Staubsauger

Kunstrasen: Taufkirchen will weg vom Plastikgranulat 

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Kunstrasenplätze mit Mikrogranulat sind schlecht für die Umwelt. Die Gemeinde Taufkirchen sucht nun nach gangbaren Alternativen.

Taufkirchen – Dass die Fußballer in der Gemeinde dringend mehr Stunden zum Trainieren brauchen, ist lange bekannt. Rund 1400 zusätzliche Stunden wünschen sie sich. Ein Kunstrasenplatz würde diesen Bedarf locker decken. Doch aus Umweltgründen sehen das viele kritisch. Gar nicht so leicht, die eigenen Ansprüche an den Umweltschutz und an die Sportförderung unter einen Hut zu packen.

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In seiner jüngsten Sitzung diskutierte der Gemeinderat erneut Möglichkeiten, wie man in der Sache vorwärtskommen könnte. Finanzielle Unterstützung ist bereits da: Schon im Juli hatte die Gemeinde den Zuschlag für Fördermittel in Höhe von 704 000 Euro aus dem „Integrationspakt Soziale Integration im Quartier“ bekommen für den Bau einer „integrativen Sportanlage“. Die Verwaltung schlug dem Gemeinderat nun mehrere Varianten vor – und auch in Sachen Kunstrasenplatz gibt es neue Erkenntnisse.

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Quarzsand und Kork als Alternative - oder schlicht der Staubsauger

So gebe es laut Bauamtsleiter Stefan Beer nun auch Alternativen zum umstrittenen Einfüllgranulat auf Kunststoffbasis, das auf Kunstrasenplätzen regelmäßig aufgetragen werden muss. „Es gibt mittlerweile auch so genannte Infills aus Quarzsand und Kork.“ Darüber hinaus gebe es einen Kunstrasenplatz, der völlig ohne Granulat auskomme. In Benutzung sei ein solcher bereits seit neun Jahren in Penzberg. „Der Platz muss nur gelegentlich abgesaugt werden.“ Eine Firma aus der Schweiz biete ihn an.

Ein Naturrasen reicht den Sportlern nicht

Als Standort ist der sogenannte „Käfigplatz“ am Postweg angedacht. Der Platz ist derzeit in sehr schlechtem Zustand. Eine Generalsanierung wäre ohnehin notwendig. Das Umweltamt empfiehlt, diesen Platz zu nutzen und keinen komplett neuen Rasenplatz zu schaffen, da auch dieser kein geeigneter Lebensraum für Insekten und Vögel sei und somit ohnehin als versiegelte Fläche gelte. Zudem könne ein neuer Natur- oder Hybridrasen den bestehenden Bedarf nicht decken.

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Auch der Abrieb ist problematisch

„Auch der Abrieb von einem Kunstrasenplatz ist nicht unbedenklich“, gab Renate Meule (ILT) zu bedenken. Die gesundheitlichen Auswirkungen hierzu seien noch unerforscht. David Grothe von den Grünen wollte wissen, mit welchen Kosten bei den verschiedenen Varianten zu rechnen sei. Auch was das umweltgerechte Recycling eines Kunstrasenplatzes koste.

Das will die Verwaltung nun herausfinden. Sie holt Pläne und Kostenschätzungen hinsichtlich Investition, Unterhalt und Recycling ein für die zwei Varianten: Kunstrasenplatz mit Kork/Kokos sowie einen Kunstrasenplatz ohne Granulat. Liegen diese vor, soll der Gemeinderat einen endgültigen Beschluss fassen.

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