+
Zu eng: die Schranken am Oberhachinger Weg beim Übergang an der Köglstraße.

„Wir sind keine Radlwüste, wie einige behaupten“

Auf dem Weg in die Champions-League: Das lässt sich für Radfahrer noch alles verbessern

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
    schließen

Verkehrsplaner haben im Taufkirchner Gemeinderat ein Fahrradkonzept vorgestellt. Die Gemeinde steht nicht schlecht da. Trotzdem ist noch mehr möglich.

Taufkirchen – In Sachen Radverkehr steht die Gemeinde nicht schlecht da. Vieles ist schon passiert, doch es gibt noch Luft nach oben. „Man muss sich entscheiden, ob man beim Radverkehr in der Kreisklasse oder in der Champions League mitspielen will“, sagte Verkehrsplaner Ralf Kaulen am Donnerstag dem Gemeinderat, dem er das lang erwartete Radverkehrskonzept präsentierte.

Kaulen lobte besonders die Tempo-30-Zonen in der Gemeinde – laut ihm wichtiges Mittel zur Förderung von Radverkehr. Auch dass die Gemeinde schon vor Fertigstellung des Radkonzepts einige Einbahnstraßen wie die Eichen- und die Ritter-Hilprand-Straße für die Radler beidseitig freigegeben hat, findet der Verkehrsplaner gut.

Der Ansatz: Wie würde der Radfahrer gerne fahren, wenn er könnte?

Beim Gutachten wählte sein Team folgenden Ansatz: Wie würde der Radfahrer gerne fahren, wenn er könnte? Die Planer ermittelten die Punkte, zwischen welchen die Radler am häufigsten unterwegs sind und schauten, welche Hindernisse auf den Routen liegen. So spannen sie ein Netz aus sinnvollen Radverkehrsverbindungen in der Gemeinde auf zwei Ebenen: eines, das Alltagsziele wie Schule, Kita und Supermarkt auf schnellstem Weg verbindet, das andere zeigt Freizeitrouten auf schönen Strecken abseits des Autoverkehrs.

Das könnte Sie auch interessieren: MVV-Tarifreform: Das soll sich im Landkreis München ändern

Gut: für Radler freigegebene Einbahnstraße.

Im Alltagstest schauten die Planer dann, wo es auf diesen Strecken hapert. Dabei entdeckten sie einige Mängel. Zum Beispiel Poller in der Mitte des Weges, etwa am Winniger Weg, der Autofahrer abhalten soll. „Da sollte man immer hinterfragen, ob es solche Poller wirklich braucht“, so Kaulen. Ein Dorn im Auge sind ihm auch die Schranken, die Radler auf dem Oberhachinger Weg beim Überqueren des Köglwegs bremsen. „Die Durchfahrt ist für ein Rad mit Anhänger viel zu eng.“ Generell solle man lieber mit Leitsystemen und Markierungen als mit Schranken arbeiten. Fehlende Radwege, etwa entlang der Münchner Straße und der Tegernseer Landstraße, hält er für „Netzlücken, die nicht toleriert werden sollten“. Inakzeptabel, weil viel zu schmal, findet Kaulen auch die Unterführung am Bahnhof, die von Fußgängern und Radlern gleichermaßen genutzt wird. „Die sollte die Bahn dringend verbreitern.“ Auch dass sich Radler und Fußgänger Wege teilen, sieht er kritisch. „Das hat nichts mit Förderung des Radverkehrs zu tun.“ Vieles sei künftig denkbar: eine Fahrradstraße, auf der Radler Vorrang haben, zum Beispiel in der Eschenstraße. Mehr Radwege, mehr Schutzstreifen für Radler auf Straßen, moderne Abstellplätze, auch für E-Bikes, mit der Möglichkeit, den Akku zu laden. In etwa vier Wochen bekommt der Gemeinderat einen Abschlussbericht mit Empfehlungen, über die er abstimmen muss.

„Wir wollen in die Champions League“

„Das Gutachten zeigt: Wir sind keine Radlwüste, wie einige behaupten“, sagt Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei). Vieles sei schon umgesetzt, an einigen Schwachstellen werde schon gearbeitet. „Einiges kann man aber mangels Platz nicht umsetzen“, so Sander. Besonders sinnvoll hält er eine Beschilderung, die auf die optimale Wegführung hinweist.

Für Grünen-Chef David Grothe war klar: „Wir wollen in die Champions League.“ Noch in diesem Jahr hofft er auf die erste Fahrradstraße.

Lesen Sie auch: Siedlung am Wald: Aus dem Grünzug soll ein richtiger Park werden

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„H’ugo’s“: Bekannter Promi-Wirt eröffnet Lokal in Grünwald
Das Eboli gehört endgültig der Vergangenheit an: In Grünwald hat ein neues Lokal eröffnet. Nicht irgendeins, sondern ein Ableger des Münchner Promi-Lokals „H’ugo’s“.
„H’ugo’s“: Bekannter Promi-Wirt eröffnet Lokal in Grünwald
Coronavirus im Landkreis München: Vier neue Infektionen, Zahl der aktiven Fälle bleibt stabil
Das Coronavirus ist immer noch präsent im Landkreis München. Doch die Infektionen werden deutlich weniger. Alle Informationen gibt es hier im Ticker.
Coronavirus im Landkreis München: Vier neue Infektionen, Zahl der aktiven Fälle bleibt stabil
Um Auffahrunfall zu vermeiden: Motorradfahrer legt Vollbremsung ein und stürzt
Beim Versuch, einen Auffahrunfall zu vermeiden, ist ein Motorradfahrer in Haar gestürzt und hat sich dabei schwer verletzt.
Um Auffahrunfall zu vermeiden: Motorradfahrer legt Vollbremsung ein und stürzt
Abschied von einem Oberhachinger Urgestein
Magnus Schelle, der Vater von Bürgermeister Stefan Schelle, war tief verwurzelt in seiner Heimatgemeinde Oberhaching und Zeit seines Lebens politisch und sozial …
Abschied von einem Oberhachinger Urgestein

Kommentare