Mittagsbetreuung in Taufkirchen wird massiv ausgebaut

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In der Gemeinde Taufkirchen schrillen die Alarmglocken. Zum kommenden Schuljahr steigt die Zahl an Grundschülern, die nach dem Unterricht einen Betreuungsplatz brauchen, so stark an, dass neue Gruppen in der Mittagsbetreuung eingerichtet werden müssen. Der Gemeinderat hat dafür jetzt die Weichen gestellt.

Taufkirchen – Im Sitzungssaal des Rathauses wurde es am Donnerstagabend recht eng. Rund 70 Zuhörer – darunter hauptsächlich Eltern – drängten sich in den Raum. Sie wollten hören, wie die Gemeinde das Problem bis zum Schulstart im September in den Griff bekommen will. Serviert bekamen sie von der Rathausverwaltung nicht nur konkrete Lösungsvorschläge. Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) bekannte sich auch zum Willen der Gemeinde, sich in allen Bereichen der Kinderbetreuung um eine 100-prozentige Bedarfsdeckung zu bemühen. Dieses Versprechen wollte er in einem Antrag festhalten.

„Man merkt, dass der Wahlkampf begonnen hat“, kommentierte Michael Lilienthal (FW) den Vorstoß trocken. Ihm war – ebenso wie David Grothe (Grüne) – das Bekenntnis Sanders zur völligen Bedarfsdeckung zu schwammig formuliert. „Ihr Antrag ist eine reine Luftnummer“, echauffierte sich Lilienthal. Er forderte einen konkreten Zeitplan. Grothe schlug vor, sich eine Jahresfrist zu setzen. „Das wird nicht möglich sein“, entgegnete Sander, ergänzte aber letztlich seinen Antrag um den Vorschlag Grothes.

Der Sozialreferent im Rathaus, Andreas Bayerle, erläutert, wie man den Betreuungsbedarf für die Schüler des Sprengels „Grundschule am Wald“ decken will. Demnach hat sich die Nachbarschaftshilfe (NBH) bereit erklärt, zusätzlich zu den bestehenden Mittagsbetreuungs-Gruppen im Gebäude an der Pappelstraße  zwei neue Gruppen einzurichten. Sander und Bayerle erklärten auf Nachfrage von Eckhard Kalinowski (FW), dass der Bedarf dann voraussichtlich gedeckt sei. Zumal man die Gruppenstärke – in der Regel zwölf Kinder pro Gruppe – auch noch verändern könne. Einem entsprechenden Antrag auf Inbetriebnahme der zusätzlichen Gruppen durch die NBH stimmte der Gemeinderat einmütig zu.

Schwieriger gestaltet sich eine Lösungsfindung für die Grundschule an der Dorfstraße. Hier hat der Verein Integra, der Träger der Mittagsbetreuung ist, Alarm geschlagen, weil so viele Eltern ihre Kinder fürs Schuljahr 2018/19 angemeldet haben. Die CSU hat deshalb vor gut einem Monat den Antrag gestellt, sich mit dem Betreuungsnotstand auseinanderzusetzen.

Kurzfristig gibt es wohl nur die Möglichkeit, die Mädchen und Buben in leer stehenden Räumen in der Schule zu betreuen. Keine optimale Lösung, wie Aline Erdmann (CSU) fand. Denn die ab 11.15 Uhr betreuten Schüler müssten sehr leise sein, weil andere Kinder teils noch bis 13 Uhr Unterricht haben. Auch im von Integra betriebenen Haus der Familie am Postweg, das Erdmann führt, können die Grundschüler nur zum Mittagessen unterkommen. „Unser Haus ist voll“, betonte sie.

Deshalb halten viele Räte die Unterbringung in Containern als mittelfristige Lösung für unumgänglich. Dazu muss aber nach einem geeigneten Grundstück in Schulnähe gesucht werden. Langfristig könnte ein Neubau  helfen. Neben den Räumen hakt es aber auch am Personal. Integra braucht, um drei weitere Gruppen eröffnen zu können, vier oder fünf Betreuer.

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