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Auf dieser alten Postkarte ist zu sehen, wie das Bahnhofsgebäude (l.) einmal aussah. Rechts ist eine ehemalige Gastwirtschaft nahe dem Bahnhof zu sehen.

Ort soll schöner werden

Große Pläne in Taufkirchen: Neuer Glanz für alten Bahnhof

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Von einem neuen Veranstaltungsraum über ein Jugendcafé bis zur Weinstube – Taufkirchen hat mit den alten Klinkergebäuden am Bahnhof groß was vor.

Taufkirchen – Von einem neuen Veranstaltungsraum über ein Jugendcafé bis zur Weinstube – die Pläne, die dem Gemeinderat am Donnerstag für die künftige Nutzung des alten Bahnhofs und seiner zwei Nebengebäude präsentiert wurde, klingen vielversprechend. Fest steht schon länger, dass die Gebäude, die die Gemeinde nach langen Verhandlungen 2008 von der Bahn gekauft hatte, saniert und neu genutzt werden. 60 Prozent der Kosten bekommt die Gemeinde gefördert – im Rahmen des Programms Soziale Stadt. Geplant sind dabei Veränderungen und Verbesserungen für das gesamte Bahnhofsareal.

Die Gastronomie im Erdgeschoss soll bleiben

Im Juni 2018 hatte der Gemeinderat das Planungsbüro Dragomir beauftragt, Bahnhof und Nebengebäude genauer unter die Lupe zu nehmen und ein Konzept für das Ensemble zu entwickeln. Auch zahlreiche Bürger Taufkirchens konnten ihre Wünsche und Vorstellungen einbringen. Derzeit ist im Erdgeschoss des alten Bahnhofs ein Caf´e samt Kiosk untergebracht, im ersten Stock und im Dachgeschoss befinden sich Wohnungen, wobei nur ein Teil davon unterm Dach noch vermietet ist. Die Gastronomie im Erdgeschoss würde man wohl beibehalten. Im ersten Stock können sich viele einen Raum für Veranstaltungen und Ausstellungen vorstellen. Denkbar wären zudem Gruppenräume, Ateliers oder eine Fläche, wo man zeitweise einzelne Arbeitsplätze mieten könnte. 

Marode mit viel Potenzial: Die beiden Nebengebäude dienten lange als Lager und könnten bald unter anderem ein Jugendcafé beherbergen.

Jugendcafé ins Nebengebäude

„Wir wollen ein Sanierungskonzept, das für alle Nutzungen offen ist“, erklärte Bauamtsleiter Stefan Beer, der die Studie vorstellte. Saniert werden muss auf jeden Fall. Das Gründerzeit-Bauwerk wurde 1898 erbaut und steht unter Denkmalschutz. Ebenso die beiden Nebengebäude entlang des Bahnsteigs, die als Lagerräume benutzt wurden und derzeit leer stehen. In den beiden Häuschen könnte das von den Jugendlichen so oft gewünschte Jugendcafé unterkommen. 

Wunsch nach Wein

Eine Weinbar ist der Wunsch vieler Taufkirchner. Aber auch alles andere ist in den Nebengebäuden denkbar. Zunächst jedoch brauchen die Gebäude Handwerker. In einem der Nebengebäude ist das Dach marode, die Mauern sind feucht. Es muss schnell was passieren. Im Zuge einer Sanierung muss gemäß den Vorgaben des Denkmalschutzes die alte Laderampe vor den Nebengebäuden wieder hergestellt werden und am Hauptgebäude die Dachgauben ihre ursprüngliche Form bekommen. Ein Architekturbüro soll nun mit den weiteren Planungen und einer Kostenschätzung beauftragt werden.

Marode mit viel Potenzial: Die beiden Nebengebäude dienten lange als Lager und könnten bald unter anderem ein Jugendcafé beherbergen.

Sanierung soll Leuchtturmprojekt werden

Im Rathaus hofft man, ein Leuchtturmprojekt für die Soziale Stadt verwirklichen zu können. Auch den Gemeinderäten gefielen die Ideen. „Ein schönes Signal, dass da was vorangeht“, fand Matteo Dolce (SPD). „Wir haben A gesagt, haben die Gebäude gekauft, jetzt müssen wir auch B sagen und eine neue Nutzung finanzieren“, sagte Bürgermeister Ullrich Sander (parteilos). Erste grobe Kostenschätzungen liegen beim Hauptgebäude zwischen 850 000 und zwei Millionen Euro, bei den Nebengebäuden jeweils zwischen 100  000 und 200 000, beim anderen zwischen 200 000 und 500 000 Euro, wovon 60 Prozent über Fördergelder finanziert werden könnten.

Sobald Pläne eines Architekten und genaue Kostenschätzungen vorliegen, muss der Gemeinderat erneut über das weitere Vorgehen abstimmen.

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