Ortsleitsystem

Die Schilderreichen aus

Eine Architektin und zwei Psychologinnen hätten sich auf Wunsch der CSU-Fraktion um ein Ortsleitsystem für Taufkirchen kümmern sollen. Im November stellte sich ein Büro aus Regensburg im Gemeinderat vor. Im Januar indes entschied die Mehrheit nicht öffentlich, das Angebot abzulehnen.

Taufkirchen – Die Schwachstellen in Taufkirchen hatten die beiden Vertreterinnen des „architekturspsychologischen Büros“ bei ihrer Testfahrt durch die Gemeinde im Herbst 2016 schnell ausgemacht „Niemand, der nicht aus Taufkirchen kommt, weiß zum Beispiel, dass sich hinter dem , Ritter-Hilprand-Hof ’ das ,Kultur- und Kongresszentrum‘ Taufkirchen verbirgt“, erklärten die beiden Vertreterinnen in der November-Sitzung. Am S-Bahnhof Taufkirchen sei man aber lediglich auf ein Schild mit der Aufschrift „Ritter-Hilprand-Hof“ gestoßen. Ob ein Außenstehender damit zurechtkomme, sei fraglich.

Zudem sei die „Parkplatzbeschilderung suboptimal, die Ortseingangsbeschilderung fehlt, und am Marktplatz sind die Eingänge zur Bibliothek, zum Kulturzentrum oder zum Rathaus nicht klar zu erkennen“, konstatierten die Expertinnen.

Die Verwaltung hatte deren Konzept ausgewählt, da sie es für Taufkirchen als passend erachtete. Ausgangspunkt war ein Antrag der CSU-Fraktion vom April 2016 gewesen. Damals wurde im Bauausschuss beschlossen, die Beschilderung in Taufkirchen neu zu strukturieren und damit auch „eine gewisse Leitung des Verkehrs zu erzielen“, wie Herbert Heigl dem Gemeinderat im November nochmals in Erinnerung rief.

Nach eigenen Worten ist das Büro, das unter anderem ein Ortsleitsystem für Bad Gögging erstellt hat, „immer auf der Suche nach „sehr schön, aber auch preislich umsetzbar“. Gute Erfahrungen habe man mit „weißer Schrift auf dunklem Grund. Hier wird die Schrift besser wahrgenommen, wodurch man die Größe des Schildes reduzieren und Kosten sparen kann.“ Wichtig sei außerdem eine offene Kommunikation: „Wir werden, wenn wir wir den Zuschlag bekommen, viel sprechen“, versprachen die Planerinnen.

Weniger auskunftsfreudig waren sie bei der Kostenfrage. Erst durch Nachbohren von David Grothe (Grüne) war zu erfahren: „Sechsstellig werden wir nicht.“ Die Abstimmung über die Vergabe sollte in nicht öffentlicher Sitzung fallen. Für die CSU und Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) schien die Sache im November ausgemacht. Allerdings entschied die Gemeinderatsmehrheit Ende Januar anders. Das Angebot fiel durch. „Es ist schade, dass der Gemeinderat die Initiative der CSU abgelehnt hat“, vermeldete Sander via Facebook. „Die Nachbargemeinden machen es uns vor, Taufkirchen schlummert.“

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