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Auch Straßen wurden im Zuge der Umstellung umbenannt. 

zwei Jahre nach der Umstellung 

Postleitzahlen-Protest wird leiser

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Fast zwei Jahre Hickhack um Postleitzahlen – das hat auch Dieter Nawrath, Pressesprecher der Post, noch nicht erlebt. „Einen Fall, der solche Komplikationen mit sich gebracht hat wie die Umstellung in Taufkirchen, kenne ich nicht“, sagt er dem Münchner Merkur. Nun allerdings scheint sich die Lage allmählich zu beruhigen.

TaufkirchenEin Jahr hat die Fragebogen-Aktion der Gemeinde Taufkirchen zur Postleitzahlen-Umstellung gedauert. Der Rücklauf allerdings ist mau. Im Oktober 2016 wurden 134 Privathaushalte und Firmen angeschrieben, mit der Bitte, Probleme bei der Briefzustellung, mit Karten in Navigationsgeräten oder andere Komplikationen zu schildern. Die Antworten wollte die Gemeinde dann an den Kommunalbeauftragten der Post weitergeben, um – nach eigenen Worten – „den Druck auf die Post zu erhöhen“.

Allerdings: Nur 24 Fragebögen wurden bis Ende 2016 zurück ans Rathaus geschickt, wie Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) nun bekannt gab. Dazu kam E-Mail-Verkehr zwischen Gemeinde und Anwohnern. In diesem Juni endlich ging das Paket an den Zuständigen der Post (wir berichteten). Dieser wird daraus aber wohl keine allgemeinen Schlüsse ziehen können, wie Sanders persönlicher Referent Manuel Messner sagt. „Die Antworten, die wir erhalten haben, spiegeln einen Haufen Emotionen wider.“ Problemlagen, die für alle gleichermaßen gelten, habe er nicht analysieren können.

Tatsächlich ist der Protest der Bürger zwischenzeitlich abgeflaut. Im Oktober 2015 hatte Michael Markstaller 90 Nachbarn der Siedlung „Am Birkengarten“ zusammengetrommelt, um gegen die neue Postleitzahl (82024 statt wie bislang 85521) zu protestieren. Die Umstellung auf 82024 Taufkirchen hielten die Bürger für unnötig – und bemängelten einen hohen Aufwand für alle Betroffenen.

Doch mittlerweile, so schreibt Markstaller, „gibt es mit der Post keine Probleme mehr: Briefe und DHL-Pakete kommen an alter und neuer Anschrift zeitgleich an.“ An der neuen Adresse hat Markstaller 2016 ein neues Unternehmen gegründet.

Allerdings greift Markstaller die Gemeindeverwaltung an: Anfang Juli habe der hausärztliche Notdienst seine Wohnadresse „Am Birkengarten“ nicht gefunden. „Ich musste die Ärztin 15 Minuten am Telefon durch ihr Navi führen“, schreibt er in einem offenen Brief. Referent Messner weist den Vorwurf zurück: „Schon im Dezember 2015 habe ich die Einsatzzentrale der Feuerwehr und die Berufsfeuerwehr München-Land per E-Mail angeschrieben und die Johanniter in Riemerling telefonisch informiert.“ Messners Fazit: „Wir haben im Vorfeld alles getan, was zu tun ist.“ Und was die Navi-Hersteller betrifft: „Manchmal dauert es ein bis zwei Jahre, bis die ihr Kartenmaterial aktualisiert haben. Und dann muss der Nutzer seine Version ja auch noch mal aktualisieren.“

Die Post wiederum hat rasch auf die Antworten aus den Fragebögen reagiert und eine E-Mail an die Gemeinde geschickt: Unternehmen, die Probleme haben, sollen sich unter Tel. 02241-26610 melden oder eine E-Mail an info@postdirekt.de schicken. Ein Adressat ist Markus Krinninger, der gemeinsam mit René Neubert eine Kanzlei in der Einsteinstraße in Taufkirchen betreibt, und noch im Sommer massiv über die Umstellung geklagt hatte (wir berichteten). „Wir haben per E-Mail unsere Probleme geschildert“, sagt Krinninger. Über einen Wegzug aus Taufkirchen denke man aber weiterhin nach.

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