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Protest-Aktion mit wehenden Fahnen: Die AfD-Wahlkämpfer auf dem Rathausplatz in Taufkirchen.

Vor der Podiumsdiskussion in Taufkirchen

Protest-Auftritt der AfD trotz Kreuzbandriss

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Beim Aufhängen von Wahlplakaten ist es passiert: „Ich bin von der Leiter gerutscht und dumm aufgekommen“, erzählt Gerold Otten. Jetzt muss sich der AfD-Bundestagskandidat mit einer Knochenabsplitterung am Schienbeinkopf herumschlagen, auch den Meniskus, das Kreuzband und das Außenband hat es erwischt.

Taufkirchen– Doch der Wahlkampfunfall vom Vortag kann den 61-Jährigen ebenso wenig aufhalten wie der leichte Regen und der starke Wind. Auf Krücken, dafür von rund 30 Wahlkampfhelfern unterstützt, versucht der Direktkandidat der AfD, auf dem Rathausplatz in Taufkirchen mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Sozusagen als Protestaktion zur Bundestagswahl-Podiumsdiskussion der Volkshochschule (VHS), die nahezu zeitgleich im angrenzenden Kultur- und Kongresszentrum stattfindet.

Denn dort darf der 61-Jährige nicht mitdebattieren. Zur Diskussionsrunde hat die VHS, wie berichtet, nur die Bundestagskandidaten der im Kreistag vertretenen Parteien eingeladen. So muss – neben Otten – auch die Direktkandidatin der Linken, Eva Schreiber, draußen bleiben. Während sich Schreiber an diesem Abend in Taufkirchen aber nicht blicken lässt, zeigen Otten und seine AfD Präsenz.

Bereits gut eine Stunde vor Beginn der Podiumsdiskussion gehen Ottens Wahlkämpfer in Stellung, bauen einen Infostand direkt neben dem Eingang des Kultur- und Kongresszentrums auf, hängen Plakate auf, schwenken Fahnen und versuchen, ihr Wahlprogramm an den Mann oder die Frau zu bringen. „Wir wollen sichtbar sein und uns der Diskussion mit den Bürgern stellen“, sagt Otten. Und kurz bevor die geladenen Politiker im Saal ihr Wortgefecht beginnen, greift Otten draußen zum Mikrofon und wettert gegen die politische Konkurrenz.

Die meisten Bürger, die zur Veranstaltung wollen, lässt das kalt. Viele eilen wortlos ins Kulturzentrum, würdigen die AfD-Wahlkämpfer keines Blickes. Ein paar nehmen aber Flyer mit oder kommen mit Otten und seinen Helfern ins Gespräch. Pfiffe oder Buhrufe gibt es kaum.

Dass AfD und Linke bei der Podiumsdiskussion nicht mitreden dürfen, stößt auf ein geteiltes Echo. „Es ist schade, dass die Linke nicht dabei ist, aber die AfD brauche ich wirklich nicht“, meint eine Taufkirchnerin. „Das war ungeschickt, nicht alle Kandidaten einzuladen“, findet ein Ottobrunner. „Ich mag die AfD nicht, aber es ist ein schlechtes Zeichen für die Demokratie, wenn sie nicht eingeladen wird“, sagt eine Besucherin aus Oberhaching. Relativ einig ist man sich, dass die AfD-Aktion durchaus für Aufmerksamkeit sorgt. „Das ist raffiniert, sich direkt an den Eingang zu stellen“, sagt ein Zuhörer. Otten ist sich des Effekts bewusst: „Wir haben gezeigt, dass es auch uns gibt. Und genau das wollten wir.“ 

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