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Gustavo G. muss sich vor Gericht verantworten. 

Aus dem Gericht

Bankräuber von Taufkirchen: „Die Schulden haben mich dazu getrieben“

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Mehr als 200 000 Euro erbeutete Gustavo G. (29), als er im vergangenen Jahr die Volks-und Raiffeisenbank in Taufkirchen überfiel. Doch die Polizei konnte ihn noch vor der Bank schnappen. Jetzt muss sich der Kolumbianer vor Gericht verantworten. 

Taufkirchen – Wie gut, wenn man einen Onkel als Banker hat. Das muss sich wohl Gustavo G. (29) aus Kolumbien gedacht haben, als er aus totaler Geldnot die Volks- und Raiffeisenbank Taufkirchen überfiel. Dort arbeitete der Onkel in führender Position. Doch Kommissar Zufall arbeitete gegen den 29-Jährigen. Als er mit 207 000 Euro in einer Sporttasche das Geldinstitut verließ, nahm ihm die Polizei die Tasche ab und ihn fest. Den 24. Mai vergangenen Jahres werden die Mitarbeiter der Filiale so schnell nicht vergessen. 

Kurz vor halb eins stürmte Gustavo G. in die Bank. Vermummt mit einer schwarzen Baseballkappe und einem blauen Schal rief er auf Englisch „money, money!“ Das wurde ihm zum Verhängnis. Eine Angestellte telefonierte nämlich gerade mit einer Kollegin in einer anderen Filiale. Die bekam den Überfall mit und alarmierte sofort die Polizei. Die Beamten rückten mit einer Hundertschaft an, während der Kolumbianer dem stellvertretenden Filialleiter ein großes Messer an den Hals hielt und Geld verlangte. 

Ob der Mann wusste, dass er von seinem Neffen quasi zum Schein erpresst wurde und der Überfall ein abgesprochener Deal war, blieb am Freitag, im Prozess vor dem Landgericht München I unbekannt. Gegen den Banker läuft zwar ein Ermittlungsverfahren. Er befindet sich aber auf freiem Fuß. Das wiederum lässt vermuten, dass ein Tatnachweis äußerst schwierig ist. Seine Mitarbeiterinnen standen jedenfalls Höllenqualen durch, denn der Überfall dauerte mit 23 Minuten extrem lange. Z

unächst einmal mussten alle Angestellten in den Keller und wurden mit Kabelbindern gefesselt. Dann verlangte Gustavo G., dass der Multi-Safe und der Tagestresor geöffnet wurden. Als er schließlich noch den Geldautomaten plündern wollte, erklärten ihm die Mitarbeiterinnen, dass sich der nur von außen öffnen ließ. Dabei entdeckt zu werden, wagte der Bankräuber dann doch nicht. Zu Prozessauftakt, räumte er über seinen Verteidiger Nicolas Frühsorger die Tat an sich ein. 

Zu Einzelheiten wollte er sich nicht äußern, hielt dann aber mit seinem Motiv nicht hinterm Berg. Weinend berichtete er über seine Mutter und seinen Sohn (9), denen er in Kolumbien ein angenehmes Leben bescheren wollte. Doch aufgrund seiner unrühmlichen Drogen-Vergangenheit drückten ihn Schulden in Höhe von 60 000 Euro. Er hatte die Gläubiger im Nacken, und die ließen auch die Familie nicht in Ruhe. Seine Mutter nahm eine Hypothek auf, schickte ihm 6000 Euro, doch die Drogenlieferanten forderten immer mehr zurück. Da er wegen einer Haftstrafe über dreieinhalb Jahre in Spanien ausgewiesen worden war, sah er keine Chance, jemals in Europa an eine Arbeit zu gelangen. „Da kam mir die Idee, ich kann die Bank ausrauben, wo mein Onkel ist. Ich habe das getan, ohne nachzudenken, um dieser Hölle endlich ein Ende zu machen“, sagte der 29- Jährige und erklärte, sich bei den Betroffenen entschuldigen zu wollen. Der Prozess dauert an.

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