Urteil gefallen

Taufkirchner Bankräuber bittet um Mitgefühl

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Im Mai vergangenen Jahres hatte Gustavo G. (29) die VR-Bank in Taufkirchen überfallen. Jetzt ist das Urteil im Prozess gegen den Bankräuber gefallen. 

Taufkirchen – „Ich möchte Sie alle um Entschuldigung bitten, dass Sie ihre Zeit hier verwendet haben“, sagte der Angeklagte in seinem letzten Wort. Er sei verzweifelt gewesen, habe mit der Vergangenheit abschließen und ein neues Leben beginnen wollen. Er bat darum, dass das Gericht „ein bisschen Mitgefühl“ mit ihm zeige.

Am Ende urteilte das Landgericht München I am Dienstag so: Bankräuber Gustavo G. (29) aus Kolumbien muss wegen erpresserischen Menschenraubs und besonders schwerer räuberischer Erpressung für sieben Jahre und sechs Monate in Haft. Am 24. Mai vergangenen Jahres überfiel der Mann die Volks- und Raiffeisenbank in Taufkirchen, wo sein Onkel in führender Position arbeitete, und raubte 207 000 Euro (wir berichteten).

Doch der Überfall, der Mitarbeiterinnen in Angst und Schrecken versetzte, war schnell geklärt. Denn eine Mitarbeiterin telefonierte gerade mit einer Kollegin in einer anderen Filiale, sodass diese Kollegin die Polizei rufen konnte.

Motiv der Tat: Drogenlieferanten saßen Gustavo G. angeblich im Nacken, weil er 60 000 Euro Schulden aus seiner Drogenvergangenheit hatte. Die Gläubiger ließen auch seine Familie in Kolumbien nicht in Ruhe. Seine Mutter nahm eine Hypothek auf, schickte ihm 6000 Euro. Doch all das reichte nicht. Dabei hatte er eigentlich vorgehabt, seiner Mama und seinem neunjährigen Sohn ein angenehmes Leben zu bescheren, sagte er unter Tränen.

Staatsanwalt Laurent Lafleur hatte eine Haftstrafe von neun Jahren gefordert. Einen Nachweis, dass auch der Onkel an der Tat beteiligt gewesen sei, habe es nicht gegeben. Verteidiger Nicolas Frühsorger plädierte auf eine Strafe unter sieben Jahren. 

Rubriklistenbild: © Jantz

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