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Bierzelt oder Lager? Viele Bürger spekulieren derzeit, wofür das Gebäude im Wald gedacht ist.

Nördlich der B 471

Bäume gefällt und Halle errichtet: Rätselhafter Bau im Wald bei Taufkirchen

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Nördlich der B 471 in Taufkirchen wurden mitten im Wald Bäume gefällt und eine große Halle errichtet. Viele Taufkirchner sind jetzt besorgt, ob das alles mit rechten Dingen zugeht. 

Taufkirchen –Der Wald nördlich der B 471 ist im Flächennutzungsplan der Gemeinde Taufkirchen ganz offiziell als „Waldgebiet“ eingetragen. Vermutlich deshalb ist es vielen Bürgern, die dort manchmal spazieren gehen, gleich aufgefallen: Auf einer größeren Fläche nahe der Einsteinstraße wurden etliche Bäume gefällt und mittendrin steht nun ein großes bierzeltartiges Gebäude mit Metallstreben, Metallwänden und Pflastersteinen am Boden. „Viele Bürger haben bei uns schon angerufen und wollten wissen, was dort passiert“, sagt auch Stefan Beer, Bauamtsleiter der Gemeinde Taufkirchen.

Doch auch in der Gemeinde tappt man im Dunkeln. Ein Bauantrag für das Gebäude sei nicht eingegangen. Und sollte es länger dort stehen bleiben – was man angesichts des doch recht stabile Fundaments vermuten könnte – müsste ein solcher auf jeden Fall an die Gemeinde gestellt werden. Von dort würde er zur Überprüfung und ans Landratsamt weitergeleitet.

Sollte es sich lediglich um einen so genannten Fliegenden Bau handeln, also ein Gebäude, das nur vorübergehend für drei bis vier Monate aufgestellt wird, bräuchte es dafür keine Genehmigung.

Auch dass Bäume gefällt wurden, verstößt gegen keine Vorschriften. Der Besitzer oder Pächter eines Waldes darf nach Auskunft des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Ebersberg, durchaus Bäume fällen und das Holz nutzen – solange es sich nicht um einen so genannten Schutzwald handelt – was in Taufkirchen der Fall ist. Und solange nach einem Kahlschlag wieder aufgeforstet wird. Auch das Amt in Ebersberg wurde von dem Bau südlich der B 471 schon informiert. „Es läuft ein Anhörungsverfahren“, sagt Behördenleiter Georg Kasberger. Heißt: Der Errichter des Gebäudes muss erklären, was er dort vorhat. „Auf den ersten Blick drängt sich nicht der Gedanke auf, dass das Gebäude der Bewirtschaftung des Waldes dient“, sagt Kasberger.

Bis 8. März muss sich der Erbauer äußern. Eine Genehmigung für einen dauerhaften Bau an dieser Stelle scheint unrealistisch, solange die Gemeinde das Gebiet nicht als Bauland ausweist. Dann müsste das Gebäude bald wieder weg sein.

Das hofft auch der Grünen-Ortsverband Taufkirchen. Dort ist man besorgt, dass Fakten geschaffen werden: „Der Wald ist schon seit Jahrzehnten Spekulationsobjekt für Bauwünsche und Gewerbeansiedlungen“, sagt dessen Vorsitzender Christoph Nadler.

Interessant ist das Gebiet auch für das Bayerische Landesamt für Denkmalschutz. Es geht davon aus, dass sich in dem Wald ein Zwangsarbeiterlager befand. Überreste und Hinweise darauf könnten sich im Boden befinden und müssten dem Amt umgehend gemeldet werden, um festzustellen, ob es sich um Bodendenkmäler handelt.

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