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Alles andere als ein gelungener Scherz: Der Rettungsdienst musste zur Mittelschule Taufkirchen ausrücken. 

Dämpfe an der Mittelschule

Das riecht nach Schülerstreich

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Offenbar haben sich einige Schüler der Mittelschule Taufkirchen nur einen schlechten Scherz erlaubt. Wirklich bestätigen will diesen Verdacht zwar niemand, doch die Ergebnisse des TÜV legen nahe, dass die „Dämpfe“, die vor Wochen zur Räumung der Schule geführt haben, zuvor „extern eingebracht“ worden sind. „Wir haben früher Stinkbomben geworfen, jetzt war es wohl Pfefferspray“, sagte Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) Gemeinderat.

Taufkirchen– Wie berichtet, musste die Mittelschule am 21. März kurz nach Unterrichtsbeginn geräumt werden. Im ersten Stock der Schule, in dem zwei fünfte Klassen unterrichtet werden, hatten die Schüler plötzlich über Reizungen der Atemwege, Brennen in den Augen und Hautausschlag geklagt. Polizei und Feuerwehr räumten die Klassenzimmer. Vier Schüler kamen vorsorglich ins Krankenhaus. Der Verdacht, dass Gas ausgetreten sein könnte, wurde nach Messungen der Freiwilligen Feuerwehr Taufkirchen und des ABC-Zugs München-Land schon nach kurzer Zeit ausgeschlossen.

Die zweite Vermutung lautete: Nach dem Verlegen eines neuen Linoleum-Bodens im Flur des ersten Stocks könnten Dämpfe freigesetzt worden sein. Doch auch dieser Verdacht ist mittlerweile vom Tisch, wie Sander sagte.

Laut Messungen des TÜV liegt die Konzentration an Linol beim 2,6 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. „Zulässig sind 300 bis 3000 Mikrogramm“, erläutert Walter Strobel von der gemeindlichen Bautechnik. Insgesamt seien die Werte von circa 25 Stoffen ermittelt worden. „Sie alle liegen weit unter den Grenzwerten.“ Fazit des TÜV: „Die ermittelten Konzentrationen erklären den Husten und die beschriebene Reizung der Schleimhäute nicht.“

Stattdessen sind die Experten auf eine andere Auffälligkeit gestoßen: „In einem kurz zuvor gelüfteten Klassenraum wurde eine etwas höhere VOC-Konzentration (flüchtige organische Verbindung) ermittelt, als in einem über acht Stunden ungelüftetem Zustand.“ Besonders deutlich zu sehen war dies bei der Konzentration von Cyclohexan: Hier lag die Konzentration in einem drei Stunden ungelüfteten Raum bei 31,9 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – im acht Stunden ungelüfteten Raum hingegen nur bei 4,5 Mikrogramm. „Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass sich ein Stoff, der einmalig in den Raum eingebracht worden war, nun wieder abbaut“, schreibt der TÜV.

Nach Ende des Einsatzes am 21. März sind die Schüler Erdgeschoss weiter unterrichtet worden. Ein Sachverständiger sollte klären, ob der neue Linoleumboden eventuell entfernt werden muss. Diese Antwort ist mittlerweile klar: Der neue Boden bleibt drin.

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