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Seit Jahren unverändert: Die alte Schmiede an Tölzer Straße steht noch immer leer.

Überblick

Vom Schandfleck bis zum modernen Neubau: Das sind Taufkirchens große Baustellen

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Vieles wurde im vergangenen Jahr in Taufkirchen in Angriff genommen. Wohnungen entstehen, Schulen werden neu- und umgebaut, neue Konzepte umgesetzt. Bei anderen Projekte in der Gemeinde stockt es. Ein kurzer Überblick über die derzeit größten Baustellen und Sorgenkinder im Ort.

Taufkirchen – Vieles wurde im vergangenen Jahr in Taufkirchen in Angriff genommen. Wohnungen entstehen, Schulen werden neu- und umgebaut, neue Konzepte umgesetzt. Bei anderen Projekte in der Gemeinde stockt es. Ein kurzer Überblick über die derzeit größten Baustellen und Sorgenkinder im Ort.

Alte Schmiede

Es ist eines der auffälligsten Gebäude im Ort: die alte Schmiede an der Tölzer Straße, Ecke Hohenbrunner Weg. Seit vielen Jahren liegt sie im Dornröschenschlaf. Ob der im kommenden Jahr beendet wird, steht in den Sternen. Schon vor vier Jahren hat der Gemeinderat für das Gelände einen Bebauungsplan erstellt, vor allem um eine überdimensionierte Ausnutzung des Gebiets zu verhindern. Zwischenzeitlich sollte dort ein Boardinghouse errichten – eine Art Hotel mit Zimmern und kleinen Wohnungen, in dem Firmen ihre Mitarbeiter für einen begrenzten Zeitraum unterbringen können. Doch der Gemeinderat lehnte die Pläne des Investors ab, vor allem weil es zu wenig Stellplätze vorsah. Mittlerweile wurde das Grundstück verkauft. Wie es dort weitergeht, ist unklar. Der Gemeinde liegen derzeit keine Anträge vor.

Riegerweg

Nach vielen Diskussionen um Stellplätze nimmt das Wohnungsbauprojekt der Gemeinde am Riegerweg nun Gestalt an: Im Februar ist der Spatenstich geplant. Spätestens Anfang 2022 soll das Gebäude fertig sein. 44 Wohnungen zu günstigen Mietpreisen werden dort entstehen, 60 hatte die Gemeinde zunächst anvisiert, wegen des Problems der Stellplätze dann jedoch schweren Herzens reduziert.

Eschen-/Lindenpassage

Kaum eine Immobilie beschäftigt die Taufkirchner so sehr wie die Eschen- und die Lindenpassage. Die Lindenpassage und der westliche Teil der Eschenpassage gehören Rock Capital. Der Rest anderen Investoren. Schon lange sollte die Lindenpassage abgerissen und eine neues Wohn- und Einkaufszentrum entstehen. Doch noch immer sind dort eine Apotheke sowie ein italienisches Lokal untergebracht, dessen Mietvertrag noch bis 2022 läuft. Ein Antrag der ILT-Fraktion im Gemeinderat, den Durchgang durch die Eschenpassage fußgängerfreundlicher und verkehrssicher zu gestalten, lief ins Leere. Denn, so die Gemeinde: Das Grundstück befindet sich im Privateigentum, die Verkehrssicherungspflicht liegt beim Eigentümer. Wie es in den Passagen weitergeht, ist unklar. Zumindest möchte die Gemeinde das Areal zwischen Eschenstraße, Lindenring und Waldstraße städtebaulich prüfen lassen, damit hier in Zukunft kein unkoordiniertes Stückwerk entstehe, sondern eine Einheit von Arbeiten, Wohnen und Geschäften.

Köglwirt

Eigentlich sollte die Gaststätte im Sportpark im vergangenen Sommer schon wieder geöffnet haben. Doch die Suche nach einem neuen Pächter für den Köglwirt gestaltet sich schwierig. Zwischendurch sah es so aus, als gäbe es eine schnelle Lösung und es gab bereits Gespräche mit möglichen Wirten. Ende Mai beschloss dann der Gemeinderat eine öffentliche Ausschreibung. Der aussichtsreichste Bewerber sagte dann im Oktober ab. Neuester Stand: alles auf Anfang. Es gibt eine neue Ausschreibung.

Mittelschule

Sanieren oder abreißen? Das ist die Frage, die im kommenden Jahr geklärt werden muss. Dass in der Mittelschule etwas passieren muss, wurde in diesem Jahr ganz deutlich, nicht zuletzt bei der Jungbürgerversammlung, bei welcher die Mittelschüler über den schlechten Zustand ihrer Schule klagten. Seitdem ist einiges passiert: Einige Klassenräume wurden renoviert, in einem Container entstanden zwei neue Klassenzimmer. Zwei andere Räume wurden für die flexible Trainingsklasse und den Informatikunterricht umgestaltet. Zudem hat der Gemeinderat einer kompletten Sanierung der Schule zugestimmt – oder, falls sich das als wirtschaftlicher herausstellt – einem Abriss und Neubau. Ein Architekt wurde bereits gewählt. Im Frühjahr sollen die Aufgaben an die Fachplaner vergeben werden. Im Herbst 2020 soll – so alles nach Plan läuft – die Baustelle eingerichtet werden. Bis dahin sollen mithilfe weiterer mobiler Einheiten bis zu vier zusätzliche Klassenräume entstehen.

Grundschule

Die neue Grundschule Am Wald soll in diesem Jahr fertig werden – mit Sportplatz auf dem Dach.

Derzeit wächst die neue Grundschule Am Wald in die Höhe. Die zeitliche Verzögerung, die am Anfang durch die Probleme bei der Baustellen-Einzäunung entstanden war, wurde noch nicht ganz reingeholt. Und: Der Bau wird teurer als geplant – insgesamt kostet er 35 Millionen Euro. Im Dezember dieses Jahres soll alles fertig sein.

Altenheim

Das Seniorenwohnheim am Hachinger Bach muss umziehen. Eigentlich bis 2021, optional bis 2026. Doch der Betreiber des Hauses, die Diakonie Hohenbrunn, drängt auf eine schnelle Lösung, denn in dem alten Haus wird es zunehmend schwer, die geforderten gesetzlichen Standards einzuhalten. Nach vielen Diskussionen um den Standort hat man nun eine Fläche am Winniger Weg ins Auge gefasst, wo ein Teil bereits der Gemeinde gehört. Gerade wurde eine orts- und verkehrsplanerische Untersuchung bei einem externen Büro in Auftrag gegeben.

Platz für Radler

Lange hatte der Gemeinderat auf das von ihm in Auftrag gegebene Fahrradkonzept für den Ort warten müssen. Im Oktober bekam er nun einen ersten Entwurf zu sehen. Im Frühjahr soll der Gemeinderat dann über das Konzept abstimmen. 100 000 Euro hat das Gremium für die Umsetzung beiseitegelegt. Einiges wurde schon umgesetzt: Einbahnstraßen wurden für den Fahrradverkehr geöffnet, Bordsteine abgesenkt, Barrieren entfernt. In diesem Jahr sollen noch mehr Schilder angebracht werden und Wege entstehen. Das Problem: An den großen Straßen wie etwa der Tegernseer Landstraße, wo es bisher keinen Radweg gibt, ist es für die Gemeinde schwierig, den nötigen Grund zu kaufen, weil es mehre hundert Eigentümer gibt, mit denen sie verhandeln muss.

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